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Serienausgleich im HalbfinaleHaie melden sich zurück – Eisbären-Profi rastet aus

Valtteri Kemiläinen und Gregor MacLeod jubeln.

Copyright: IMAGO/Revierfoto

Die Kölner Haie drehen in einem furiosen zweiten Drittel das Spiel.

Aktualisiert:

DEL-Playoffs, Halbfinale, Spiel zwei: Die Kölner Haie gleichen in der Serie gegen die Eisbären Berlin aus!

Halbfinale in der DEL! Zum Auftakt der Serie gegen die Eisbären Berlin gab es für die Kölner Haie am Mittwoch einen Dämpfer. Nach der 3:6-Niederlage in Berlin schlug der Hauptrundensieger am Freitagabend vor den eigenen Fans aber eindrucksvoll zurück. 

Dabei sah es auch im zweiten Spiel zunächst nicht gut aus, Berlin ging in Führung und Köln wirkte etwas gehemmt. Doch dank eines furiosen zweiten Drittels mit vier eigenen Treffern drehte der KEC die Partie und schaffte durch den 5:1-Erfolg den Ausgleich in der Serie. Schon am Sonntag geht es weiter. Hier gibt’s den Spielverlauf noch einmal zum Nachlesen:

DEL-Playoffs, Halbfinale: Kölner Haie besiegen Eisbären Berlin 5:1


Kölner Haie - Eisbären Berlin 5:1 (0:1 | 4:0 | 1:0)

Tore: 0:1 Veilleux (15.), 1:1 Russell (23.), 2:1 Russell (29.), 3:1 Bokk (30.), 4:1 Aubry (34.), 5:1 MacLeod (44.)

Stand in der „Best of seven“-Serie nach Spiel zwei: Kölner Haie - Eisbären Berlin 1:1


1. Drittel: Beim KEC ist Ryan MacInnis nach Verletzungspause zurück im Kader. Janne Juvonen steht trotz seines schwächeren Tags, den er in Berlin erwischt hatte, natürlich wieder im Tor. Direkt zu Beginn machen die Gäste Druck und Juvonen muss in der 1. Minute erstmals entscheidend eingreifen, ist auch im Anschluss bei der ein oder anderen Parade hellwach. Der KEC hat nach gut fünf Minuten mit einem Angriff über Gregor MacLeod und Patrick Russell die erste größere Chance.

In der 8. Minute hat Haie-Kapitän Moritz Müller die Riesenmöglichkeit zur Führung, bekommt den Puck aber aus kurzer Distanz nicht am Berliner  Torwart Jonas Stettmer vorbei. Die Haie sind in der Anfangsphase besser im Spiel als noch am Mittwoch. „Wir haben unseren Gameplan leicht umgestellt“, verrät Brady Austin im ersten Powerbreak bei MagentaSport. In der 12. Minute ist es erneut Müller, der eine weitere große Chance auf das 1:0 nicht nutzen kann.

Im Anschluss folgt eine Druckphase der Gäste. Juvonen und die Defensive können zunächst noch das eine oder andere wegräumen, doch dann nutzen die Berliner einen Scheibenverlust von Louis-Marc Aubry, Yannick Veilleux (15.) trifft zur Führung. Auf der anderen Seite hat Maxi Kammerer nach einem Alleingang die Ausgleichmöglichkeit, doch Eisbären-Goalie Stettmer blockt den Schuss ab. Auch beim Schuss von MacLeod ist der Torwart der Gäste da. Kurz vor Ende des ersten Drittels nochmal ein starker Save von Juvonen. Kammerer muss wegen Hakens in dieser Szene als erster Spieler des Abends für zwei Minuten in die Strafbox.

Furioses zweites Köln-Drittel – Berlin wechselt den Torwart

2. Drittel: Die Haie müssen zunächst nach der Strafe gegen Kammerer noch eine knappe Minute in Unterzahl überstehen. Kaum ist der Stürmer wieder auf dem Eis, hat er direkt die Chance zum Ausgleich. Die Haie haben sich offenbar etwas vorgenommen, treten viel bissiger auf als noch im ersten Drittel. Der Lohn kommt schnell: Patrick Russell versenkt die Scheibe zum 1:1 (23.).

Der KEC macht nach dem Ausgleich weiter Druck, auch die Fans sind nun voll da. Nach einem Wechselfehler der Eisbären haben die Kölner ihr erstes Powerplay, können daraus aber keinen Nutzen schlagen. Die Haie lassen Berlin jetzt aber wenig Luft zum Atmen – und drehen das Spiel per Doppelschlag. Zunächst trifft erneut Russell (29.) zum 2:1, nur 22 Sekunden später erhöht Dominik Bokk (30.) nach einer starken Einzelleistung sogar auf 3:1.

Doch damit ist das furiose zweite Drittel der Haie noch lange nicht vorbei! Aubry (34.) macht seinen Fehler vor dem 0:1 wieder gut und erhöht auf 4:1. Eisbären-Coach Serge Aubin reagiert und tauscht nach einer guten halben Stunde den Torwart aus. Für Stettmer kommt Jake Hildebrand aufs Eis. Im Anschluss an eine weitere Strafe gegen Kammerer überstehen die Haie auch die zweite Unterzahl unbeschadet. Eine halbe Minute vor der zweiten Drittelsirene hat Bokk sogar die Chance auf das 5:1, im direkten Gegenzug haben die Haie Glück, dass Markus Vikingstad die Scheibe nicht unter Kontrolle bekommt.

Eisbären-Rüpel kassiert Spieldauer-Strafe nach Frust-Check

3. Drittel: Aubry taucht direkt wieder gefährlich vor dem Berliner Tor auf, ein Verteidiger geht dazwischen. Auf der Gegenseite pariert Juvonen einen Direktschuss von Adam Smith dank guter Sicht ohne Schwierigkeiten. Und es wird noch besser aus Haie-Sicht: Nach einem beherzten Block von Veli-Matti Vittasmäki fährt der KEC einen Konter, den MacLeod nach Zuspiel von Russell zum 5:1 abschließt.

Kurz darauf hat Köln in Überzahl mehrere Chancen auf das 6:1, bringt die Scheibe aber nicht im Tor von Hildebrand unter. Berlin steckt nicht auf, findet aber im diesmal wieder gut aufgelegten Janne Juvonen immer wieder seinen Meister. Im letzten Abschnitt wird das Spiel etwas härter und die ein oder andere Strafe ist fällig. 

Besonders auffällig dabei: Yannick Veilleux, der nach einem Pfiff noch einen Frust-Crosscheck gegen Juhani Tyrväinen auspackt und fünf Minuten plus Spieldauer kassiert. Zuvor hat es einen nicht geahndeten Stockschlag von Tyrväinen gegeben. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist das Spiel entschieden.

„Wir haben nicht so viele Fehler gemacht wie in Berlin und vorne unsere Dinger gemacht“, sagt Dominik Bokk nach dem Sieg bei MagentaSport: „Dieser Sieg bedeutet sehr viel für uns, wir haben viel Selbstvertrauen gesammelt. Wir wissen, dass wir Berlin schlagen können.“ Eisbären-Coach Aubin findet: „Nach dem ersten Drittel haben wir aufgehört, zu spielen.“

Spiel drei der Serie steigt am Sonntag (14 Uhr) in Berlin, drei Tage später (19.30 Uhr) sind die Hauptstädter wieder in Köln zu Gast. Spiel fünf findet am kommenden Freitag in Berlin statt.

Haie-Goalie Janne Juvonen beim Spiel der Kölner Haie gegen die Eisbären Berlin.

Neun-Tore-Spektakel in Berlin

Kölner Haie verlieren Halbfinal-Auftakt gegen die Eisbären