Derby-Desaster Haie gehen 1:6 gegen DEG baden – Moritz Müller entschuldigt sich bei Fans

KEC gegen DEG: von links: Brendan o Donnel (DEG), Zachary Sill (KEC), Niklas Heinzinger (DEG).

Kölner Haie gegen die Düsseldorfer EG am 19. Oktober 2021: Brendan O'Donnel nimmt Kölns Zach Sill in den Schwitzkasten, nach seinem harten Check gegen Niklas Heinzinger.

Es war angerichtet: Am Dienstagabend trafen die Kölner Haie auf die Düsseldorfer EG. Endlich wieder Gänsehaut-Atmosphäre, denn erstmals seit 655 Tagen waren wieder Fans in Köln bei der Mutter aller Eishockey-Derbys dabei.

Köln. Da war es wieder, dieses Derby-Kribbeln. Das Eishockey-Rheinland war quasi elektrisch aufgeladen: It’s Derby Time! Doch aus Kölner Sicht war es ein Frust-Abend! Auch das gehört zur Derby-Historie dazu! 1:6 aus Kölner Sicht: Ein Desaster!

Das bislang letzte Duell der Kölner Haie gegen die Düsseldorfer EG in der Lanxess-Arena vor Fans war unendlich lange 655 Tage her. Am 3. Januar 2020 verlor der KEC vor 18.600 Zuschauern mit 1:2 gegen die DEG. Siegtorschütze auf Düsseldorfer Seite: Maximilian Kammerer (25). Mittlerweile spielt der allerdings beim KEC. Und er erlebte einen Horror-Abend.

Am Dienstag (19. Oktober 2021, 19.30 Uhr/MagentaSport) durften 11.400 Fans dabei sein. Die meisten unter ihnen natürlich KEC-Fans. Von Beginn an sahen sie eine bessere DEG.

Nach sieben Minuten der erste Treffer: Düsseldorf ging durch Niklas Postel in Führung. Die DEG äußerst giftig. Das Kölner Publikum versuchte alles, um die Haie nach vorne zu puschen. In der 18. Minute dann wilde Pfiffe gegen die Schiedsrichter. Der Grund: Nach Zach Sill musste auch Moritz Müller auf die Kölner Strafbank. Fast zwei Minuten doppelte Unterzahl für den KEC. Die Kölner wirkten etwas übermotiviert. Auch Andreas Thuresson und Mark Olver mussten auf die Strafbank. Die KEC-Fans wütend, doch alle Strafen waren vertretbar. Die Haie retteten sich ohne weiteres Gegentor in die erste Pause.

Kölner Haie: Uvira wollte dumme Strafen vermeiden

Die ersten 20 Minuten hatten es in sich. KEC-Stürmer Sebastian Uvira war bei MagentaSport in der ersten Pause extrem selbstkritisch: „Es ist ein gutes Spiel bisher. Wir müssen aufpassen, dass wir keine Strafen nehmen. Keine dummen Strafen, vor allem von mir, das darf nicht passieren, dass ich unsere Jungs in Schwierigkeiten bringe. Ob wir übermotiviert sind, weiß ich nicht.“ Sechs KEC-Strafen im ersten Abschnitt waren tatsächlich viel zu viele.

Das zweite Drittel begann nicht gut für die Haie in Unterzahl. DEG-Profi Brendan O'Donnell machte das 2:0 in der 21. Minute. Nur sechs Minuten später sogar das 3:0 für die DEG erneut durch O'Donnell. Die Haie waren gerade mal etwas am Drücker, da kam der nächste Nackenschlag. In der 40. Minute dann sogar das 0:4 durch Nowak.

DEG-Torschütze Brendan O'Donnell sagte in der zweiten Pause bei MagentaSport: „Wir können sehr zufrieden sein mit dem Spiel. Das 4:0 ist ein beruhigendes Ergebnis.“ Nach dem Strafen-Albtraum (sieben Strafen gegen den KEC in den ersten 40 Minuten) wollten sich die Haie was einfallen lassen, um das Spiel noch in den letzten 20 Minuten zu drehen.

KEC: Moritz Müller entschuldigt sich bei Fans

Zwölf Minuten vor dem Ende fiel dann sogar das 1:4 durch Sebastian Uvira. Ging da noch was? Nein, die DEG an diesem Abend einfach stärker. Quasi im Gegenzug stellten die Gäste den alten Abstand wieder her: 5:1 nur 19 Sekunden nach dem ersten Kölner Tor. Der Treffer kam von Carter Proft. Daniel Fischbuch stellte in der 53. Minute sogar noch auf 6:1. Das Derby-Debakel für die Haie war perfekt.

Kapitän Moritz Müller stellte sich nach dem Spiel bei MagentaSport und entschuldigte sich bei den Fans: „Sehr bitter, es tut mir leid für die Fans, die hier waren. Den Abend haben wir uns ganz anders vorgestellt. Das war einfach nicht gut genug. Wir haben Düsseldorf in die Karten gespielt. Die haben nur auf unsere Fehler gewartet. Und wir hatten zu viele Strafen. Dann sind wir nur hinterhergelaufen. Düsseldorf hat dann nur auf die Konter gewartet.“

Vor dem Derby am Dienstag (19. Oktober 2021) haben wir sechs spannende Fakten zusammengetragen.

Fakt 1: Kölner Haie gegen Düsseldorfer EG – Lange Historie

Für die beiden Erzrivalen ist es das 232. Derby. Die Mannschaften trafen unter anderem in neun Playoff-, vier DEL-Meisterrunden- und einem Eishockey-Pokal-Spiel aufeinander.

Fakt 2: KEC gegen DEG – Die Bilanz des Eishockey-Derbys

Aus den 231 offiziellen Begegnungen ging Köln 112-mal als Sieger hervor, Düsseldorf gewann 108 Duelle, elf Spiele gingen unentschieden aus. Die Haie konnten in diesen Partien 304, die DEG 303 Tore erzielen.

Fakt 3: Die torreichsten Derbys zwischen Köln und Düsseldorf

Den höchsten Sieg fuhr der KEC gegen die DEG vor knapp 24 Jahren am 23. Oktober 1997 mit 7:2 ein. Die meisten Tore bei einem Spiel der beiden Teams fielen am 30. Oktober 2010. Köln gewann das Spiel damals mit 7:3.

Fakt 4: Außergewöhnliche Duelle – Kölner Haie gegen Düsseldorfer EG als Winter Game

Die Mutter aller Derbys wurde bereits zweimal im Rahmen des „DEL Winter Game“ ausgetragen. Am 10. Januar 2015 ärgerte die DEG Köln in der Düsseldorfer Fußball-Arena vor 51.125 Zuschauern beim 3:2-Sieg. Am 12. Januar 2019 fand das Winter Game dann im Rhein-Energie-Stadion vor 47.011 Zuschauern statt. Düsseldorf gewann erneut 3:2, diesmal nach Verlängerung.

Im Finale um die deutsche Meisterschaft standen sich die zwei Rivalen viermal gegenüber (1986, 1991, 1993, 1996). Die Haie-Profis mussten sich dreimal mit dem Vizemeister-Titel zufriedengeben.

Auch außerhalb des Eises trafen die Mannschaften aufeinander. Bereits zweimal duellierten sich die Teams im NRW-Battle bei Disziplinen wie Busziehen, Busrundlauf, Feuerleiter hochsteigen, Dummys Abschleppen, Zielscheibe Schießen und vielen weiteren Mini-Games.

Fakt 5: Die bekanntesten Spielertransfers zwischen KEC und DEG

Es gab sie immer, die Grenzgänger: Zuletzt wechselte Maximilian Kammerer von Düsseldorf zu den Kölner Haien. Philip Gogulla (34) und Alexander Sulzer (37) gingen zwei Jahre zuvor von Köln nach Düsseldorf. Auch Chris Minard (39), Rob Collins (43) und Haie-Ikonen wie Helmut de Raaf (59), Peppi Heiß (58) sowie Thomas Brandl (52) wechselten zwischen den beiden Mannschaften.

Fakt 6: Gänsehaut-Spiel – vor allem auch für die Spieler aus Köln und Düsseldorf

Das legendäre Duell der Eishockey-Klubs elektrisiert nicht nur die Fans, vor allem für die Spieler sind die Duelle immer wieder etwas ganz Besonderes. Maxi Kammerer sagt: „Natürlich wird das ein besonderes Spiel. Für alle Fans und Spieler, weil es das größte Derby im deutschen Eishockey ist und endlich wieder vor Zuschauern ausgetragen werden kann. Für mich ist es auch deswegen besonders, weil ich das erste Mal ein Derby gegen die DEG spiele. Ich freue mich auf das Duell!“

Kollege Marcel Müller (33) sagt: Die Derbys gegen Düsseldorf sind immer die geilsten Spiele. Wir freuen uns, endlich wieder die Fans dabei im Rücken zu haben. Das ist jedes Mal ein unbeschreibliches Gefühl und spornt uns zusätzlich an. Wir sind hoch motiviert am Dienstag gegen Düsseldorf zu gewinnen.“

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