Eishockey-WM Großer Kampf: Deutschland verliert knapp gegen Kanada – Stützle genäht

Matthias Plachta hat den Puck am Schläger.

Matthias Plachta (Deutschland) am 13. Mai 2022 bei der Eishockey-WM gegen Kanada.

Die Eishockey-WM startete für das deutsche Team am Freitag mit einer großen Aufgabe: Gegner im Auftaktspiel war Titelverteidiger Kanada.

Jetzt geht es endlich los: Die Eishockey-WM in Finnland hat begonnen. Die Auswahl von Bundestrainer Toni Söderholm (44) startete am Freitagabend (19.20 Uhr) gegen Kanada ins Turnier.

In der neunten Minuten traf der 18-jährige Cole Sillinger zum 1:0 für Kanada. Gleich zu Beginn wurde klar: Die deutsche Mannschaft spielte gut mit. Vor wenigen Wochen bei Olympia stand es in der Paarung bereits 3:0 für Kanada nach dieser Spielzeit. Am Ende verlor Deutschland 1:5, das sollte heute anders enden. Oder doch nicht?

Zwei Minuten vor Ende des ersten Drittels hieß es aus deutscher Sicht 0:2. Pierre-Luc Dubois schloss eiskalt ab, da hatte Philipp Grubauer im deutschen Kasten keine Chance.

Deutschlands Tim Stützle sagte in der Pause bei Sport 1: „Es ist sehr anstrengend, aber wir haben unsere Beine jetzt gefunden. Wir müssen einfacher spielen und die Kleinigkeiten richtig machen, vor allem weniger Schüsse zulassen.“ Kurz nach der Pause wurde er dann von Kollege Plachta mit dem Schläger im Gesicht getroffen. Er blutete, wurde auf der Bank genäht und konnte weiter machen. Harter Kerl!

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Dann die große Chance zum 1:2, doch Daniel Schmölz konnte den Puck nicht versenken. Das Schussverhältnis im zweiten Drittel nach vier Minuten: 5:0 für Deutschland. Der Lohn wenig später: Marc Michaelis traf zum 1:2 nach 29 Minuten. Ging hier was für die DEB-Auswahl?

Nein, erstmal nicht, denn die Kanadier antworteten brutal effektiv: In Überzahl konnten sie auf 3:1 stellen, es war erneut Dubois (31. Minute). Wenig später machte Ken Johnson das 4:1. Noah Gregor gelang dann auch noch das 5:1 im zweiten Drittel. Deutschland wurde jetzt zerlegt, nachdem es zu Beginn des zweiten Drittels noch ganz gut ausgesehen hatte.

Marc Michaelis war in der zweiten Pause im Sport1-Interview enttäuscht: „Wir haben das Heft aus der Hand gegeben, einfach unnötig. Die Strafen von uns hat Kanada eiskalt ausgenutzt. Aber wir haben ja noch 20 Minuten.“

Deutschland gab nicht so leicht auf, lieferte einen großen Kampf. Zu Beginn des Schlussdrittels dann die DEB-Auswahl nach zwei Strafen für Kanada mit fünf gegen drei. Matthias Plachta nutzte die Chance und verkürzte auf 2:5. In der 43. Minute verpasst Daniel Schmölz dann frei vor dem Tor das 3:5.

Bundestrainer Söderholm trotz Niederlage gegen Kanada zufrieden

Die nächste doppelte Überzahl nutzte Moritz Seider zum 3:5. Es wurde wieder spannend, sieben Minuten vor Schluss. Doch ein weiterer Treffer gelang dem deutschen Team nicht, verlor am Ende knapp mit 3:5. Trotz Niederlage: das macht Mut für das weitere Turnier.

DEB-Trainer Toni Söderholm sagte nach dem Spiel: „Das Ergebnis geht in Ordnung, sie haben uns bestraft für einige Fehler. Wir können und werden uns steigern. Der Charakter und die Stimmung in der Mannschaft ist schon gut. Alle unterstützen sich. Wir müssen uns nun von Spiel zu Spiel steigern. Auch wenn wir verloren haben, es gab viel Positives im Spiel.“

Am Samstag (19.20 Uhr) geht es sofort weiter gegen die Slowakei. Bei den Olympischen Spielen hatte das Team des Deutschen Eishockey-Bundes 0:4 gegen die Slowaken verloren und damit das Viertelfinale verpasst. Frankreich ist am Montag dann der nächste deutsche Gegner in Gruppe A.

Eishockey-WM: zweiter deutscher Gegner Slowakei siegt zum Auftakt

Die Slowakei ist mit einem Sieg in die WM gestartet. Der Olympia-Dritte gewann am Freitag in Helsinki mit 4:2 gegen Frankreich.

Die Franzosen nehmen wie Österreich nur am Turnier teil, weil Russland und Belarus als Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine ausgeschlossen wurden.

Vor dem Turnier hat Bundestrainer Söderholm hohe Erwartungen: „Wir müssen beweisen, dass wir besser sind. Wir müssen bei dieser WM schnell wieder einen gemeinsamen Geist finden, eine Mannschaft, in der jeder eine klare Rolle für sich hat.“

Bei Olympia im Februar 2022 in China war er mit seinem Team vor dem Viertelfinale gescheitert. „Olympia ist vorbei. Wir packen den Koffer komplett neu“, so Söderholm vor dem Auftakt gegen Kanada.

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