Leere Regale bei Ikea Möbelriese kündigt jetzt „außergewöhnliche Maßnahmen“ an

So wie viele andere Unternehmen auf der ganzen Welt hat auch Ikea mit der globalen Versorgungskrise zu kämpfen.

So wie viele andere Unternehmen auf der ganzen Welt hat auch Ikea mit der globalen Versorgungskrise zu kämpfen.

Auch der schwedische Möbelriese Ikea wird derzeit von der globalen Versorgungskrise gebeutelt, Kunden müssen mitunter wesentlich länger auf ihre Produkte warten als normalerweise. Nun kündigt der Konzern „außergewöhnliche Maßnahmen“ an. 

München. Die Preise für Rohstoffe und Bauteile explodieren, die Frachtkosten im globalen Handel steigen extrem, in den Lieferketten gibt es ebenfalls große Probleme: Es ist dieser Dreiklang, der derzeit fast jedem Unternehmen Sorgen bereitet und sich eben oft im Geldbeutel der Verbraucher niederschlägt.

Auch Ikea-Kunden spüren mitunter diese Materialknappheit: Auf Facebook beschweren sich Kundinnen und Kunden im Community-Bereich von Ikea Deutschland, dass sie Produkte nicht erhalten oder sie nicht vorrätig sind. „Es wäre ja mal toll, wenn es das Billy in 40 cm Tiefe endlich mal wieder zu kaufen gäbe, seit vielen Wochen nicht zu bekommen. Warum Ikea?“, will eine Kundin beispielsweise wissen. Auch der beliebte Stoffhai Blahaj ist vielerorts nicht verfügbar, wie eine weitere Kundin anmerkt.

Die Antwort des Möbelriesen folgt prompt und ist nun mittlerweile auch für alle auf der Homepage von Ikea Deutschland zu lesen: „Das vergangene Pandemiejahr hat uns alle vor Herausforderungen gestellt, die wir mit Abstand, Rücksicht und gegenseitiger Unterstützung zusammen gemeistert haben“, heißt es dort.

„Allerdings hat die Situation auch zu einem Ungleichgewicht in der globalen Warenversorgung geführt, von dem auch Ikea betroffen ist. Mit außergewöhnlichen Maßnahmen werden wir alles dafür tun, um die Verfügbarkeit deiner Ikea Lieblingsprodukte zu gewohnt niedrigen Preisen sicherzustellen – online und in unseren Ikea-Einrichtungshäusern.“

Ikea: „Haben mit Engpässen zu kämpfen“

Weiter erklärt Ikea, dass Corona im vergangenen Jahr dafür gesorgt habe, dass „die weltweiten Seetransportkapazitäten“ alle Unternehmen, die eben vom Seetransport abhängig sind, vor Herausforderungen gestellt habe. „Sowohl im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Rohstoffen als auch auf die Beschaffung und die Produktion.“

Die Folge: Anhaltende Störungen, überlastete Häfen, eine historisch hohe Nachfrage. Das habe zu Einschränkungen im Betrieb geführt. „Wir haben noch immer mit Transportengpässen zu kämpfen, was sich auf die Verfügbarkeit und Lieferung auswirkt.“ Man tue aber das Möglichste, um Produkte schnell wieder verfügbar zu machen.

Die „außergewöhnliche Maßnahme“, die Ikea anspricht: Der Möbelriese kauft nun eigenen Container, chartert zusätzliche Schiffe und nutzt den Schienenverkehr von China nach Europa, heißt es. Zudem würde mit Hochdruck an der Aufstockung der Lagerbestände gearbeitet.

Logistikchef von Ikea: „Haben versucht, Containerschiffe zu leasen“

Peter Langskov, Logistikchef für Ikea Dänemark, geht im Gespräch mit „Euronews“ näher auf die schwere Situation ein: „Die globalen Lieferketten stehen unter enormen Druck.“ Daher habe man nach Alternativen gesucht. „Wir haben versucht, eine Eisenbahnverbindung von Asien nach Europa zu errichten, sodass wir Züge zum Transport nutzen können. Außerdem haben wir versucht, Containerschiffe zu leasen und leere Schiffe gekauft. Aber die müssen auch wieder zurückgebracht werden und das ist ein Problem.“

Wann genau sich die Lage für Kunden und für Unternehmen wieder normalisiert, ist schwer absehbar. Auch weil es ein Problem ist, das derzeit alle Branchen betrifft. 

Ikea weist aber darauf hin, dass Kundinnen und Kunden vor ihrem Besuch die Produktverfügbarkeit in örtlichen Einrichtungshäusern prüfen sollten. Ist ein Produkt dort oder einem anderen Haus vorübergehend nicht vorrätig, könne man sich per SMS oder E-Mail benachrichtigen lassen, sobald es wieder auf Lager ist. (mg)

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