Die fiese Trinkgeld-FalleSo fühlen sich viele beim Bezahlen mit Karte unter Druck gesetzt.

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Hilfreich oder digitale Wegelagerei? Zwei Drittel der Teilnehmer einer Bitkom-Umfrage gaben an, dass Trinkgeldvorschläge dazu führen, mehr Trinkgeld zu geben als ursprünglich geplant.
Zehn Prozent extra? Dieser Bezahl-Trend nervt fast alle! Nur mal eben mit Karte zahlen und zack – das Gerät will ein fettes Trinkgeld. Vorgeschlagene Optionen starten oft bei zehn Prozent. Eine neue Umfrage zeigt jetzt: Die meisten Deutschen finden das gar nicht gut.
An Bezahlterminals tauchen immer häufiger feste Optionen für das Trinkgeld auf. Doch diese Funktion kommt bei den Leuten nicht gut an. Laut einer Erhebung des Branchenverbands Bitkom, über die auch die dpa berichtet, empfinden nur drei von zehn Personen in Deutschland das als hilfreich. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sieben von zehn es nicht tun.
Ältere besonders genervt – und das Misstrauen ist groß
Vor allem die ältere Generation steht den digitalen Tipp-Vorschlägen misstrauisch gegenüber. Bei den Menschen über 65 Jahren sinkt die Akzeptanz sogar auf etwa 22 Prozent. Die Ursachen dafür sind deutlich: Ungefähr zwei Drittel der Umfrageteilnehmer räumen ein, dass sie wegen der Vorschläge am Ende mehr geben, als sie eigentlich wollten. Hinzu kommt ein erheblicher Mangel an Zuversicht, ob die Servicekräfte das Geld später tatsächlich komplett erhalten – daran hat nämlich nur ungefähr die Hälfte (52 Prozent) keinen Zweifel.
Experten-Tipps: So tappen Sie nicht in die Trinkgeld-Falle
Damit man diesem wiederholten Zwiespalt am Bezahlgerät entgehen kann, hat die Wirtschaftspsychologin Prof. Julia Pitters von der IU Internationale Hochschule einen Rat. Man sollte sich bereits vor dem Bezahlvorgang überlegen, wie viel Trinkgeld man geben will und ob überhaupt. Auf diese Weise wird man nicht überrascht, wenn auf dem Kartengerät unerwartet diverse Optionen erscheinen.
Auch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz legt nahe, sich keine Hektik machen zu lassen. Das gilt selbst dann, wenn sich an der Kasse eine lange Warteschlange bildet. Sollte die passende Option für das Trinkgeld fehlen, kann man einfach beim Personal nachhaken. Es kann auch nützlich sein, mit anderen darüber zu sprechen, um die eigene Haltung zu festigen. Das Wissen, dass auch Freunde oder Bekannte manchmal nur wenig oder gar nichts geben, kann bestärken. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

