Experten-Tipp: Diese Stoffe kühlen bei Hitze am besten.
Die große Stoff-FalleIn diesem Material schwitzen Sie im Sommer besonders schnell

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Weniger ist mehr? Im Sommer gilt das oft nur bedingt bei der Kleiderwahl.
Die Hitze drückt, der Schweiß läuft und das T-Shirt pappt am Körper. So herrlich die warme Jahreszeit ist, mit der verkehrten Kleidung wird sie schnell zur Qual. Aber was ist „verkehrte“ Kleidung? Laut Stilberaterin Dunja Heß bedeutet das bei 30 Grad nicht zwangsläufig zu viel oder zu lange Stoffe. Ganz im Gegenteil. „Im Sommer ist die Luftzirkulation, die wir haben, viel wichtiger als wenig Stoff.“
Der Schnitt ist also entscheidend: Eine luftige Hose und eine weite Bluse sind bei hohen Temperaturen oft viel bequemer als ein knappes, aber hautenges Kleid. Die wichtigste Bedingung dabei: Der Stoff muss zum Wetter passen und im Sommer besonders luftdurchlässig sein. „Und es sollte mit Feuchtigkeit umgehen können, wenn der Körper schwitzt“, ergänzt Dunja Heß.
Der absolute Favorit hierfür ist Baumwolle. Diese „nimmt Feuchtigkeit wunderbar auf und fühlt sich atmungsaktiv an“, erläutert Stefanie Trevisan. Sie unterrichtet Textil- sowie Materialtechnologie als Dozentin an der Münchner AMD Akademie Mode & Design. „Man hat das Gefühl, man schwitzt weniger in Baumwolle, einfach weil die überschüssige Wärme des Körpers durch das textile Material gebunden wird.“
Überraschung im Kleiderschrank: Wolle im Sommer?
Als Alternativen bieten sich die Kunstfaser Viskose an, die aus Cellulose gefertigt wird. Sie wird als luftdurchlässig angesehen und absorbiert eine Menge Nässe.
Auch Lyocell, oft unter dem Namen Tencel verkauft und ebenfalls auf Cellulosebasis, ist eine gute Wahl. „Lyocell ist eine nachhaltigere Alternative zur Viskose“, sagt die Material-Expertin Trevisan. „Denn die bei der Herstellung von Lyocell verwendeten Chemikalien sind deutlich umweltverträglicher als bei der Viskoseherstellung.“
Und was ist mit Wollprodukten, zum Beispiel Kaschmir? Für milde Sommertage oder kühle Abende sieht die Dozentin für Textiltechnologie darin eine gute Option. „Aber wenn wir bei über 30 Grad sind, würde ich von den Tierhaaren deutlich abraten.“
Es gibt aber eine verblüffende Ausnahme: die sogenannte Cool Wool, die häufig für Anzüge genutzt wird. „Das ist eine Garnkonstruktion, die zum einen ganz feine Fasern nutzt, und zum anderen das Garn so ausspinnt, dass es nicht viel Porenvolumen hat“, so Trevisan. „Also für den Herrn oder die Dame, die mit ihrem Businessanzug viel mit dem Koffer unterwegs ist. Da ist tatsächlich die Cool Wool eine gute Alternative zur Baumwolle, weil das Material weniger knittert.“
Leinen als Klassiker, Polyester als Schweiß-Falle
Wer sich an ein paar Knitterfalten nicht stört, für den ist der Klassiker Leinen perfekt. „Das Ganze ist flusenfrei, es neutralisiert auch Gerüche und nimmt die Feuchtigkeit schön auf“, erklärt Trevisan. Um das Knittern zu reduzieren, gibt es auch Mischgewebe, bei denen Leinen mit anderen Stoffen wie elastischem Polyester kombiniert wird.
„Mit 10 Prozent Polyester hat das Material schon deutlich weniger Knitterneigung“, so Trevisan. Sie rät aber, darauf zu achten, dass der Anteil an Synthetikfasern in solchen Mischungen sehr gering gehalten wird.
In einem Punkt sind sich beide Fachfrauen absolut einig: Polyester ist für den Sommer eine ganz schlechte Wahl. Das gilt auch für den modischen, glänzend-dehnbaren Seiden-Look, wie Dunja Heß betont. „Polyester ist ein Material, das überhaupt nicht atmungsaktiv ist, in dem man sehr schnell schwitzt und das auch kaum Feuchtigkeit aufnimmt.“ Die Folge ist oft unangenehmer Geruch.
Tipps für den Kleiderkauf bei Hitze
Beim Shoppen sollte man also genau auf das Etikett schauen, um zu sehen, welche Materialien in welchem Verhältnis verwendet wurden. Zusätzlich sollte man das Gewicht des Teils und die Beschaffenheit des Gewebes kontrollieren. Beides hat Einfluss auf die Eignung bei Hitze. „Wenn der Stoff ganz locker gewebt ist, ist er luftdurchlässiger, als wenn der Stoff ganz dicht gewebt ist“, erklärt Stefanie Trevisan. „Und je schwerer das Material ist, desto wärmeisolierender ist es in der Tendenz.“
Wenn der Stoff stimmt, kann man laut Modeberaterin Dunja Heß sogar schwarze Kleidung im Sommer anziehen. Helle Farbtöne werfen das Sonnenlicht zwar besser zurück „und einfach sommerlicher wirken“.
Der Ratschlag der Stilberaterin für diese Saison ist daher: helle Farben und Leinenstoffe wählen. „Für mich ist ein perfektes Sommeroutfit eine hellblaue Leinenhose zur hellblauen Bluse oder ein Kleid in hellem Gelb.“ (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
