Auch Küchenrollen und Klopapier Aldi schmeißt jetzt 100 Produkte aus seinem Sortiment

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Eine Kundin steht in einer Aldi-Filiale in Düsseldorf Ende April vor einem Verkaufsstand mit Mund-Nasen-Schutzen. Aldi Süd erklärt, rund 100 Produkte aus dem Sortiment zu nehmen, darunter auch Toiletten- und Küchenpapier.

Mülheim an der Ruhr – Fast wirkt es wie ein Naturgesetz: Mit der Zahl der Corona-Infektionen steigen in Deutschland auch wieder die Toilettenpapierverkäufe.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war der Absatz von Toilettenpapier Mitte Oktober fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt der Vorkrisen-Monate August 2019 bis Januar 2020. Und in den sozialen Medien tauchten wieder die ersten Bilder von leer gefegten Regalen auf.

Noch sind die Hamsterkäufe aber längst nicht so dramatisch wie in Frühjahr, als sich die Toilettenpapierverkäufe laut Destatis zeitweise mehr als verdreifachten und die Umsätze mit Seife sogar vervierfachten. Trotzdem ist die gesteigerte Nachfrage spürbar.

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Das teilte auch der Discounter Aldi bereits vor einiger Zeit mit. Und baut jetzt sein Standardsortiment um. Dafür nimmt Aldi Süd jetzt auch eine Vielzahl von derzeit sehr begehrten Produkten aus den Regalen, Klopapier und Küchenrollen zum Beispiel.

Wie „Chip“ berichtet, seien bereits 100 Filialen von dem Vorhaben informiert worden. Knapp 100 Produkte würden aus dem Sortiment fliegen. Dabei handele es sich aber keineswegs um ganze Klopapier-Bestände, hier sollten sich Kunden keine Sorgen machen. Aldi nimmt vor allem bestimmte Verpackungsgrößen aus den Regalen (bei Toiletten- und Küchenpapier) sowie bestimmte Mineralwasser und Säfte.

Aldi: Alte Produkte fliegen aus den Regalen, neue Produkte ersetzen sie

Es handele sich um Produkte, sich Aldi Süd seit einigen Monaten getestet hat. Und einige dieser Waren würden die Umsatzziele des Discounters nicht erfüllen, heißt es in dem Bericht.

Und aufgrund der derzeitigen Lage würden auch Kleinverpackungen verschwinden: Beim Küchenpapier etwa fliege die Zweierpackung einer Eigenmarke raus, stattdessen werde sie durch eine Viererpackung ersetzt. Beim Toilettenpapier fokussiere sich Aldi auf Produkte ab einer Größe von 8×150 Blatt, wie es heißt.

„Natürlich werden wir auch in Zukunft weiterhin ausreichend Papierwaren anbieten“, erklärt Aldi „Chip“. Allerdings eben in „größeren Verpackungseinheiten“.

Discounter und Corona: Erhöhte Nachfrage in einigen Regionen

Der Handelsverband Lebensmittel betonte am vergangenen Donnerstag (22. Oktober), in einigen Regionen sei zwar eine erhöhte Nachfrage nach Toilettenpapier, Hygieneprodukten und Teigwaren zu beobachten – doch sei dies nicht flächendeckend der Fall.

Bei Lidl hieß es: „In einigen Regionen und Filialen verzeichnen wir temporär eine erhöhte Nachfrage nach einzelnen Artikeln aus dem Trockensortiment und Hygienebereich.“ Nicht viel anders äußerte sich der Großflächendiscounter Kaufland.

Aldi: „Für Hamsterkäufe gibt es nach wie vor keinen Anlass“

Auch Aldi berichtete von einem Anstieg der Nachfrage nach vereinzelten Produkten. Aldi Nord fügte in diesem Zusammenhang hinzu, man habe nach den Erfahrungen im Frühjahr die Lieferfrequenz insgesamt erhöht. „Für Hamsterkäufe gibt es nach wie vor keinen Anlass.“ (mg/dpa)

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