Riesiger Ticket-Zoff Wer sich bei Ryanair Geld zurückholt, darf nicht mehr mitfliegen

Eine Boeing 737-8AS der Fluggesellschaft Ryanair landet am 3. April 2021 auf dem Flughafen Berlin. Ticket-Rückerstattungen während der Corona-Pandemie sorgen für Zoff.

Eine Boeing 737-8AS der Fluggesellschaft Ryanair landet am 3. April 2021 auf dem Flughafen Berlin. Ticket-Rückerstattungen während der Corona-Pandemie sorgen für Zoff.

Passagiere und die Fluggesellschaft Ryanair liegen im Clinch. Es geht um Ticket-Rückerstattungen während der Corona-Pandemie.

Dublin. Riesenzoff bei Ryanair! Wegen Streits um Ticket-Rückerstattungen während der Pandemie hat das Unternehmen Medienberichten zufolge Passagieren den Check-in verweigert und sie erst nach Begleichung der Forderungen an Bord gelassen.

Wie die „Irish Times“ am Mittwoch, 13. Oktober 2021, berichtete, sind allein in Irland Hunderte Reisende betroffen. Nach Informationen der britischen Zeitung „Guardian“ gibt es auch in Großbritannien mehrere Fälle.

Ryanair verweigert Passagieren den Check-in

Es geht um sogenannte Chargebacks. Weil die irische Billigfluglinie ihnen Kosten für Flüge, die sie wegen der Pandemie nicht angetreten hatten, nicht erstattete, nutzten Reisende die Möglichkeit, sich das Geld über die Kreditkartenfirma zurückzuholen. Die Namen und Daten dieser Passagiere hat Ryanair sich offenbar gemerkt und verweigerte ihnen das Boarding bei später gebuchten Flügen, wie zuvor das Portal „aerotelegraph.com“ berichtete.

Besonders hart für Fluggäste: Das Unternehmen sieht sich im Recht und verwies auf die Geschäftsbedingungen.

Die Betroffenen hätten nicht erstattungsfähige Tickets für Flüge gekauft, die trotz der Pandemie wie geplant durchgeführt wurden, sagte eine Ryanair-Sprecherin der „Irish Times“. Die Rückbuchungen über das Kreditkartenunternehmen seien „unrechtmäßig“ erfolgt.

Ryanair will Passagiere erst wieder mitnehmen, wenn sie ihre Schulden bezahlt haben

Die Airline sprach von einer „winzigen Minderheit“ von weniger als 850 Reisenden. Diese Passagiere würden erst wieder mitgenommen, wenn sie ihre Schulden beglichen hätten.

Wie „Irish Times“ und „Guardian“ berichteten, erfuhren viele Betroffene erst kurz vor Reiseantritt von der Sperrung. Den neuen Flug hatten sie trotzdem buchen können.

Erst vor kurzem hatte die britische Wettbewerbsbehörde Ermittlungen gegen Ryanair und den britischen Marktführer British Airways in diesen Fällen mit Verweis auf die unklare Rechtslage eingestellt. (mt/dpa)

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