Großer Wohnmobil-Rückruf Diese Modelle sind betroffen

Rückruf von Wohnmobilen

Großer Rückruf von Wohnmobilen: Doch welche Modelle sind betroffen?

Köln – Während aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin strikte Reisebeschränkungen insbesondere für Hotels und Ferienwohnungen gelten, liegen Reisen mit dem Wohnmobil im Trend. Doch jetzt versetzt ein aktuell laufender Rückruf mit der Kraftfahrt-Bundesamt (KBA)-Nummer 010493 Wohnmobil-Inhaber in Unruhe.

  • Wohnmobil-Besitzern droht Ärger
  • Rückruf mit der Kraftfahrt-Bundesamt-Nummer 010493
  • Iveco-Motoren auch in anderen Wohnmobilen verbaut

Wohnmobil-Rückruf: Abgas-Manipulationen an Diesel-Motoren

Es geht um Abgas-Manipulationen an Diesel-Motoren, die in eine Vielzahl von Wohnmobilen eingebaut wurden.

Inhabern von Wohnmobilen mit diesen und ähnlichen Motoren droht also ein durch das KBA angeordneter, verpflichtender Rückruf mit dem Risiko einer Stilllegung des kostspieligen Wohnmobils.

Hintergrund des Rückrufs ist laut dem KBA eine mangelhafte Software, durch die sich die Abgasreinigung verschlechtert. Die betroffenen Fahrzeuge stoßen also eine erhöhte Menge gesundheitsschädlicher Stickoxide aus. Der Verdacht liegt sehr nahe, dass bei dem Software-Update eine illegale Abschalteinrichtung entfernt werden soll.

Wohnmobil-Rückruf: Modelle mit Iveco-Daily- und Fiat-Ducato-Motoren

Halter von Fahrzeugen auf Basis des Iveco Daily mit einem „Heavy Duty“-Motor und dem Motorcode F1C sollen nun in einer Werkstatt vorstellig werden. Es handelt sich dabei um Transporter aus den Jahren 2016 bis 2019. Auch bestimmt Fiat-Ducato-Motoren sind betroffen.

Es spricht aber viel dafür, dass nun viele Wohnmobile, die einen Iveco Diesel-Motor verwenden, bald auch einen Rückruf mit entsprechender Aufforderung zu einem Softwareupdate erhalten werden.

Motoren werden auch bei folgenden Wohnmobil-Marken verwendet

Problem: Entsprechende Motoren werden laut Iveco auch bei folgenden beliebten Wohnmobil-Marken verwendet.

  • Bimobil
  • Bocklet
  • Concorde
  • Dethleffs
  • Laika
  • Morelo
  • Niesmann+Bischoff
  • Pilote
  • Phoenix
  • Woelcke

„Damit stehen etliche Wohnmobile unter Verdacht, die gesetzlichen Grenzwerte für Abgas nicht einzuhalten", erläutert Dr. V. Ghendler, Rechtsanwalt und Partner der auf Verbraucherrechte im Abgasskandal spezialisierten Kanzlei Kraus Ghendler Ruvinskij.

Ähnlich wie im VW-Dieselskandal seien also bald umfangreiche Rückrufaktionen zu erwarten.

Erstes Gerichtsurteil im Wohnmobil-Abgasskandal

Viele betroffene Inhaber von Wohnmobilen setzen ihre Rechte bereits gerichtlich durch. Ein erstes Urteil im Wohnmobil-Abgasskandal erging am 1. März 2021. Der Hersteller muss einem Wohnmobil-Inhaber demnach über 50.000 Euro Schadensersatz zahlen (LG Koblenz, Az. 12 O 316/20).

In dem Verfahren ging es um ein Reisemobil der Marke Roller Team mit einem Fiat Ducato 2,3 Liter Motor mit 150 PS (Typ Multijet) und der Abgasnorm Euro 6. Der Hersteller muss dem Käufer den Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung zurückzahlen. (mt)

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