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Traumziel BretagneHier ist jede Bucht 'ne Wucht!

Bretagne von Sanit-Aubin-sur-Mer bis Erquy

Copyright: Stefanie Monien

Das Meer in Saint-Jacut-de-la-Mer: Ein Traum in Türkis. Und Blau. Und Smaragd.

Aktualisiert:

Die Buchten in der Bretagne – ganz schön schön. Und abwechslungsreich obendrein!

„Ihr müsst ja jetzt ganz heilig sein!“ So und so ähnlich kommentierten liebe Daheimgebliebene den jüngsten Urlaub in der Bretagne, der im Juni in lauter Orte beginnend mit „Saint“ führte. Das mit der Heiligkeit müssen andere entscheiden, himmlisch war der Camping-Trip auf alle Fälle. Und lecker!

Heilig ging’s schon los – von unserem Zwischenübernachtungs-Ort Saint-Aubin-sur-Mer an der Alabasterküste der Normandie. Top-Stellplatz auf dem winzigen „Le camping du Grand Sable“ auf einer Klippe (22 Euro/Nacht). Achtung! Wir waren nicht in dem „großen“ Saint-Aubin-sur-Mer mit knapp 2200 Einwohnern bei Caen, sondern im „kleinen“ (216 Einwohner) am Ärmelkanal bei Dieppe. Dies nur zur Orientierung. Diese Bucht war schon ’ne Wucht, allerdings hat die Küstenlandschaft rund um Saint-Jacut-de-la-Mer das noch getoppt.

Smaragdküste: Ein Juwel an der Nordküste der Bretagne

  1. Saint-Jacut-de-la-Mer: Bezaubernder Ort mit den typisch betronischen Steinhäuschen – ähnlich gebaut wie Reihenhäuser, um den Wind abzuhalten. Unbedingt bei „Les Z’ebs“ reinschauen: Eine fabelhafte Boutique, die ein Sammelsurium aus französischen Keramikartikeln, Klamotten, Handtaschen, Servietten und „Stehrümchen“ feilbietet. Den Mann kann man solange mit einem Kaltgetränk nebenan bei „Chez Rosalie“ auf der Sonnenterrasse „parken“. Gut essen lässt es sich im „La Guinguette“ mit tollem Blick aufs Wasser. Apropos Wasser: Man kann auf dem Littoral die Küste der kleinen Halbinsel, auf der Saint-Jacut liegt, entlangwandern. Bei den immer wieder atemberaubenden Ausblicken aufs Meer wird klar, warum dieser Küstenabschnitt Côtes d’Emeraud (Smaragdküste) heißt: Mehr Schattierungen von Türkis und Grün sind nur schwer möglich.
Bretagne von Sanit-Aubin-sur-Mer bis Erquy

Copyright: Stefanie Monien

Unterwegs auf dem Littoral von Saint-Jacut-de-la-Mer. Hinter jeder Biegung ein neuer Traum-Ausblick.

  1. Übernachten: Wir waren auf dem gemeindeeigenen Campingplatz „Municipal de la Manchette“ (22 Euro für zwei Personen/Hund/Strom/Kurtaxe).
  2. Erquy (Îlot Saint-Michel): Das Örtchen Erquy an der Smaragdküste soll Albert Uderzo als Vorbild für das „gallische Dorf“ aus den „Asterix“-Abenteuern gedient haben. Mit Wildschwein am Drehspieß ist hier weniger zu rechnen, dafür mit Jakobsmuscheln. Erquy ist sowas wie die Welthauptstadt der Coquille Saint Jacques – „Fischzeit“ ist von Oktober bis April. Ganzjährig aber gibt es in den Lokalen rund um das zauberhafte Cap d’Erquy die köstlichen Kammmuscheln. Und überall an den Stränden findet man ihre Schalen.
Bretagne von Sanit-Aubin-sur-Mer bis Erquy

Copyright: Stefanie Monien

Îlot Saint-Michel: Oben auf der Felseninsel thront die kleine Kapelle, die bei Ebbe fußläufig zu erreichen ist.

  1. Nicht verpassen: Neben dem Touristenmagnet Cap d’Erquy mit wunderbarem Weitblick ist ein Besuch auf der Gezeiteninsel Îlot Saint-Michel (der Mont-Saint-Michel in Mini) ein Muss. Der Weg geht vom Strand aus über große Steinbrocken und dann schroffe Felsen hinauf. Wer sich die kleine Kapelle, die hoch auf dem Felsen thront, anschauen möchte, muss unbedingt trittsicher sein! Oben angekommen entschädigt ein toller Rundumblick auf Buchten, Strände und Wälder für die Kraxelei. Und wer mag, kann gegen einen kleinen Obolus in der Kapelle eine Jakobsmuschel erstehen, ein Gebet/einen Wunsch draufschreiben und seitlich an die Kapellenmauer hängen. Statt Kerze, sozusagen. Wichtig: Unbedingt die Gezeiten im Blick behalten, Tidenkalender hängen z. B. an den Parkplätzen.
Bretagne von Sanit-Aubin-sur-Mer bis Erquy

Copyright: Stefanie Monien

Auf dem Weg vom Strand am Îlot Saint-Michel nach Sable d'Or Les Pins: Bei Ebbe lässt es sich auch direkt quer durch die Buchten laufen.

  1. Wandern: Nicht nur zur Kapelle lässt es sich wandern, auf dem alten Zöllnerweg GR34 kann man die komplette Bretagne einmal zu Fuß umrunden. Weil man selten genug Zeit (und Kondition) für diese mehr als 2000 Kilometer hat, empfiehlt es sich, Etappen auf dem Lieblings-Fernwanderweg der Franzosen zu gehen. Beispielsweise nach Sable d’Or Les Pins (heißt übersetzt: Goldstrand unter den Pinien). Außerhalb der Saison ist in diesem Badeort, der in den 20er Jahren entstand, erfrischend wenig los – wir hatten hier allerdings den einzigen Regenschauer des Urlaubs.
  2. Tipp: Im extravagant eingerichteten „La Potinière“ einkehren und Muscheln essen. Moules frites à la crème (15 Euro) oder die Luxusvariante: Jakobsmuscheln vom Grill mit allerlei Beilagen (25,50 Euro).
Bretagne von Sanit-Aubin-sur-Mer bis Erquy

Copyright: Stefanie Monien

Bon appetit! Jakobsmuscheln aus Erquy mit gegrillter Cantaloupe-Melone, Süßkartoffel-Püree und Gemüsepäckchen.

  1. Übernachten: In Erquy gibt es den „Camping Yelloh! Village Saint Pabu Plage“ direkt am breiten Sandstrand mit allerlei Sport- und Wellnessangeboten (nicht alle inklusive!) – für 60 Euro. Um die 10 Euro kostet der Aire de Camping-car Le Guen (spartanisch).
  2. Extra-Tipp: Auf der Rückreise unbedingt im pittoresken Piratennest Saint-Malo (noch ein Saint!) Station machen, von wo die Korsaren zu ihren Beutezügen aufbrachen. Duftende Mitbringsel gibt’s im Gewürzladen „Épices Roellinger“ (ja, etwas teuer, dafür aber ein tolles Einkaufserlebnis).

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  1. Das nervt: Naja, so richtig nervend war’s nicht, ist ja Camping. Aber dass wir überall auf Keile fahren mussten, war schon speziell.
  2. Das bleibt: Jakobsmuschelschalen-Deko (handgesammelt), stylische Tasche aus Saint-Jacut-de-la-Mer und schwarzer Karimundi-Pfeffer aus Saint-Malo.

Bretagne – so komme ich hin

Zu unserem Ausgangsort Saint-Aubin-sur-Mer fährt man vom Rheinland aus in rund sechs Stunden – je nachdem, ob mit Maut (über Amiens) oder ohne (an Arras vorbei). Von dort kann man wunderbar langsam die Küste entlangfahren und überall Halt machen, wo’s gefällt. Wir wollten eigentlich bis ins Finisterre, sind dann aber gemütlich im „vorderen Teil“ der Bretagne geblieben. Da war auch das Wetter besser!

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