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Schummel-Hochburg NRWNirgendwo wird bei der Führerscheinprüfung so oft betrogen

Betrugsversuche in der Fahrprüfung

Copyright: Sebastian Gollnow/dpa

In mehr als jedem dritten Fall kamen Gadgets wie etwa Mini-Kameras oder kleine Ohrhörer zum Einsatz. (Symbolbild)

Beim Führerschein-Betrug ist NRW die unrühmliche Nummer eins in Deutschland.

Ob mit winzigen Kopfhörern, versteckten Kameras oder sogar mit einem Stellvertreter – die Tricksereien für den „Lappen“ werden immer ausgefeilter. Nordrhein-Westfalen hat dabei die Nase vorn und belegt einen traurigen Spitzenplatz, wie der Tüv-Verband nun bekannt gab.

Ganze 1.378 Betrugsversuche wurden 2025 in unserem Bundesland aufgedeckt – das sind zehn Fälle mehr als im Jahr davor. Damit findet beinahe ein Drittel aller aufgedeckten Schummeleien bei der Fahrprüfung bundesweit hier bei uns statt. Schon 2024 hatte NRW die meisten Schummeleien gemeldet. Auf den Plätzen folgen Berlin mit 497 und Bayern mit 449 aufgedeckten Fällen.

Experten vermuten hohe Dunkelziffer

Fani Zaneta vom Tüv-Verband erklärte, die Schummeleien hätten sich nach einem kräftigen Zuwachs in den Jahren zuvor auf einem besorgniserregend hohen Level eingependelt, wie die dpa meldet. Zugleich wird eine massive Dunkelziffer vermutet, da viele Täuschungen gar nicht erst bemerkt werden.

Erschreckend ist: Der Tüv-Verband geht davon aus, dass inzwischen gut jeder zweite Schwindel (52 Prozent) von Profis organisiert wird. Laut Zaneta sind häufig weitere Personen involviert, die den Prüfling „technisch unterstützen, aus der Ferne Lösungen übermitteln oder sich als Fahrschüler ausgeben“. Um solche Betrugsmaschen durchzuziehen, braucht es spezielles technisches Know-how.

Von Hightech-Spionage bis zum Zettel im Ärmel

Bundesweit kamen bei etwa einem Drittel von den aufgeflogenen Betrügereien technische Geräte wie Kopfhörer oder Mini-Kameras zum Einsatz. Bei 44 Prozent der Vorfälle wurde aber noch ganz altmodisch mit einem Spickzettel gearbeitet.

Der Tüv-Verband stellt klar: „Organisierter Prüfungsbetrug ist kein Kavaliersdelikt“. Wer sich so den Lappen erschleicht, dem mangelt es an entscheidenden Kenntnissen für die Sicherheit auf der Straße. „Wer bei der theoretischen Fahrprüfung täuscht, bringt sich und andere in Gefahr.“

Forderung: Neun Monate Sperre für Betrüger

Der Verband verlangt daher ein härteres Durchgreifen gegen den organisierten Schwindel. Die zuständigen Behörden sollen auf jeden Fall den rechtlichen Spielraum komplett nutzen und eine Zwangspause von neun Monaten bis zum nächsten Prüfungstermin anordnen. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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