„Viel Nonsens“ Neue Omikron-Varianten aufgetaucht – Drosten muss sich nach Wochen zurückmelden

Nach wochenlanger Funkstille meldet sich der Virologe Christian Drosten (hier im Januar 2022) via Twitter zurück, um über die neuen Omikron-Subtypen aufzuklären.

Nach wochenlanger Funkstille meldet sich der Virologe Christian Drosten (hier im Januar 2022) via Twitter zurück, um über die neuen Omikron-Subtypen aufzuklären.

Wochenlang herrschte Funkstille bei dem Virologen Christian Drosten, nachdem die letzte reguläre Folge des NDR-Corona-Podcasts gesendet wurde. Jetzt meldet er sich zurück – und klärt über die neuen Omikron-Varianten auf.

Deutschland hat sich locker gemacht: Die Masken sind an den meisten Orten gefallen, in den Impfzentren passiert kaum noch etwas, die Schlangen an den Teststationen sind auch längst verschwunden.

Der Kurs scheint klar: Nach über zwei Jahren Corona-Pandemie soll der Sommer in diesem Jahr weitestgehend normal aussehen. Doch wie wird es danach aussehen?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte die Schwestervarianten von Omikron, BA.4 und BA.5, vor einigen Wochen als „besorgniserregend“ ein. Allerdings sind die recht neuen Omikron-Sublinien und Mischvarianten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bisher relativ selten oder gar nicht in Deutschland vertreten. Hierzulande herrscht weiterhin der Subtyp BA.2 vor. Das RKI gibt seinen Anteil an der Gesamtzahl der Infektionen derzeit mit mehr als 95 Prozent an.

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Corona: Virologe Christian Drosten über Omikron-Varianten

BA.2, BA.4, BA.5 – bei all den Varianten kann man schnell den Überblick verlieren. Virologe Christian Drosten hat sich daher auf Twitter nach wochenlanger Funkpause wieder zurückgemeldet, um über diese Typen aufzuklären.

„Nach dem vielen Nonsens, der hier in den vergangenen Wochen verbreitet wurde, möchte ich mal wieder ein paar Informationen zu SARS-CoV-2 geben“, so beginnt der Virologe der Berliner Charité seinen Post. Und erklärt weiter, dass er es für wahrscheinlich halte, dass es sich bei den neuen Schwestervarianten BA.4 und BA.5 um Immunescape-Varianten handele, da sie „zusätzlich zu Omikron im Spike eine L452R Mutation“ hätten.

Es gebe laut Drosten eine weitere F486V Mutation, „die ebenfalls mit Immunescape einhergehen dürfte“. Immunescape beschreibt das Umgehen der Immunabwehr des Körpers, die er etwa durch eine Impfung oder Infektion gebildet hat.

Corona: Virologe Drosten gibt Update über neue Omikron-Varianten

Drosten stellt weiter klar, dass BA.4 und BA.5 Omikron-Varianten mit einem eigenen Ursprung seien, also nicht von BA.1, dem in Deutschland vorherrschenden Subtyp BA.2 oder BA.3 abstamme.

Anschließend geht er auf die Situation in Südafrika ein, dort steigen die Fallzahlen mit den beiden Subtypen exponentiell an. Noch Anfang des Jahres hatten sie eher schleichend zugenommen. Drosten: „Wahrscheinlich hat die Variante einen Immun-Escape-Vorteil in einer Bevölkerung, in der es (wie in Südafrika) keine BA.2-Welle gab.“

Corona: Virologe Drosten erklärt, wie gefährlich Subtypen sind

Außerdem sei laut Drosten ein „Verlust von Übertragungsimmunität“ in Südafrika naheliegend. Die Omikron-Welle liegt in Südafrika schon weiter zurück als in anderen Ländern, die Variante wurde dort als Erstes nachgewiesen. „Bisher sieht man glücklicherweise keine Auswirkungen auf die Krankenhaus-Einweisungen in Südafrika“, so Drosten weiter, „aber das könnte sich in den kommenden zwei Wochen einstellen.“

Drosten geht anschließend auf eine weitere Variante ein: Die in den USA und Indien verbreitete BA.2.12.1-Variante. „Auch für diese Variante kann man wegen der L452-Mutation an eine Virulenzerhöhung denken.“ Gut möglich also, dass dieser Typ ansteckender ist als die bisherigen Mutationen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte ebenfalls vor dieser Entwicklung gewarnt.

Drosten dazu: „In besonders betroffenen Gegenden kommt es derzeit schon zu Zunahmen der Krankenhausaufnahmen, allerdings ist die Gesamtzahl weiter beruhigend niedrig.“ Man müsse, so sein Fazit, „die Situation weiter beobachten“. (mg)

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