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Corona-Impfung und ab zum Enkel? Tipps fürs erste Treffen, wenn der Impfschutz steht

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Viele Großeltern warten sehnsüchtig darauf, geimpft zu werden, um dann ihre Enkel wiederzusehen. Doch das will gut vorbereitet sein. 

Köln – „Ob mein Enkelchen mich überhaupt noch erkennt, wenn wir uns nach dem Lockdown wiedersehen?“ Diese bange Frage stellen sich derzeit viele Großeltern. Wie man in der Pandemie bis zur Impfung am besten in Kontakt bleibt – und sich auf die ersten Treffen vorbereitet, erklärt Pädagogin Dr. Eliane Retz.

  • Viele Senioren haben ihre Enkel so lange nicht mehr gesehen 
  • Haben sich die Kleinen von den Großeltern entfremdet?
  • Wie sinnvoll sind Videokonferenzen mit Kleinkindern?

Corona-Lockdown: Haben sich die Enkel entfremdet?

Ist ja verständlich. Oma und Opa freuen sich seit langem darauf, endlich wieder die Enkel zu sehen. Doch was sie oft nicht bedenken: Für die Kleinen sind sie nach der langen Lockdown-Zeit nun mal eher Unbekannte. „Mit älteren Kindern, auch Vorschulkindern, haben sie ja eine Beziehung aufgebaut, aber gerade bei Säuglingen und Kleinkindern sollte man nicht gekränkt sein, wenn das Kind sich nicht auf den Arm nehmen lassen will.“

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Dr. Eliane Retz ist Pädagogin und Co-Autorin des neuen Ratgebers „Wild Child“ (Piper, 17 Euro).

Ihr Tipp: Am besten auf Augenhöhe vorsichtig und behutsam Kontakt aufnehmen und dabei eine abwartende Haltung einnehmen.

Machen Videokonferenzen via Facetime oder Zoom Sinn? Viele Großeltern sind ja stolz, wenn sie die moderne Technik beherrschen, aber Kleinkinder „überfordert die Reizüberflutung“. Bei Vorschulkindern sieht das anders aus. Dr. Retz empfiehlt vor allem, regelmäßig Briefe zu schreiben und kleine Fotoalben zu schicken, die einen bei der Arbeit im Garten zeigen, beim Kuchenbacken und Co.

Und wenn die Großeltern endlich geimpft sind? Dann steht einem Treffen eigentlich nichts im Weg. Viele Eltern sind natürlich glücklich, endlich mal wieder entlastet zu werden, haben die Betreuungstage womöglich längst aufgebraucht. Doch die Pädagogin warnt: „Man sollte jetzt bitte keine Verfügbarkeit rund um die Uhr erwarten.“ Flexibilität auf beiden Seiten sei die beste Basis für ein schönes Miteinander, denn dass der Kontakt zu den Großeltern eine Bereicherung für die Enkel sei, stehe außer Frage. „Sie hören geduldig zu, beantworten Fragen, bringen vielleicht eine ganz andere Sichtweise auf Dinge ein, was auch gut und wichtig sei.

Was aber tun, wenn Erziehungsvorstellungen komplett auseinanderdriften? Dr. Retz: „Generationenkonflikte wird es immer geben. Erziehungsideale sind im stetigen Wandel, dessen sollte man sich bewusst sein. Gerade Mütter fühlen sich von den eigenen Müttern oft bevormundet, umgekehrt fühlen sich insbesondere Großmütter schnell angegriffen – und reagieren auf Schuldzuweisungen mit einem »Dann haben wir früher wohl alles falsch gemacht«.“ Deshalb solle man im Vorfeld genau besprechen, welche Dinge einem wirklich wichtig seien, z. B., dass der Nachwuchs: zu einer verlässlichen Uhrzeit schlafen sollte. „Man muss nicht kopieren, was zuhause gemacht wird – Oma und Opa dürfen verwöhnen – aber feste Rituale geben den Kindern Halt, wenn sie nach langer Zeit mal wieder bei den Großeltern übernachten dürfen.“

Wie reagieren, wenn der Nachwuchs, der in der Pandemie ganz auf die Eltern fixiert war, bei der Verabschiedung schreit und weint? Da müsse man unterscheiden, erklärt die Erziehungsexpertin. „Entscheidend ist immer, dass sich das Kind rasch bei Oma oder Opa auf dem Arm beruhigt und dann gut ins Spiel finden kann. Gelingt dies nicht, dann sollten Großeltern unbedingt den Mut haben, die Eltern anzurufen.“ Ihr Tipp: Manchmal ist es für Kinder einfacher, sich selbst aktiv von den Eltern zu verabschieden und mit Oma und Opa auf den Spielplatz zu gehen.