330 Filialen betroffen Edeka lässt Discounter-Märkte verschwinden

Kunde geht in einer Filiale von Edeka Richtung Kasse. Symbolbild für Edeka schluckt NP Discounter.

Edeka muss wirtschaftlich denken: Nun sollen die NP-Märkte (sie verkaufen Edeka-Produkte in Norddeutschland) nach und nach verschwinden. Unser Bild entstand im März 2020 in Stuttgart.

Knallhart: 330 NP-Märkte will Edeka verschwinden lassen. Die Discounter-Filialen aus Norddeutschland sollen aber nicht komplett geschlossen werden. Betroffen sind Tausende Mitarbeiter.

Minden. Für die NP-Märke hat wohl das letzte Stündlein geschlagen: In Norddeutschland gehören die kleinen Filialen des Discounters NP zum Stadtbild. Doch damit ist schon bald Schluss. Die Discounter-Marke aus dem ostwestfälischen Minden, die im Jahr 1973 gegründet wurde, soll nach und nach verschwinden. Doch weshalb ist Edeka so knallhart?

Edeka lässt NP-Märkte verschwinden: Konzentration auf Netto-Filialen

Als Grund gibt der Mutterkonzern Edeka mit Sitz in Minden an, sich künftig noch stärker auf die Eigenmarke und die Netto-Discounter konzentrieren zu wollen. Das berichtete jetzt das Technikmagazin „Chip“. Bis zum Jahr 2026 will das Unternehmen Minden-Hannover die NP-Märkte mit seinen 6000 Mitarbeitern demnach neu aufstellen und die 330 Läden umbenennen. Edeka will also (wie jedes Unternehmen) wirtschaftlich und konkurrenzfähig bleiben.

Die NP-Märkte (eine Abkürzung für Niedrig Preis) werden besonders von Kunden in Norddeutschland geschätzt – trotz des recht kleinen Sortiments. Das besteht hauptsächlich aus den Edeka-No-Name-Marke „gut und günstig“ sowie Edeka Bio und Edeka Zuhause. Auch einige wenige Marken-Produkte werden geführt.

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Edeka macht NP dicht: Kleine können mit Lidl und Aldi nicht mithalten

Wie „Chip“ mit Verweis auf ein Interview von Vertriebsgeschäftsführer Bernhard Berger in der „Lebensmittel Zeitung“ (Bezahl-Inhalt) berichtet, soll NP nach und nach verschwinden.

In Süddeutschland hatte Edeka bereits seine 160 „Treff 3000“-Filialen in Netto-Discounter umgewandelt. Hintergrund der Umwandlungen ist laut des Berichts von „Chip“, dass die Kleinmarken mit den Preisangeboten der Konkurrenten wie Lidl und Aldi nicht mithalten können.

Edeka hatte bereits einige Märkte von NP in Edeka umbenannt. Die Folge: Durch ein breiteres Sortiment und eine neue Optik konnte der Umsatz gesteigert werden.

Neben Edeka wird auch der Konsum Leipzig mit einsteigen. Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, will das Unternehmen ab diesem Jahr Edeka-Märkte betreiben. Dies gehe auf eine Kooperation mit dem Hauptlieferanten Edeka Minden-Hannover zurück, sagte Vorstand Michael Faupel.

Konsum Leipzig übernimmt NP-Filialen und betreibt sie unter Edeka

Konsum Leipzig wolle mit einer Tochtergesellschaft in den nächsten fünf bis sechs Jahren ungefähr zehn bisherige NP-Märkte im südlichen Sachsen-Anhalt übernehmen und unter der Marke Edeka betreiben. Organisatorisch und personell sei dies vom Konsum-Geschäft komplett getrennt, sagte Co-Vorstand Dirk Thärichen.

Der Konsum Leipzig hat - wie der gesamte Lebensmitteleinzelhandel - von der Corona-Krise profitiert und bei Umsatz und Überschuss deutlich zugelegt. Wie das Unternehmen am 2. Juni 2021 mitteilte, stieg der Umsatz 2020 um 14,3 Prozent auf 158,5 Millionen Euro (2019: 138,7 Mio Euro). Damit liege das genossenschaftliche Unternehmen noch über dem Niveau der Branche, die im Schnitt um 11 Prozent zugelegt habe, sagte Vorstand Michael Faupel.

Neben dem Namen soll sich auch beim Sortiment einiges ändern. So berichtet „Chip“, dass an den Bedientheken in den Märkten der Fokus ausschließlich auf Wurst und Käse richten. Frischfleisch soll es demnach nur noch verpackt angeboten werden. (susa mit dpa)

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