ZDF-Moderatorin Maybrit Illner hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zum Interview getroffen. Dort sprach der Politiker nicht nur über die Bedeutung Deutschlands für die Ukraine, sondern auch über die Auswirkungen, die der Iran-Krieg auf sein Land hat.
Wolodymyr Selenskyj warnt im Interview mit Maybrit Illner„Schlimmer geht es nicht mehr!“

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Wolodymyr Selenskyj hat im Interview mit Maybrit Illner über die Lage in der Ukraine und seine Zukunft als Präsident gesprochen. (Bild: 2026 Getty Images/WPA Pool)
Am Dienstag, 14. April, fanden in Berlin die deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen statt. Im Anschluss daran traf sich ZDF-Moderatorin Maybrit Illner mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zum Gespräch. Dort äußerte sich der Politiker erneut höchst alarmiert über die aktuelle Lage in der Ukraine.
Doch zunächst ging es um das Verhältnis zwischen Deutschland und der Ukraine. Selenskyj betonte, dass die Bundesrepublik der größte europäische und „wichtigste strategische Partner der Ukraine“ sei. Illner hakte daraufhin weiter nach: „Wichtiger als die USA?“ Der Präsident erklärte dazu: „Um ehrlich zu sein, macht Deutschland tatsächlich mehr als alle anderen. Die Amerikaner finanzieren unseren Kampf nicht. Ich möchte USA und Deutschland nicht vergleichen, aber Deutschland hilft mehr heute.“
Laut Selenskyj liege dies auch an dem Konflikt im Iran. Angesichts des dort andauernden Krieges beschäftigten sich die USA mehr mit dem Iran, als mit der Situation in der Ukraine. So seien die beiden US-Verhandler Jared Kushner und Steve Witkoff laut Selenskyj „ständig in Kontakt mit Iran und haben keine Zeit für die Ukraine“.
Wolodymyr Selenskyj: „Diese Arbeit hat mich meiner Familie genommen“

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ZDF-Moderatorin Maybrit Illner hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zum Interview getroffen. (Bild: ZDF/ Christian Schoppe)
Dabei habe der Krieg im Iran nicht nur verheerende Auswirkungen auf die dortigen Regionen, sondern auch auf die Lage in der Ukraine. Präsident Selenskyj mahnte: „Wenn der Krieg länger dauert, wird es weniger Waffen für die Ukraine geben.“ Mit Blick auf das Patriot-Abwehrsystem betonte er: „Wir haben so ein Defizit gerade, schlimmer geht es nicht mehr.“
Man sei zudem bereit, bei der Sperrung der Straße von Hormus zu helfen, versicherte der Politiker, jedoch habe „Amerika uns noch nicht gefragt“.
Maybrit Illner wollte von Wolodymyr Selenskyj weiterhin wissen, ob er sich vorstellen könnte, nach dem Krieg weiter in seinem Amt als Präsident zu bleiben. Der 48-Jährige hielt sich bedeckt, betonte, dass er dies aktuell nicht wissen und die Arbeit als Präsident keine einfache sei. Zudem wolle er in eine derartige Entscheidung auch seine Familie miteinbeziehen. Selenskyj weiß: „Diese Arbeit hat mich meiner Familie genommen. Das muss ich mit meiner Frau und mit meinen Kindern besprechen.“
Das gesamte Interview ist auf ZDFheute.de abrufbar, Teile des Interviews werden außerdem in der Sendung „maybrit illner“ am Donnerstag, 16. April, um 22.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt. (tsch)
