Multitalent Ina Paule Klink Warum ihr Name weltweit einzigartig ist

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Ina Paule Klink, hier bei der Berlinale 2018, hat sich den Namen Paule (war eigentlich für einen Jungen gedacht) sogar im Ausweis eintragen lassen. Darauf ist sie sehr stolz.

Köln – Sie ist jetzt mal vom Hof: Ina Paule Klink (40), die genau die Hälfte ihres Lebens in der ZDF-Erfolgsserie „Wilsberg“ für frischen Wind sorgte, hat da Schluss gemacht: Kürzlich hat die Lebensgefährtin von Regisseur Roland Suso Richter (59) in Münster (da spielt die Reihe) und in Köln (da wird der größte Teil gedreht) ihre letzten Drehtage hinter sich gebracht. Doch sie bleibt uns erhalten: Sie hat eine der Hauptrolle im ARD- „Zürich-Krimi“ und ihr erstes Album – „Paule“ – veröffentlicht.

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Ina Paule Klink im Kölner Savoy-Hotel beim Interview mit EXPRESS-Reporter Horst Stellmacher

Nach 20 Jahren ist jetzt Schluss mit Alex in „Wilsberg“. Wie war’s am letzten Drehtag?
Ina Paule Klink:
Unbeschreiblich! Meine Maskenbildnerin hatte mich extra mit wasserfester Wimperntusche vorgesorgt und Kleenex-Tücher zugesteckt. Natürlich hatte ich ganz schön feuchte Augen. Ich bin ja 20 Jahre lang jedes Jahr zu »Wilsberg« ins Rheinland gefahren, unsere jährlichen Drehs waren immer Familienfeste. Das ist jetzt vorbei – und fühlt sich an wie eine private Trennung.

Was werden Sie vermissen, wenn Sie nicht mehr so oft im Rheinland drehen?
Ich denke, vor allem die Kölner und ihre tolle Art. Wenn die Berliner nicht so ruppig wären, würden sie Kölner sein.

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Wie oft haben Sie Ihren Ausstieg schon bereut?
Die Entscheidung fühlt sich immer noch richtig an. Ich war 20 Jahre dabei, die Hälfte meiner bisherigen Lebenszeit. Mir blieb immer weniger Zeit für andere Dinge, denn aufgrund des Erfolgs wurden es immer mehr Filme, zum Schluss waren es fünf. Dazu kam der „Zürich-Krimi“…

... in dem Sie an der Seite von Christian Kohlund die Anwältin Dominique Kuster spielen, und von dem auch zwei bis drei Folgen pro Jahr entstehen...
…es war fast nur noch eine Rumreiserei – vom einen Format zum anderen. Ich hatte das Gefühl, dass ich mein Leben nur noch in Bahnen und Autos verbringe. Ich bin jetzt 40 und da am Punkt, an dem ich die Karten noch mal neu mischen möchte. Ich möchte rausfinden, wo die ganzen Abenteuer sind.

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Beim Jubiläum 25 Jahre Wilsberg war Ina Paule Klink (l.) natürlich mit dabei – inzwischen hat sie die letzten Drehtage hinter sich... (v.l. Oliver Korittke, Leonard Lansink, Rita Russek und Roland Jankowsky)

Hätten Sie eigentlich die Rolle angenommen, wenn Sie gewusst hätten, dass Sie 20 Jahre dabei bleiben?
Hätte ich wahrscheinlich. Ich bin Steinbock, totaler Sicherheitsmensch, brauche immer Planung. Aber ich hätte nie erwartet, dass es eine so lange Zeit wird. Damals wurde man noch von den Kollegen gewarnt: „Du willst in einer TV-Reihe mitspielen? Bloß nicht. So einen Scheiß macht man nicht!“ Nach ein paar Jahren haben sie mich allerdings gefragt, ob ich ihnen nicht einen Draht zu „Wilsberg“ legen kann.

Jetzt haben Sie mehr Zeit für die Musik. Warum wollen Sie das eigentlich – gibt es nicht schon genug singende Schauspieler?
Ich habe schon vor „Wilsberg“ Musik gemacht und unter dem Namen Paule drei Singles veröffentlicht, und ich war damit auf Tour. Das ging dann nicht mehr und soll wieder besser werden. Ich möchte mit dem neuen Album vor die Leute und ihnen meine Geschichten erzählen.

Das Album heißt – wie Sie – „Paule“. Klingt sehr persönlich. Geben Sie da wirklich über sich selbst Auskunft?
Ich bin überall zu erkennen, wer die Songs hört, weiß, wie ich ticke. Ich benutze die Songschreiberei, um Dinge zu verarbeiten, die ich selbst erlebt habe. Meine Platte ist meine Therapie.

Was ist Ihr persönliches Lieblingslied?
„Engel auf Erden“, das Lied, das ich für meine Oma geschrieben habe. Meine Oma war für alles verantwortlich, was ich jetzt machen darf. Ich habe das Gefühl, dass sie auch heute noch mega auf mich aufpasst, wo immer sie jetzt ist. Ich war als Kind wahnsinnig oft bei ihr und habe viele Dinge von ihr angenommen. Ihr verdanke ich z. B. mein geheimes Lieblingsessen – Quark, Leinöl und dazu eine Tasse Kamillentee. Ihre Lieblingsmahlzeit ist auch meine geworden. Und wenn ich mich im Spiegel anschaue, bemerke ich, dass ich ihre Waden geerbt habe. Das finde ich sehr gut – es waren die schönsten Waden, die man haben kann.

Schauspielerin oder Sängerin – welcher Wunsch war zuerst da?
Die Musik war zuerst da. Ich habe mich schon im Kindergarten einfach auf den Tisch gestellt und losgesungen. Und ich habe da auch schon durch meine Mama sehr viele Künstler kennengelernt. So saß ich als kleines Kind auf dem Schoß der legendären Ost-Rock-Sängerin Tamara Danz, und wir haben zusammen geträllert. Ab da träumte ich davon, Popstar zu werden. Mit 13 hatte ich meinen ersten Plattenvertrag – und erst ein Jahr später kam die Schauspielerei dazu.

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Als Anwältin Dominique Kuster (hier mit Christian Kohlund) ist Ina Paule Klink im „Zürich-Krimi“  zu sehen.

Welche Poster hingen in Ihrem Kinderzimmer?
Es war mit Michael Jackson tapeziert, er hing en masse an den Wänden.

Warum haben Sie immer Deutsch gesungen?
Weil ich mir englischsprachige Texte nicht merken konnte, obwohl ich sonst ein fotografisches Gedächtnis habe. Ich habe dann entdeckt, wie großartig die deutsche Sprache zum Singen ist, selbst wenn die Worte im ersten Moment hart klingen. Doch wir haben ein viel größeres Spektrum an Beschreibungen und Bildern als andere.

Woher haben Sie eigentlich Ihren Vornamen Paule?
Es war der Klassiker: Die Eltern haben gedacht, dass ein Junge kommt – aber dann kam ich. Weil ihnen Paule so gut gefiel, haben sie mich weiter so genannt. Ich habe mir den Namen später eintragen lassen und bin so die einzige eingetragene Paule der Welt. Es gibt zwar einige Paulines oder Paulas, die Paule genannt werden, aber das sind immer nur Spitznamen.

Wir haben kürzlich 30 Jahre deutsche Einheit gefeiert. Sie sind in der Ex-DDR groß geworden. Wie denken Sie an die wilde Wendezeit Anfang der 90er Jahre zurück?

Es ist ein Teil unserer Geschichte, ich sehe es als Privileg, dass ich zwei Gesellschaften erleben durfte. Es war eine turbulente Zeit, auch für Kinder wie mich. Ich war alt genug, um zu bemerken, dass wir gerade was ganz Großes erleben. Das war damals ein wichtiger Teil meines Lebens.

Merken Sie heute noch, ob jemand aus dem Gebiet der Ex-BRD oder dem der Ex-DDR kommt?
Bei meiner Generation merke ich es, bei den Jüngeren wird es weniger. Aber ich erkenne noch, ob jemand in West- oder in Ost-Berlin geboren und groß geworden ist, und das zu allererst am Dialekt. Und immer noch bemerke ich, dass der Ostberliner etwas nöliger, der Westberliner etwas charmanter ist. Aber auch das gleicht sich an – hoffentlich in Richtung Charme.

Ina Paule Klink: Im Duett mit Bela B.

Ina Paule Klink wurde am 23. Dezember 1979 in Zossen geboren. Nach einer Ausbildung in Gesang, Jazz- und klassischem Tanz brachte sie 1999 und 2002 drei Singles heraus. 2006 war sie Keyboarderin, Background- und Duettsängerin von Bela B. in der Band „Los Helmstedt“. 2012 hörte man sie mit Bela B. im Song „Bettmagnet“ auf dem Ärzte-Album „auch“.

Von 2000 bis 2020 spielte sie in der Serie „Wílsberg“ als dessen Patentochter Alex Holtkamp. Seit 2016 ist sie bei „Der Zürich-Krimi“. Sie ist mit Regisseur Roland Suso Richter liiert und lebt in Berlin.

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