Bei „Maybrit Illner“ kam es zuletzt zu einem Eklat um Antisemitismus-Vorwürfe in Richtung der Berliner Linken. Eine Talkshow-Aussage von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat nun ein juristisches Nachspiel.
Wegen dieser Szene bei „Maybrit Illner“Linken-Wahlsiegerin Eralp zeigt Innenminister Dobrindt an
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Es war ein hitziges Wortduell, bei dem Argumente bisweilen im Geschrei der Protagonisten untergingen.
Am Donnerstag vergangener Woche (24. September) lud Maybrit Illner in ihrem ZDF-Talk zu einer Debatte unter der Überschrift „Zumutungen abgewählt - Wettlauf um Gerechtigkeit?“.
Talkshow-Eklat hat juristisches Nachspiel
Zwischen Heidi Reichinnek, der Linken-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) kam es dabei zum Eklat, der nun ein juristisches Nachspiel hat. Die Berliner Linkenpolitikerin Elif Eralp hat Strafanzeige gegen Dobrindt gestellt. Der Vorwurf laut Anzeige: üble Nachrede und Beleidigung.
Auslöser des folgenreichen Talkshow-Eklats war ein Versprecher von Maybrit Illner. Die Moderatorin wollte im erhitzten Schlagabtausch schlichten und sagte über die Siegerin der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus: „Elif Eralp sagt ... sie ist Antisemitin... sie ist keine Antisemitin.“ Darauf entfuhr Dobrindt ein „Na doch“.
Reichinnek ging den Innenminister daraufhin massiv an: „Das ist wirklich widerlich, Elif Eralp als Antisemitin zu bezeichnen“, empörte sie sich in Richtung von Dobrindt und verteidigte damit ihre Berliner Parteikollegin. „Ich finde das wirklich eine Schande, wie Sie hier gerade mit der zukünftigen Bürgermeisterin umgehen.“
Zuvor hatte Heidi Reichinnek bei „Maybrit Illner“ bekräftigt: „Wir als Linke distanzieren uns sowohl von Antisemitismus als auch von organisierter Kriminalität.“ Sie werde es nicht zulassen, „dass meiner Partei pauschal Antisemitismus vorgeworfen wird“, wenn sie für Gaza und die Rechte der Palästinenser einstehe. „Wir stehen an der Seite Israels genauso wie an der Seite Palästinas.“

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Elif Eralp hat als Linken-Spitzenkandidatin die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2026 gewonnen. (Bild: 2026 Getty Images/Maryam Majd)
Alexander Dobrindt wollte das so nicht stehen lassen und verwies auf kontroverse Linken-Gäste im Wahlkampf und bei einer Party am Wahlabend. „Antisemitismus ist in Ihrer Partei weit verbreitet“, entgegnete der CSU-Politiker. „Organisierte Kriminalität unterstützt Ihre Partei. Wieso eigentlich? Sagen Sie mal!“
Nach Angaben ihres Anwalts Jasper Prigge haben Elif Eralp und der Berliner Landesverband Strafanzeige gegen Dobrindt gestellt. Dobrindt habe sich Illners Versprecher zu eigen gemacht und damit eine falsche Tatsachenbehauptung verbreitet. Dies erfülle den Tatbestand der üblen Nachrede und Beleidigung. Zugleich sei die Bezeichnung als Antisemitin „in erheblichem Maße ehrabträglich“. (tsch)
