Unheilvolle DoppelgängerDas sind die Streaming-Tipps der Woche

Soma (Lisa-Marie Koroll) und Ben Sandmann (Max Riemelt) machen in „Die Düsteren“ Bekanntschaft mit einer Reihe von Doppelgängern.  (Bild: ZDF/Maximilian König/[M] Serviceplan)

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Soma (Lisa-Marie Koroll) und Ben Sandmann (Max Riemelt) machen in „Die Düsteren“ Bekanntschaft mit einer Reihe von Doppelgängern. (Bild: ZDF/Maximilian König/[M] Serviceplan)

In „Die Düsteren“ auf zdf.de wird eine Nordseeinsel von fiesen Doppelgängern bedroht, während Netflix eine Neuverfilmung von „Jenseits von Eden“ veröffentlicht. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche noch bereithält, verrät die Übersicht.

Was wäre gewesen, hätte man an einem bestimmten Punkt im Leben anders gehandelt? Und was wäre, wenn man zurückkehren und sein Leben noch einmal neu, anders leben könnte? Die Drehbuchautoren Jan Martin Scharf und Arne Nolting haben in der ZDF-Serie „Die Düsteren“ eine ziemlich gruselige Vorstellung davon. Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.

„Die Düsteren“ - ZDF.de

Cathy (Florence Pugh) ist nur auf ihr eigenes Wohl fixiert. (Bild: Netflix / Geoffrey Short)

Copyright: Netflix / Geoffrey Short

Cathy (Florence Pugh) ist nur auf ihr eigenes Wohl fixiert. (Bild: Netflix / Geoffrey Short)

Der sechsteilige Mystery-Thriller „Die Düsteren“ (ab Samstag, 3. Oktober, im ZDF-Streamingportal) könnte auch „Die Doppelgänger“ heißen, doch das klänge natürlich weitaus weniger mysteriös und bedrohlich, und genau das ist das „ZDFneoriginal“, das Regisseurin Lea Becker inszenierte und Karl Kürten eindrucksvoll visualisierte. Denn hier tauchen plötzlich die Versionen von Menschen auf, die sie gewesen wären, hätten sie sich damals für den falschen Weg entschieden. Als Doppelgänger kommen sie auf der Nordseeinsel Kaltenoog aus dem Watt gekrochen.

Auslöser der mysteriösen Geschehnisse scheint die elternlose Soma (Lisa-Marie Koroll, bekannt geworden als Tina in der „Bibi und Tina“-Reihe) zu sein, die es auf der Suche nach ihrer Herkunft auf die Insel verschlägt. Kaum ist die junge Frau mit ihren Freunden Paula (Melodie Simina) und Flynt (Ivo Kortlang) auf Kaltenoog angekommen, fallen tote Möwen vom Himmel wie dereinst die biblischen Frösche in „Magnolia“. Ein Omen?

Eine Bleibe finden die Freunde auf dem Campingplatz, den Kathrin Sandmann (Mona Pirzad) mit ihrem Mann Ben betreibt. Ben wird von Max Riemelt gespielt, der durch die viel zu wenig beachtete Serie „Sense8“ bereits einiges gewöhnt ist, was Zeit-, Raum- und Körper-überschreitende Phänomene angeht. Aber wie ist das möglich, Ben und Kathrin zusammen auf dem Campingplatz? Zu Beginn der Auftaktfolge konnte man nämlich sehen, wie Ben seine Frau mit einem anderen erwischte, im wörtlichen Sinne aus der Haut fuhr und beide im Wutrausch erschlug. War das etwa eine andere Version von ihm? Jene, die Soma wenig später aus dem Watt kommen sieht?

Paranormale Geschehnisse, Visionen, Albträume oder alternativen Realitäten: egal ,was es am Ende auch sein mag, es ist, nicht zuletzt auch großartig inszeniert. Was hier computertechnisch hingestellt wurde, muss den Vergleich mit großen internationalen Produktionen nicht scheuen. Wobei „Die Düsteren“ selbst eine internationale Koproduktion ist. Dahinter steckt New8, der Zusammenschluss von acht europäischen öffentlich-rechtlichen Sendern, der schon so einige hochwertige Serien hervorbrachte, darunter „Push“ und „This Is Not a Murder Mystery“.

„East of Eden“ - Netflix

Jackie Price (Catherine Zeta-Jones) weiß sich selbst zu verteidigen.  (Bild: Fremantle and Steel Springs Pictures 2026)

Copyright: Fremantle and Steel Springs Pictures 2026

Jackie Price (Catherine Zeta-Jones) weiß sich selbst zu verteidigen. (Bild: Fremantle and Steel Springs Pictures 2026)

1955 schaffte James Dean in „Jenseits von Eden“ seinen Durchbruch. Posthum war der im selben Jahr bei einem Autounfall verstorbene Schauspieler sogar für einen Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert. Nun wird der Roman des Literatur-Nobelpreisträgers John Steinbeck von Netflix als Serie unter dem Titel „East of Eden“ (ab Donnerstag, 1. Oktober) neu aufgesetzt.

In der Hauptrolle als durchtriebene Cathy Ames ist Marvel-Star Florence Pugh zu sehen: Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem reichen Farmer Adam Trask (Christopher Abbott), zieht sie Anfang des 20. Jahrhunderts nach Kalifornien. Dessen Bruder Charles (Mike Faist) hatte ihn immer vor einer Verbindung mit der selbstverliebten Frau gewarnt. Doch vergebens. Kurz nach der Geburt von Zwillingen, schießt Cathy ihren Ehemann an und flüchtet. Die Söhne, Caleb (Joseph Zada) und Aron (Joe Anders), wachsen fortan allein beim Vater auf, der Unterstützung vom Koch Lee (Hoon Lee) und von seinem Nachbarn Samuel Hamilton (Ciarán Hinds) erhält. Doch eines Tages beschließt Cathy dann doch, zu ihrer Familie zurückzukehren ...

„Kill Jackie“ - Prime Video

Mit der neuen Chefin Ronja (Friederike Kempter) weht frischer Wind im Bürgeramt Berlin-Tiergarten-Mitte-West. (Bild: ZDF / Sofia Velasquez)

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Mit der neuen Chefin Ronja (Friederike Kempter) weht frischer Wind im Bürgeramt Berlin-Tiergarten-Mitte-West. (Bild: ZDF / Sofia Velasquez)

Luxus gehört für Jackie Price (Catherine Zeta-Jones) dazu. Seit 20 Jahren dealt sie weltweit mit Kunstwerken, am besten ohne Verluste durch Steuerzahlungen. Als sie in „Kill Jackie“ (acht Episoden, ab Freitag, 2. Oktober, Prime Video) jedoch ihre Vergangenheit als Drogenschmugglerin einholt, bekommt sie es mit den „Seven Demons“, einer Gruppe furchteinflößender Auftragskiller, zu tun. Um sich zu retten, fasst Jackie einen gefährlichen Plan: Sie will die sieben Killer selbst, einen nach dem anderen, ausschalten, ehe diese ihr zuvorkommen und Jackie töten. Doch je länger die Jagd dauert, umso mehr Dämonen entdeckt Jackie in sich selbst.

Die Dreharbeiten zu „Kill Jackie“ fanden in Bilbao, Lissabon, London und im walisischen Swansea statt. Regie führte Damon Thomas, der unter anderem bereits neun Episoden der hochspannenden Thrillerserie „Killing Eve“ realisiert hatte. Das Drehbuch stammt von Tom Butterworth und Conor Keane.

„Nine To Five - Das Amt“ - ZDF.de

Im Bürgeramt Berlin-Tiergarten-Mitte-West herrscht Durcheinander, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind größtenteils mehr mit sich selbst als mit ihrer Arbeit beschäftigt, und das Geld fehlt sowieso. Die neue Chefin Ronja Keller (Friederike Kempter) - in korrekter Beamtensprache: Fachbereichsleiterin - kommt aus der Privatwirtschaft und soll zumindest eine Abteilung wieder auf Vordermann bringen. Aber die Wege im Amt sind festgefahren, und Ronja ist dazu auch „eine katastrophale Chefin“, wie es die Schauspielerin selbst ausdrückt. In der neuen Comedyserie „Nine to Five - Das Amt“ (acht Folgen ab Freitag, 2. Oktober, um 10 Uhr, auf zdf.de) wird es fortan nur noch chaotischer.

Denn zum Einstand soll Ronja gleich jemanden aus der Abteilung schmeißen - in Beamtensprache: abordnen. Aber bloß nicht die Schwägerin von Amtsleiter Schulenberg (Jan Henrik Stahlberg)! Die unliebsame Aufgabe überträgt Ronja an die fleißige Conny Beckmann (Lisa Hrdina), fliegt damit jedoch schnell auf.

Der Rest der Abteilung hegt deswegen aber keinen Groll gegen Ronja, man hat sowieso anderes im Kopf. Die dienstälteste Doris Köhler (Kathrin Angerer) verbringt ihre Zeit am liebsten mit Lästern und Rauchen, die taffe Personalrätin Gisela Horn (Petra Hartung) macht Dienst nach Vorschrift, und Melissa Seibel (Anna Herrmann), die Jüngste im Team, hat so gar keine Lust auf die Arbeit. Orkan Günes (Yasin El Harrouk) ist eigentlich ein guter Mitarbeiter, denkt aber vor allem daran, wie er bei seiner Lieblingskollegin und Freundin Dilara Kaya (Roxana Samadi) landen kann. Die hat in dem Chaos wiederum ganz andere Sorgen und versucht nur, nicht durchzudrehen. Indes will Jan (Fridolin Sandmeyer) am liebsten gar nichts mit den anderen Leuten im Großraumbüro zu tun haben ...

Im Stil von „The Office“ oder „Stromberg“ zeigt die Comedyserie in acht Folgen: Auf dem Amt ist es tatsächlich „gar nicht so öde und langweilig, wie alle immer sagen“, sondern ziemlich lustig. Ein Großteil der Szenen und alle Dialoge sind vom Cast improvisiert, der die komische Absurdität des Amtsalltags und all die damit verbundenen Klischees gekonnt auf die Spitze treibt. (tsch)