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Überraschendes AusLetztes Frauenmagazin im deutschen Fernsehen wird eingestellt

Nach 30 Jahren stellt der WDR sein Frauenmagazin „Frau tv“ ein. (Bild: WDR / Annika Graeff )

Copyright: WDR / Annika Graeff

Nach 30 Jahren stellt der WDR sein Frauenmagazin „Frau tv“ ein. (Bild: WDR / Annika Graeff )

Fast 30 Jahre lang gehörte „Frau tv“ zum WDR-Programm. Nun ist überraschend Schluss. Der Sender zieht wegen sinkender Quoten den Stecker - und setzt stattdessen auf digitale Formate.

Eigentlich hätte „Frau tv“ 2027 seinen 30. Geburtstag gefeiert. Doch daraus wird nichts. Der WDR beendet das Format vor dem Jubiläum - und nennt dafür vor allem die zuletzt deutlich gesunkenen Zuschauerzahlen. 1997 ging „Frau tv“ erstmals auf Sendung. Zuletzt führten Lisa Ortgies und Sabine Heinrich im Wechsel durch das Magazin. Trotz inhaltlicher Weiterentwicklung habe sich das klassische Fernsehformat nicht mehr behaupten können, erklärt der Sender. Die Sehbeteiligung sei über Jahre kontinuierlich zurückgegangen.

Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Marktanteil nur noch bei 3,4 Prozent. In Nordrhein-Westfalen schalteten im Schnitt lediglich 131.000 Zuschauerinnen und Zuschauer ein. Für den WDR war das am Ende zu wenig. Mit der Einstellung von „Frau tv“ endet zugleich ein Stück Fernsehgeschichte. Bereits 2017 hatte das ZDF sein Frauenmagazin „ML Mona Lisa“ eingestellt.

WDR setzt auf digitale Angebote für Frauen

Lisa Ortgies (links) und Sabine Heinrich moderieren das WDR-Magazin „Frau tv“. (Bild: WDR / Annika Fußwinkel)

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Lisa Ortgies (links) und Sabine Heinrich moderieren das WDR-Magazin „Frau tv“. (Bild: WDR / Annika Fußwinkel)

„Mit 'Frau tv' verabschieden wir uns von einem langjährigen Fernsehformat, aber ganz ausdrücklich nicht von Angeboten für Frauen“, betonte WDR-Programmdirektorin Andrea Schafarczyk. Themen wie Frauenrechte, Frauengesundheit, Selbstbestimmung oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf seien für den Sender weiterhin von großer Bedeutung.

Statt eines klassischen TV-Magazins sollen künftig digitale Formate im Mittelpunkt stehen. Geplant sind neue Angebote, die Frauen und ihre Perspektiven gezielt auf digitalen Plattformen sichtbar machen. Frauenpolitische Debatten, persönliche Geschichten sowie Themen wie Emanzipation und Geschlechtergleichstellung sollen so mehr Menschen erreichen.

Erste Projekte stehen bereits fest: Am 12. Oktober erscheint die Dokumentation „Die Wechseljahre: Zu heiß für Deutschland?“ mit Sabine Heinrich. Außerdem startet im Herbst das Social-Reality-Format „Vibes - Find your fire“ in der ARD-Mediathek. Darin begleitet der WDR neun Frauen in einer entscheidenden Umbruchphase ihres Lebens. Auch der Instagram-Kanal „Mädelsabende“ bleibt bestehen, ebenso der Facebook-Auftritt von „Frau tv“, der weiterentwickelt werden soll.

„Unser Ziel ist, mit anderen Erzählformen und Verbreitungswegen für diese Themen eine größere Aufmerksamkeit zu erzielen, als es uns mit dem klassischen Magazinformat gelungen ist“, erklärte Schafarczyk. Gleichzeitig dankte sie dem Redaktionsteam sowie den Moderatorinnen Lisa Ortgies und Sabine Heinrich für ihr langjähriges Engagement. (tsch)

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