Neue Doku zum 80.: Udo Lindenberg zieht Bilanz.
„Ich bereue keine Sekunde“Neue ARD-Doku zum 80. Geburtstag des Panikrockers

Copyright: Christoph Reichwein/dpa
Hut, Sonnenbrille, geschürzte Lippen - der Stil von Panikrocker Udo Lindenberg ist unverkennbar. (Archivbild)
Passt das komplette Leben von Udo Lindenberg in einen 90-Minuten-Film? Eine gewagte Frage. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat sich dieser Herausforderung gestellt – mit Erfolg. Das Ergebnis heißt „Udo – Rebell. Rockstar. Ikone.“ und läuft am 18. Mai im Ersten. Schon ab Sonntag (10. Mai) kann man die Doku in der ARD-Mediathek streamen.
Braucht es wirklich noch eine weitere Doku über den Panikrocker? Schließlich kam erst vor ein paar Jahren der Kinofilm „Lindenberg! Mach dein Ding“ über seine turbulenten Jahre heraus. Aber ein Dokumentarfilm kann die Story aus einem völlig neuen Blickwinkel beleuchten und lässt zudem zahlreiche Weggefährten direkt sprechen.
Und pünktlich zu seinem 80. Geburtstag am 17. Mai ist ein Film, der sein gesamtes Leben in den Fokus rückt, mehr als passend. Quasi ein 360-Grad-Porträt. Darin lässt Udo persönlich seine Erlebnisse aufleben und zieht Bilanz. Im Hotel Atlantic, seiner Residenz seit vielen Jahren, stellt der bald 80-Jährige klar: „Ich bereue keine Sekunde“.
Immer dem Gefühl nach
Alte Schwarz-Weiß-Aufnahmen, Videoclips aus den 70er- und 80er-Jahren, ein heimlicher Blick an die Hotelbar im Atlantic und Gespräche mit Stars wie Tokio Hotel, Maria Furtwängler, Apache 207, Jan Delay, Jan Josef Liefers und Anna Loos: All das, gemischt mit Konzertmitschnitten und Szenen aus „Mach dein Ding!“, zeichnet das Bild einer faszinierenden Persönlichkeit, die stets ihrer Intuition und einer festen Überzeugung folgte.
„Er sei einfach eine coole Person“, meint der Musiker Apache 207 in dem Film über den 79-Jährigen. Mit ihm zusammen landete er vor drei Jahren mit „Komet“ den erfolgreichsten deutschen Song überhaupt. „Was mich überrascht hat, ist dieses Offen sein für Neues. Der hat einfach Bock, hat Bock Geiles zu kreieren so.“
Vom Drummer zum Deutschrock-Pionier
Genau dieser kreative Antrieb hat Udo Lindenberg sein gesamtes Leben begleitet. Er hebt selbst oft hervor, dass der Schlagersänger Benny Quick („Motorbiene“) ein bedeutender Impulsgeber war. Dieser erklärte ihm nämlich, dass das Dasein als Popstar ein äußerst lukratives Karriereziel mit viel Geld sei. Daraufhin fasste er den Entschluss: „Das mach' ich auch“.
Der weitere Verlauf ist bekannt: Anfängliche Jobs als Drummer, der Umzug in die Hansestadt Hamburg, Mitglied in der Gruppe der Jazz-Ikone Klaus Doldinger, die erste Platte – zu der Zeit noch in englischer Sprache – und schließlich der Schwenk hin zu Rockmusik mit deutschen Texten – als erster Künstler in Deutschland. Damit wurde er zum Vorreiter; Rock auf Deutsch war plötzlich angesagt.
Weggefährten packen aus: So tickt Udo wirklich
Die zahlreichen Gespräche mit Personen, die mit ihm zusammengearbeitet, gewohnt, gefeiert, Musik gemacht und gestritten haben, sind sowohl kurzweilig als auch aufschlussreich. Für den Film hat der NDR sogar Archivaufnahmen mit früheren Lehrern ausgegraben, einschließlich der bekannten Musikpädagogin, die es schaffte, bei dem sonst eher unmotivierten Schüler ein wenig Begeisterung für das Fach zu wecken.
Seinen riesigen Erfolg in der ehemaligen DDR – hauptsächlich wegen „Mädchen aus Ostberlin“ und „Sonderzug nach Pankow“ – lassen die Schauspieler Jan Josef Liefers und Anna Loos noch einmal aufleben. Die Laufbahn mit der Band wird von Panikorchester-Mitglied Steffi Stephan thematisiert. Über die ungebrochene Anziehungskraft Lindenbergs auf die jüngere Generation unterhalten sich Tom und Bill Kaulitz von Tokio Hotel. Der Panikrocker selbst berichtet euphorisch vom „totalen Flash“ seiner Rückkehr an die Spitze mit dem ersten Nummer-1-Album im Alter von 62 Jahren.
Grüne Socken, Panik-Clan und die dunklen Seiten
In dem Film geht es jedoch nicht ausschließlich um die musikalische Laufbahn, denn auch zahlreiche private Einblicke werden gewährt. Seine Stylistin spricht über seine Faible für grüne Socken und weitere modische Eigenheiten, während Freunde seine „Panikfamilie“ sowie seine Zuneigung zur Sprache und den Menschen beschreiben. Auch seine Abhängigkeit vom Alkohol findet erstaunlich ausführlich Platz in der Dokumentation. Die Malerei, die inzwischen einen wichtigen Bestandteil im Alltag von Udo Lindenberg einnimmt, wird hingegen nur am Rande behandelt. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
