„Lasse endlich Maske fallen” Jan Böhmermann zeigt sich nackt und gibt Versprechen ab

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TV-Entertainer Jan Böhmermann (hier im Februar 2020 in Berlin) sorgt aktuell mit seiner Aktion im Internet für Wirbel.

Köln – Was ist nur bei dem Satiriker Jan Böhmermann los? Ist jetzt etwa auch der ehemalige „Neo Magazin Royale“-Moderator unter die Verschwörungstheoretiker gegangen? Oder plant er einen neuen Coup?

Ende Oktober verwirrte der Entertainer das Internet-Volk zunächst mit einer kryptischen Botschaft, um dann kurz darauf zu einem drastischen Mittel zu greifen: Plötzlich nämlich waren all seine Profile in den sozialen Netzwerken verschwunden. Facebook, Twitter, Instagram – alles weg.

Am Mittwoch (04. November) waren die Social-Media-Kanäle dann wieder online. Und Böhmermann äußerte sich dazu in einer neuen Folge seines Podcasts „Fest & Flauschig” (Spotify) mit Olli Schulz. „Ich bin wieder in allen sozialen Kanälen”, verkündete der Satiriker dort. „Viele Leute haben sich erschrocken, warum ich weg bin.”

Zudem wurde bekannt: Böhmermann betreibt einen eigenen Kanal beim umstrittenen Messengerdienst Telegram: „realjanboehmermann”. Und postete dort ein Selfie-Video, in dem er sich nackt vor einem Spiegel zeigte, um „endlich meine Maske fallen zu lassen.”

Böhmermann blieb offensichtlich satirisch ganz im Duktus von Verschwörungstheoretikern, die bei Telegram zuletzt immer wieder gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung Stellung bezogen haben: „Das ZDF hat darauf keine Einwirkung gehabt und diesen Entschluss auch nicht getroffen."

In seinem Podcasts erklärte Böhmermann zudem, sein Ziel sei es, bis Freitag den „größten deutschsprachigen Telegram-Channel” zu betreiben. Er versprach zudem, dass an diesem Tag ein sehr langes Video veröffentlicht werde. „Ab Samstag bin ich dann wieder ganz normal unterwegs”, sagte Böhmermann.

Jan Böhmermann im Interview: „Folgen Sie mir, wenn Sie wissen möchten, was dahinter steckt”

Was es damit auf sich hat? Mal sehen. Seine neue Show „ZDF Magazin Royale” startet nämlich am Freitag (6. November, 23 Uhr, ZDF) und löst Böhmermanns „Neo Magazin Royale” ab, das jahrelang im Spartensender ZDFneo beheimatet war.

In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur am Montag (02. November) blieb Böhmermann zunächst kryptisch. Zum Telegram-Kanal sagte er: „Ich habe das Licht gesehen. Folgen Sie mir, wenn Sie wissen möchten, was dahinter steckt.”

Jan Böhmermann: „Haben aufwendig in Wuhan ein Virus in die Welt gesetzt”

Anschließend geht er – ganz der Satiriker – sarkastisch auf die Welt ein, die sich seit der Ausstrahlung der letzten Ausgabe von „Neo Magazin Royale” Mitte Dezember 2019 ganz schön verändert hat: Stichwort Corona.

„Letztlich war das ganze letzte Dreivierteljahr eine große Promo-Phase für unseren Sendungsstart”, so Böhmermann. „Jetzt kann ich ja verraten: Das war alles von langer Hand geplant. Wir haben damals sehr aufwendig in Wuhan ein Virus in die Welt gesetzt, damit wir am 6. November sagen können: Leute! Riesen-Fake! Willkommen im ZDF!”

Jan Böhmermann geht auch auf Michael Wendler ein

Man werde auch in der neuen Sendung zwischen „Scheiße” und „Richtig gut” pendeln. Er rechne auch mit Gegenwind. „Gegenwind ist mein zweiter Vorname. Das ist die Werkseinstellung von all dem, was meine Kolleginnen, Kollegen und ich seit Jahren machen”, sagt Böhmermann.

Auch auf den Fall des Schlagersängers Michael Wendler geht der Satiriker ein. Der äußerte sich zur Corona-Pandemie und beschuldigte RTL, „gleichgeschaltet” zu sein. Mittlerweile ruderte er etwas zurück.

Jan Böhmermann über Fälle wie Michael Wendler: „Ist schneller passiert, als es einem lieb ist”

„Ich kann mir schon vorstellen, dass man nach Wochen in der Corona-Isolation bei Telegram Dinge finden kann, die einen theoretisch vom Weg abbringen können”, so Böhmermann.

„Und ich glaube, dass ich als aufgeschlossener, naiver Showbusiness-Typ schon anfälliger dafür bin, weil ich sowieso nah am Wahnsinn gebaut bin und mich solche Strukturen schnell reinziehen. Vor allem, wenn man keinen hat, der sagt: ,Hör' mal auf jetzt!'. Dann ist das schneller passiert, als es einem lieb ist.”

Was Jan Böhmermann genau vorhat, bleibt damit nebulös. Und wird wohl erst am Freitag aufgelöst werden. (mg/dpa)

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