Mord in einer Jugend-WG: Der vorletzte Fall für Eisner & Fellner
Tatort-Beben in WienEisner und Fellner hören auf – Nachfolger stehen schon fest

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Krassnitzer und Neuhauser spielen in ihrem vorletzten Fall äußerst überzeugend ein Ermittler-Duo voller Weisheit und Empathie.
Ein toter Heimleiter, traumatisierte Jugendliche unter Verdacht und zwei Kommissare, die an ihre Grenzen gehen. Der neue Wien-„Tatort“ mit dem Titel „Gegen die Zeit“ ist ein intensiver Psycho-Krimi, der zugleich den Abschied einer TV-Legende einleitet.
Schauplatz ist ein Ort, an dem niemand freiwillig lebt: ein heruntergekommenes Haus am Wiener Stadtrand, das als sozialpädagogische WG mit dem ironischen Namen „Sonnenhof“ dient. Die Jugendlichen zwischen 14 und 18, die hier als „Klienten“ untergebracht sind, finden zwar Schutz, fühlen sich aber von der Gesellschaft ausgestoßen. Die Atmosphäre ist geprägt von Verzweiflung, Wut und Resignation. Eines Morgens eskaliert die Situation: Der Leiter der Einrichtung wird tot aufgefunden.
Die Ermittlungen von Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) gestalten sich wie ein Kammerspiel. Wer auf actionreiche Verfolgungsjagden hofft, wird enttäuscht. Stattdessen dominieren intensive Dialoge, Schreie und Leid. Bibi Fellner fasst die zermürbende Stimmung zusammen, als sie nach einem Wortgefecht mit einem Jugendlichen seufzt: „Da kriegt man ja Schädelweh“.
Im Zentrum des Falls steht der Tod des WG-Leiters David Walcher (Roland Silbernagl), der unweit des „Sonnenhofs“ erschlagen wurde. Verdächtig ist zunächst jeder: die Jugendlichen ebenso wie die drei Betreuer. Einer aus dem Team formuliert es drastisch: „Ich trau' jedem alles zu“.
Besonders in den Fokus rückt Cihan (Alperen Köse), der seit der Mordnacht verschwunden ist und bereits polizeibekannt ist. Krassnitzer und Neuhauser müssen in dieser vorletzten gemeinsamen Episode all ihre Lebenserfahrung und ihr Einfühlungsvermögen aufbieten, um das Vertrauen der misstrauischen Jugendlichen zu gewinnen. Cihans Flucht endet dramatisch: Als Kriminalassistentin Meret Schande (Christina Scherrer) ihn konfrontiert, zieht er ein Messer, woraufhin sie ihre Dienstwaffe zieht.
Ein weiterer Verdächtiger ist der unheimliche Nachbar des „Sonnenhofs“ (gespielt von Roman Blumenschein). Der Mann patrouilliert mit seinem Schäferhund und einer Waffe auf seinem Grundstück und hatte den Jugendlichen bereits gedroht. Er öffnet seine Tür erst, als Eisner mit der Sondereinheit Cobra anrückt. Die Ermittlungen nehmen jedoch eine unerwartete Wendung, als die dunkle Seite des Opfers ans Licht kommt: Walcher war keineswegs nur ein fürsorglicher Heimleiter, sondern entpuppte sich als Stalker, der seiner Ex-Frau das Leben zur Hölle machte.
Harald Krassnitzer kommentierte gegenüber der ARD die gesellschaftliche Relevanz des Films: „Was unsere Protagonisten erlebt haben, sind traumatische Geschichten von Flucht, Verwahrlosung, Ablehnung und täglichen Erniedrigungen.“ Strafen allein würden in einem solchen Milieu nicht greifen, so der Darsteller. Für ihn ist dieser „Tatort“ „eine Art langes Gespräch, das ... eine Erkenntnis hervorbringt, die mich tief berührt.“
Für das Team Eisner-Fellner markiert dieser Fall das Ende einer Ära. Sie gehören zu den dienstältesten Ermittlern im „Tatort“-Kosmos. Krassnitzer ist seit 1999 dabei, Neuhauser stieß 2011 hinzu. Im Herbst werden sie in der Folge „Dann sind wir Helden“ ein letztes Mal gemeinsam auf Verbrecherjagd gehen. Nach rund 40 gemeinsamen Fällen ist dann Schluss. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)
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