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Bierzelt-Hammer!Stadt schmeißt „Skandal im Sperrbezirk“ und Co. von Volksfest

Impression von der traditionsreichen Erlanger „Bergkirchweih“.

Copyright: IMAGO/imagebroker

Auf der traditionsreichen Erlanger „Bergkirchweih“ herrscht in diesem Jahr dicke Luft. (Archivbild)

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Die Spider Murphy Gang und Peter Wackel sind fassungslos. Ihre Klassiker dürfen nicht mehr auf der „Bergkirchweih“ gespielt werden.

Da schunkelt keiner mehr mit: Auf der traditionsreichen Erlanger „Bergkirchweih“ herrscht in diesem Jahr dicke Luft. Die Stadtverwaltung greift knallhart durch und setzt eine rote Linie für die Festzelte. Insgesamt 12 beliebte Songs wurden von der Stadt auf den Index gesetzt – angeblicher Grund: „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“. Die Wirte erhielten laut einem „Bild“-Bericht eine entsprechende Liste mit Liedern, die auf dem Volksfest keinen Platz mehr haben sollen.

Spider Murphy Gang und Peter Wackel fassungslos

Das Verbot trifft nicht nur aktuelle Ballermann-Größen, sondern auch echte Kult-Klassiker. So steht neben dem umstrittenen Hit „Layla“ auch der 80er-Jahre-Dauerbrenner „Skandal im Sperrbezirk“ der Spider Murphy Gang auf der Abschussliste.

Band-Manager Jürgen Thürnau zeigt sich gegenüber „Bild“ entsetzt über die bürokratische Willkür und spricht von einem handfesten Skandal. Eine offizielle Begründung der Stadt habe die Band nie erreicht.

Mitglieder der „Spider Murphy Gang“ stehen mit Schauspieler Maximilian Brückner (M) vor der Premiere der Komödie „Ein Münchner im Himmel - Der Tod ist erst der Anfang“ im Mathäser Filmpalast auf dem roten Teppich.

Copyright: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Mitglieder der „Spider Murphy Gang“ stehen mit Schauspieler Maximilian Brückner (M) vor der Premiere der Komödie „Ein Münchner im Himmel - Der Tod ist erst der Anfang“ im Mathäser Filmpalast auf dem roten Teppich. (Archivbild)

Besonders bitter trifft es den gebürtigen Erlanger Schlagerstar Peter Wackel. Sein Party-Evergreen „Joana“, im Original von Roland Kaiser, darf wegen der traditionellen Zwischenrufe des Publikums nicht mehr laufen.

Der Sänger, der derzeit auf Mallorca weilt, reagiert gegenüber „Bild“ frustriert auf die zunehmende Regulierungswut in seiner Heimatstadt: „Die Bergkirchweih war immer ein wunderbares Fest, ich habe dort über 20 Jahre gesungen. Doch seit fünf oder sechs Jahren hagelt es immer wieder Verbote“.

Stadtverwaltung spricht von „Sensibilisierung“

Die Pressestelle der Stadt Erlangen weist die Vorwürfe einer direkten Zensur von sich. Man berufe sich auf einen Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2021, getragen von CSU, SPD und Linken. Offiziell wird die Maßnahme als „Sensibilisierung“ der Wirte deklariert.

Da die Betreiber der Festzelte den Grund und Boden jedoch von der Stadt mieten, bleibt ihnen in der Praxis kaum Spielraum, als sich der Vorgabe zu beugen. 

Die rote Liste der „Bergkirchweih“

  1. „Layla“ – DJ Robin & Schürze (2022)
  2. „Nein heißt ja“ – G.G. Anderson (2000)
  3. „Donaulied“ – Volkslied / Mickie Krause (2012)
  4. „Baby Bell“ – Breitner (2025)
  5. „Joana (du geile Sau)“ – Peter Wackel (2007)
  6. „Olé, wir fahr’n in’ Puff nach Barcelona“ – Mickie Krause (1999)
  7. „20 Zentimeter“ – Mirja Boes (2000)
  8. „Die Glöcknerin von Dingolfing“ – Dorfrocker (2015)
  9. „Skandal im Sperrbezirk“ – Spider Murphy Gang (1981)
  10. „Geh mal Bier hol'n“ – Mickie Krause (2014)
  11. „Deine Freundin“ – SDP (2015)
  12. „10 nackte Friseusen“ – Mickie Krause (1999)
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