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Todesschuss auf Olympia-StarSie war ein Weltstar – dann erschoss sie ihren Geliebten

Claudine Longet und Skistar Vladimir „Spider“ Sabich umarmen sich.

Copyright: imago/ZUMA Press

In der US-High-Society der frühen 1970er Jahre galten Sängerin Claudine Longet (r) und Skistar Vladimir „Spider“ Sabich als eines der schillerndsten Paare zwischen Ski-Piste, Musik und Jetset-Leben.

Aktualisiert:

Claudine Longet ist tot: Sie war eine gefeierte Sängerin – bis sie ihren Geliebten, Ski-Star Vladimir „Spider“ Sabich, erschoss.

Die französische Sängerin und Schauspielerin Claudine Longet ist im Alter von 84 Jahren verstorben. Die Nachricht kam über die sozialen Medien: Mit emotionalen Worten hat Bryan Longet den Tod seiner Tante bestätigt. Er teilte Bilder aus glücklichen Tagen und verabschiedete sich mit den Zeilen: „Du warst eine wahre Inspirationsquelle in meinem Leben und wirst es immer bleiben. Ein Stern mehr am Himmel.“

Besonders bemerkenswert: In seinem Beitrag veröffentlichte er auch zwei Fotos aus ihren späteren Lebensjahren. Es dürfte sich dabei vermutlich um die ersten öffentlichen Bilder des einstigen Weltstars seit den 1970er Jahren handeln.

Claudine Longet: Der sanfte Star aus Paris

Während die Familie um eine Frau trauert, die sie als gütig und inspirierend beschreibt, erinnert sich die Welt an eine der widersprüchlichsten Biografien des 20. Jahrhunderts.

In den 1960er-Jahren war Claudine Longet ein Weltstar. Die gebürtige Pariserin war mit dem berühmten Sänger Andy Williams („It’s The Most Wonderful Time of the Year“) verheiratet, hatte drei Kinder mit ihm und galt als Stilikone Hollywoods.

Claudine Longet galt in den 1960er Jahren als Stilikone.

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Claudine Longet galt in den 1960er Jahren als Stilikone. (Archivbild)

Mit ihrer gehauchten Stimme und Rollen in Kultfilmen wie „Der Partyschreck“ an der Seite von Peter Sellers verkörperte sie das Ideal der eleganten, unschuldigen Französin.

Zwischen 1967 und 1972 veröffentlichte sie sieben Alben mit sanfter Musik zwischen Pop, Chanson und Easy Listening, die heute als Sammlerstücke begehrt sind. Für ihr Debütalbum „Claudine“ erhielt sie eine Goldene Schallplatte.

Die Tragödie in den Bergen

Doch ihr glanzvolles Leben fand am 21. März 1976 ein jähes Ende. In Aspen, Colorado, erschoss sie ihren damaligen Lebensgefährten, den Ski-Olympiasieger Vladimir „Spider“ Sabich. Longet gab an, es sei ein tragischer Unfall gewesen – die Waffe habe sich versehentlich entladen, als er ihr zeigen wollte, wie sie funktioniert. Der Fall wurde zu einer Mediensensation, vor allen Dingen weil ihr Ex-Mann Andy Williams fest zu ihr hielt.

Andy Williams und Claudine Longet posieren mit ihren Kindern.

Copyright: IMAGO/mptv

Andy Williams (r) hielt fest zu seiner Ex-Frau Claudine Longet, mit der er drei Kinder hatte. (Archivbild)

Obwohl die Beweislast schwer wog, wurde sie am Ende nur wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Die Strafe war minimal: 30 Tage Haft, die sie an frei wählbaren Wochenenden absitzen durfte. Das Urteil löste weltweit Unverständnis aus und zerstörte ihre Karriere augenblicklich.

Claudine Longet verschwindet aus der Öffentlichkeit

Nach dem Skandal zog sich Longet fast vollständig zurück. Sie blieb in Aspen, heiratete später ihren Verteidiger Ron Austin und lebte bis zu ihrem Tod ein sehr zurückgezogenes Leben. Medienberichten zufolge soll sie auch zeitweise auf Hawaii gelebt haben. Ein Comeback gab es nicht.

Nie wurde sie wieder öffentlich gesehen, sie gab auch keine Interviews. Lediglich für eine „Best of“ ihrer Musik schrieb sie vor rund 20 Jahren die Liner Notes. Im ausführlichen biografischen Teil des Booklets findet sich kein Hinweis auf den Kriminalfall.

Kein Wunder: Longet wurde in einem Zivilprozess rechtlich dauerhaft untersagt, jemals wieder öffentlich über die Beziehung, die Erschießung oder das Gerichtsverfahren zu sprechen. Sie musste sich außerdem verpflichten, weder eine Autobiografie noch ein Buch über den Vorfall zu veröffentlichen. 2019 veröffentlichte ihr Neffe Bryan ein seltenes Bild mit seiner Tante in den Bergen von Aspen.

Seine nun veröffentlichten Worte werfen ein letztes, privates Licht auf eine Frau, deren Name für die Öffentlichkeit untrennbar mit jener verhängnisvollen Nacht in den Rocky Mountains verbunden bleiben wird.

In einem seiner letzten großen Interviews mit „CBS This Morning“ sprach auch Andy Williams noch einmal 2009 explizit über den Vorfall in Aspen. Auf die Frage, warum er damals so bedingungslos zu ihr hielt, sagte er: „Ich hielt es für unfair, ich dachte, sie sei unschuldig, und ich dachte, es war ein Unfall.“ 

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