Kerstin Ott spricht über die Krise im Konzertgeschäft. Schleppende Ticketverkäufe und hohe Kosten setzen auch bekannte Stars unter Druck.
Kerstin Ott packt aus„Es ist eine Krisenzeit! Es ist teurer geworden“

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Giovanni Zarrella und Kerstin Ott auf der Bühne.
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Schlagersängerin Kerstin Ott hat offen über die angespannte Lage im Konzertgeschäft gesprochen. In der ZDF-Sendung „Die Giovanni Zarrella Show“ thematisierte die Künstlerin in einer Gesprächsrunde mit Moderator Giovanni Zarrella sowie Vanessa Mai und Adam Lambert die aktuellen Probleme der Livebranche. Trotz jahrelanger Charterfolge bleibe auch sie von dieser Entwicklung nicht verschont.
„Auch bei mir gibt es Shows, die sich nicht gut verkaufen. Es ist eine Krisenzeit. Es ist teurer geworden“, sagte Ott in der Sendung. Die Gründe für den schleppenden Vorverkauf sieht die Musikerin, die ab 2028 wieder auf Tournee geht, vor allem in der gesunkenen Kaufkraft des Publikums: „Die Leute haben wenig Geld im Portemonnaie. Viele sparen sich das zusammen.“ Ein Konzertbesuch werde angesichts gestiegener Lebenshaltungskosten für viele Menschen zu einer bewussten Abwägung.
Kerstin Ott offen: „Auch bei mir gibt es Shows, die sich nicht gut verkaufen“
Die Diskussion über steigende Ticketpreise und Produktionskosten beschäftigt die Musikbranche seit Längerem. Da Tonträgerverkäufe kaum noch Einnahmen einspielen, verlagert sich der finanzielle Druck zunehmend auf das Tourneegeschäft. Zuletzt hatte sich auch Helene Fischer in den ARD-„Tagesthemen“ zur Preisgestaltung geäußert und auf die gestiegenen Gesamtkosten verwiesen: „Wir schaffen irgendwo auch Arbeitsplätze.“
Zuletzt musste auch Sängerin und Helene-Fischer-Songwriterin Ela Steinmetz Konsequenzen aus der Zurückhaltung des Publikums ziehen. Die Musikerin sagte ihre geplante „Pinke-Plüschjacke-Tour“ vollständig ab. Nach „langem Ringen und Kämpfen“ habe man die Reißleine ziehen müssen, erklärte Steinmetz: „Leider haben sich die Ticketverkäufe nicht so entwickelt, wie wir’s uns gewünscht hätten oder wie es die Tour irgendwie gebraucht hätte, um sich zu tragen.“
Die aktuellen Schwierigkeiten in der Konzertbranche betreffen bei Weitem nicht nur Ott, Steinmetz oder die Schlagerwelt, sondern zahlreiche bekannte Künstler verschiedener Genres. Gabriel Kelly, Wincent Weiss und Max Giesinger sahen sich zuletzt gezwungen, geplante Tourneen oder einzelne Konzerte aufgrund schleppender Vorverkäufe abzusagen. Sogar internationale Stars wie Jennifer Lopez oder die Rockband The Black Keys mussten laut Medienberichten ganze Arena-Tourneen streichen.
Während Ausnahmekünstlerinnen wie Helene Fischer hohe Ticketpreise mit aufwendigen Stadionshows rechtfertigen und ihr Publikum trotz knapper Kassen mobilisieren können, zeigt die Lage bei Kerstin Ott die Realität vieler anderer Künstler: Abseits der absoluten Mega-Events wird die Schere zwischen steigenden Produktionskosten und der schwindenden Kaufkraft der Fans zunehmend zum Problem. (jag)
