Abserviert Heiner Bremer mit spätem Geständnis zu „Nachtjournal“-Nachfolgerin

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RTL-Urgestein Heiner Bremer.

Köln – Am Freitag feiert RTL 25 Jahre „Nachtjournal“. In diesem Vierteljahrhundert gab's zwei Gesichter, die das Format wie sonst keine prägten: Heiner Bremer (77) und Ilka Essmüller (54), beide Wahl-Kölner, die aber nie zusammen arbeiteten.

Der Ex-„Stern“-Chefredakteur moderierte in den ersten zehn Jahren, die Ex-„Punkt 12“-Anchorfrau in den letzten elf Jahren die nächtliche Nachrichtensendung mit den besten Quoten. Zum Jubiläum verraten sie bei uns ein gut gehütetes Geheimnis.

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Ilka Essmüller begegnete Bremer in einem Vorstellungsgespräch.

Bremer gab seiner späteren Nachfolgerin einen klaren Korb - und sortierte sie als Mitarbeiterin aus. Denn er führte 1994 höchstpersönlich ein Vorstellungsgespräch, nach dem sie eine Absage für die Mitarbeit beim „Nachtjournal“ bekam.

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„Ich erinnere mich, dass wir eigentlich ein gutes Gespräch hatten und ich den Eindruck, Ilka hätte die Intention des »Nachtjournals« gut mitgetragen“, verrät Bremer uns. Trotzdem bekam jemand anderes den Zuschlag - denn Ilka brachte damals wenig Erfahrung mit, wie sie selbst heute zugibt.

Ilka Essmüller startete bei Vox

„Ich war rund um den Sendestart des RTL »Nachtjournals« noch bei Vox. Ich weiß noch genau, wie sehr ich mich auf das Vorstellungsgespräch gefreut habe, aber auch, dass ich voller Respekt vor dem großen Heiner Bremer hingefahren bin. Ich weiß sogar noch, wer wo saß. Heiner hat ganz gezielt Fragen gestellt, freundlich, aber bestimmt. Ich hatte am Ende den Eindruck, dass das Gespräch wirklich gut gelaufen ist und dass ich Chancen hätte, eine Stelle zu bekommen.“

Sie bekam sie aber nicht. Er habe damals genau drauf geachtet, wer da kommt, so Bremer - weil er nicht viele Leute einstellen durfte.

 „Wahrscheinlich klappte es deshalb nicht mit ihr. Wir hatten zu der Zeit extrem wenig Planstellen und kaum Posten zu besetzen. Der Sender war vorsichtig, wollte nur eine extrem kleine Redaktion haben.“

Helmut Thoma wollte sparen

Senderchef Helmut Thoma (79) hätte damals mit 300000 Zuschauern pro Tag gerechnet und deshalb wenig investieren wollen. „Aber wir sind gleich mit ungefähr 800000 Zuschauern pro Tag im Schnitt gestartet. Und haben langsam, aber sicher immer mehr Zuschauer dazu gewonnen.“

Was Ilka erst viel später helfen sollte. Ihr Glück: Sie hatte vorher Alternativen. „Etwa zur selben Zeit suchte auch RTL Berlin noch eine Reporterin. Dort bewarb ich mich auch.“

Und sammelte die Erfahrung, die sie gebraucht habe. Später eben auch bei „Punkt 6“ und „Punkt 12“. „Und dann bin ich doch beim RTL Nachtjournal gelandet. In einer ganz anderen Funktion, nämlich als Hauptmoderatorin. Das ist schon lustig.“

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