„Rosins Restaurants“Heftige Schicksalsschläge bei Ehepaar, Sternekoch tief getroffen

Bad Sooden-Allendorf – Zwei schwere Schicksalsschläge in einem Jahr, dazu ein Lokal, das nicht läuft – Daniel Rusch und Karina Humburg steckten in einer Sackgasse. Ob das Team der Kabel-Eins-Sendung „Rosins Restaurants“ dem Paar wieder auf die Beine helfen konnte? Selbst Sternekoch Frank Rosin kamen da Zweifel...

  • Sternekoch besucht für „Rosins Restaurants“ das „Zweistein“ im hessischen Bad Sooden-Allendorf
  • Betreiber Daniel Rusch und Karina Humburg haben mit Schicksalsschlägen zu kämpfen
  • Frank Rosin war tief getroffen und wollte unbedingt helfen

„Wie Bockwurst mit Himbeersoße“ schmecke die Currywurst, stellte Sternekoch Frank Rosin (54) in der Kabel-Eins-Doku „Rosins Restaurants“ entsetzt fest. Dass der Imbissklassiker dazu noch eigenwilligerweise mit einem faden Tortellini-Salat serviert wurde, machte die Sache nicht besser, im Gegenteil.

Wo war er hier nur hingeraten? Im Restaurant Zweistein direkt am Bahnhof des hessischen Kurorts Bad Sooden-Allendorf herrschte Krisenstimmung, als die Dreharbeiten Anfang 2020 begannen. Seit einem Jahr führten Daniel Rusch (30) und seine Partnerin Karina Humburg (30) das Lokal, das am Wochenende dank Tanzveranstaltungen auch nicht schlecht besucht war, in dem unter der Woche aber meist tote Hose herrschte.

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„Rosins Restaurants“: Teufelskreis im hessischen Restaurant

Daniel gab offen zu, dass er wegen der fehlenden Gäste am Kochen „definitiv die Lust verloren“ habe. Und weil man das schmeckte, fehlten die Gäste. Ein Teufelskreis!

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Daniel und Carina haben beide schwere Schicksallschläge erleben müssen, da war auch Sternekoch Frank Rosin (rechts) bedrückt.

Doch der fehlende Elan rührte womöglich auch von den Schicksalsschlägen, die das Paar 2019 zu verdauen hatte. Zum einen war bei Karina Multiple Sklerose diagnostiziert worden, zum anderen hörte in der 19. Schwangerschaftswoche das Herz ihres ungeborenen Kindes auf zu schlagen.

„Rosins Restaurants“: „Egal, was ist – denen musste helfen“

Als Rosin davon hörte, war er tief getroffen und entschied: „Egal, was ist – denen musste helfen.“ Da wusste er allerdings noch nicht, vor welche Herausforderungen ihn dieser Vorsatz stellen würde.

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Koch Daniel (l.) zusammen mit Sternekoch Frank Rosin im hessischen Bad Sooden-Allendorf.

Ein Hauptproblem neben dem lieblosen Speisenangebot: In der Küche fehlte eine Dunstabzugshaube. Das hatte nicht nur wortwörtlich dicke Luft und Fettgestank zur Folge, im Grunde war die Küche damit unbrauchbar, denn gesetzlich war hier nur Kochen erlaubt, nicht aber brutzeln, auch wenn das Gesundheitsamt bei Kleinigkeiten ein Auge zudrückte.

„Rosins Restaurants“: „Ich kann nicht sagen, ob wir weitermachen“

Immerhin das moderne Ambiente des Lokals konnte sich sehen lassen. Hier hatte Daniels Stiefvater Gerhard Justowiak (65), ein gelernter Schreiner, ganze Arbeit geleistet, als er die alte Bahnhofskneipe mit ein paar Helfern kernsaniert und neu eingerichtet hatte. Doch die stilvolle Ausstattung und der freundliche Service von Karina und ihren Mitarbeitern konnten beim Testessen wenig rausreißen: Nur 22 von 50 möglichen Punkten gab es hier im Schnitt.

Und selbst die waren nach Rosins Meinung noch zu viel: „Mitleidspunkte“ seien das gewesen. „Ich fand's gestern katastrophal.“ Würde es sich unter diesen Umständen überhaupt lohnen, viel Geld und Arbeit in den Einbau der zwingend erforderlichen Dunstabzugshaube zu stecken? „Es tut mir leid, ich kann euch nicht sagen, ob wir weitermachen oder nicht“, gestand Rosin dem geknickten Paar.

Alles oder nichts bei „Rosins Restaurants“

Letzte Chance: Bei einem gemeinsamen Probekochen im Restaurant Quitte sollte Daniel den Starkoch von sich überzeugen. Das lief zunächst so là là, denn der gelernte Bäcker und Hotelfachmann traute sich wenig zu, doch Rosin hatte selbstverständlich einige Tipps und Tricks auf Lager, die Daniels Kochleidenschaft wieder weckten.

Und siehe da: Als er am Folgetag noch mal ohne Franks Hilfe in der Küche stehen sollte, zeigte sich, dass er gut aufgepasst hatte. Selbst das Rinderfilet, vor dessen Zubereitung er großen Respekt gehabt hatte, gelang ihm „Weltklasse“, wie Rosin anerkannte. Damit war klar: „Jetzt muss ich ja zu meinem Wort stehen.“

„Rosins Restaurants“: Lichtblicke im Corona-Jahr

Gesagt, getan. Der Abzug wurde eingebaut und die lieblose Speisekarte generalüberholt, außerdem besuchte Rosin gemeinsam mit dem Paar den Bioland-Hof von Jörg Kaiser (55), denn ab sofort wollte man sich auf kreative, regionale Bio-Küche spezialisieren.

Würden die Testesser die Neuausrichtung honorieren? Natürlich taten sie das: 42 von 50 möglichen Punkten gab es diesmal. Dass auf dieses Happy End wenig später die Corona-Krise folgte, war selbstverständlich bitter.

Doch zumindest privat schien das Schicksal es 2020 besser mit dem Paar gemeint zu haben als im Jahr zuvor, wie ein Blick auf die Facebook-Profile verrät. Daniel und Karina, die mittlerweile ebenfalls Rusch mit Nachnamen heißt, haben geheiratet und wurden im Oktober Eltern einer Tochter namens Stella, was übersetzt „Stern“ bedeutet. Ein süßes Licht in dunklen Zeiten, das Hoffnung macht. (tsch)