Streik bei Eurowings Köln und Düsseldorf: Viele Ausfälle an NRW-Airports

Rosins Restaurants „Leck mich an den Füßen“: Sternekoch entsetzt über unappetitliches, chaotisches Lokal

Koch Frank Rosin war in seiner Sendung Rosins Restaurants am Donnerstag (12. August 2021) in München im El Patio bei den Gastgebern Jorge und Verena zu Gast. Auf dem Bild sieht man Frank Rosin ein hergerichteten Teller in der Hand halten.

Frank Rosin mit dem Gastgeber-Paar Jorge und Verena. Der Sternekoch bemängelt nicht nur das Anrichten der Gerichte. Die Aufnahme stammt aus der Sendung vom 12. August 2021.

Frank Rosin kann es kaum glauben: Durcheinander in der Küche, Mikrowellen-Gerichte und keine klare Linie: Im „El Patio“ in München muss der Sternekoch in „Rosins Restaurants“ oderntlich mitmischen.

München. Ein Knochen-Job und eine echte Herzensangelegenheit für Sternekoch Frank Rosin: Als der Restaurant-Profi das „El Patio“ in München betrat, traf ihn fast der Schlag: fades Essen, Chaos in der Küche und eine komplett zerstrittene Familie. Doch dann kommt wieder sinnlicher Chili-Pfeffer ins Spiel – und Hoffnung keimt.

Einst hatten Verena und ihr Lebensgefährte Jorge einen Traum. Und nicht nur in der Restaurant-Küche ihres mexikanischen Lokals „El Patio“ im Ausgehviertel München-Schwabing steckte ganz viel Liebe. 17 Jahre ist das her. Seitdem sind viele Illusionen verflogen. Von Sinnlichkeit und Liebe findet man keine Spur mehr.

„Rosins Restaurants“: Sternekoch bietet sich unappetitliches, chaotisches Bild

Im Gegenteil: Es ist ein unappetitliches, chaotisches Bild, das sich dem Kabel-Eins-Experten Frank Rosin in einer neuen Ausgabe von „Rosins Restaurants - Ein Sternekoch räumt auf“ bietet, als er die ersten Schritte hinter die Theke in dem schier hoffnungslos heruntergewirtschafteten Lokal wagt.

Alles zum Thema Frank Rosin

„Ist hier eine Bombe eingeschlagen?“, will der Restaurant-Retter entsetzt wissen, als er das Durcheinander in der Küche sieht. Tatsächlich herrscht dort, wo einst mit exotischen Gewürzen hantiert wurde und ein Hauch von weiter Welt durchs Münchner Kneipenviertel wehte, frustrierende Ödnis. Die Gerichte, die bei der heillos überforderten, hektisch vor sich hin werkelnden Köchin Verena bestellt werden, sehen nicht nur langweilig aus. Sie schmecken auch uninspiriert und fad. Das Einzige, was in der „El Patio“-Küche brummt, ist die Mikrowelle.

„Ich und die Mikrowelle“, klagt er lauthals. „Leck' mich an den Füßen.“ Tatsächlich gibt es kein Ausstattungsutensil, dass der Restaurant-Profi so sehr hasst wie die aus seiner Sicht völlig unnötige Aufwärmhilfe. „30 Jahre im Restaurant: Glaubst du, dass ich einmal mit der Mikrowelle gearbeitet habe?“, blafft er seinen neuen Schützling Verena an. Die schluckt – und gibt Rosin recht. Echtes Kochen geht anderes. Und Mexiko-Küche könnte so aufregend sein. Wenn man alles ganz anders macht.

„Wir bemühen uns und bemühen uns, aber die Resultate sind nicht positiv“, klagt die erschöpft wirkende Gastro-Unternehmerin, die sich nebenbei mehr schlecht als recht auch noch als quasi alleinerziehende Mutter abrackert und das nötige Geld zum Überleben in der teuren bayerischen Metropole durch Zusatzarbeiten als Hausmeisterin verdienen muss. „Unser Dispo ist ausgeschöpft“, sagt sie.

Selbst Sohnemann Patricio rät: „Aufgeben!“ Der aufgeweckte 13-Jährige erlebt nur, wie sich seine Mutter aufarbeitet – und mit dem Lebensgefährten Jorge, der ein großes Talent dazu hat, sich im entscheidenden Moment zu verdrücken, meist nur streitet.

Katastrophen-Einsatz in München: Es geht um die Chorizo

Schnell merkt Frank Rosin, dass es bei seinem aktuellen Katastropheneinsatz in München nicht allein ums Kochen geht. Verena imponiert ihm – irgendwie. „Eine fleißige Dame, der muss man helfen“, sagt er. Allerdings muss es diesmal ums ganz Grundsätzliche gehen. „In der Familie bist du das Atomkraftwerk“, sagt er zu der ausgelaugt wirkenden Mutter. Ob er ihre Energieleistung oder eine drohende Kernschmelze meint, bleibt offen. „Was wir hier brauchen, ist eine Therapie“, sagt Rosin. „Ihr braucht ein Ziel und eine Linie“, fordert er von Verena und Jorge. „Und ihr müsst an euch arbeiten.“

Tatsächlich muss es zunächst darum gehen, Verena zu entlasten - und den Lebensgefährten, der ja einst mal ein so charmanter Lover war, sich jetzt aber sogar eine eigene Wohnung gesucht hat, stärker in die Pflicht zu nehmen. „Sie muss den Rucksack loswerden“, sagt Rosin über seine Verena.

Und schon geht's um die Wurst beziehungsweise die Chorizo! In der Küche lautet die Devise schnell: weniger Mikrowelle, mehr Leidenschaft! „Hier muss sich ganz stark was ändern“, fordert Rosin. „Leidenschaft ist noch immer das beste Gewürz.“ Und dann kümmert er sich ums Zwischenmenschliche. Es geht mitten hinein in die Paartherapie, die der Restaurant-Retter diesmal eben auch mit im Angebot hat. „Mein Eindruck ist, dass Verena alles tut - und Jorge nichts“, sagt er. „Das müssen wir ändern.“

„Rosins Restaurants“: Mexiko-Küche mit Ruhrpott-Charme

Rasch wird gewirbelt. Zunächst einmal lässt sich Frank Rosin vorkochen - um dann mit Ruhrpott-Charme „mexikanische“ Wunder zu bewirken. „In dein Kochen muss mehr Sex-Appeal“, sagt er zu Verena. Und die passenden frischen Zutaten sowie neue Rezepte mit Pfiff – etwa das vom Sternekoch uminterpretierte Frisch-Fisch-Gericht Ceviche à la Rosin - hat er gleich zur Hand.

Noch wichtiger: Den latent schludrigen und zunächst etwas arbeitsscheu wirkenden Jorge nimmt Frank Rosin ganz eng an die Leine. „Jorge, du musst mithelfen“, blafft er den Mitbetreiber des „El Patio“ an. „Ich sehe alles.“ Und siehe da: Die harte „Kabinenpredigt“ wirkt Wunder. Nicht nur in der Küche, in der es schnell wieder duftet und in der Verena die Genüsse ihrer einstigen Heimat Mexiko für sich wiederentdeckt. Auch Jorge packt wieder an – vor allem als Stimmungsmacher hinter der Theke. „Da lacht mein Barkeeper-Herz“, sagt Jorge.

„Ich finde toll, dass wir jetzt wieder ein Team sind“, meint Verena. Tatsächlich ziehen plötzlich alle an einem Strang, nachdem Rosin seine Ansage gemacht hat. „Mama ist deutlich fröhlicher als zuvor“, bemerkt sogar Sohnemann Patrico. „Ich glaube, wir passen sehr gut zusammen - wieder!“, meint Jorge. Und das kleine Familienglück scheint endlich erneut perfekt zu sein. „Ich liebe dich“, schmachtet Frank Rosin die wieder erblühte Könner-Köchin an.

„Rosins Restaurants“: Wenn hinter den Kulissen die Nerven blank liegen

Allerdings: Selbst nach dem großen Umdekorieren im Lokal muss sich der gute neue Geist im „El Patio“ erst einmal beim Publikum bewähren. Und die Münchner Genießer sind kritisch. Es dauert nicht lange, dann liegen kurzzeitig schon wieder die Nerven blank hinter den Kulissen.

Schmackhaft kochen ist nämlich das eine. Was Verena aber immer noch nicht gelernt hat, ist es, unter Zeitdruck gut zu funktionieren – und auch mal Aufgaben abzugeben. Und auch mit der Präsentation der neuen Gerichte ist Frank Rosin alles andere als zufrieden. „Vom Anrichten habt ihr genauso viel Ahnung wie ein Bauarbeiter vom Ballett-Tanzen“, pöbelt er Verena und Jorge an. Autsch!

„So schön“: Freudentränen im Finale bei „Rosins Restaurants“

Allerdings ist das der entscheidende Tritt vors Schienbein, der manchmal den Unterschied macht: Frank Rosin staunt nicht schlecht, als sich beim lange herbeigezitterten, dann herbeigesehnten großen Testessen plötzlich der Knoten löst. Alles flutscht in den Abläufen, Verena kooperiert einträchtig mit einem neuen Zusatz-Koch, die Gerichte schmecken – und das Publikum ist glücklich.

Höchste Zeit also für ein paar Freudentränen. Vor allem, weil plötzlich nicht nur ein Restaurant, sondern auch ein liebevolles Familienmiteinander wieder funktioniert. „Das ist so schön“, fasst Frank Rosin den doch noch mal gut ausgegangenen Therapie-Einsatz in München zusammen. „Es ist eine ganz andere Form von Leben zu beobachten“, sagt er. „Selten so ein schönes Gefühl gehabt.“ (tsch)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.