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Reinhold Messner räumt in TV-Talk ein„Alleine wäre ich heute völlig verloren“

Gemeinsam mit Ehefrau Diane war Reinhold Messner am Freitagabend bei „3nach9“ zu Gast. (Bild: Radio Bremen)

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Gemeinsam mit Ehefrau Diane war Reinhold Messner am Freitagabend bei „3nach9“ zu Gast.

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Das Bergsteigen lässt sich Reinhold Messner auch im Alter von 82 Jahren nicht nehmen. Immer an seiner Seite ist Frau Diane, die ihm ein neues Leben eröffnet habe. Wie genau, erklärte Messner in der TV-Talkshow „3nach9“.

„Wenn ich heute immer noch auf der Bühne stehe, dann auch, um das zu teilen, was ich erfahren habe“, erklärte Extrembergsteiger Reinhold Messner am Freitagabend in der Radio-Bremen-Talkshow „3nach9“. Mit dabei hatte er seine Frau Diane. Zwischen den beiden liegen 36 Jahre. Noch immer unternehmen sie Bergtouren, und mittlerweile ist Diane Messner schneller als ihr Ehemann.

Im Moment sind die beiden auf einer Vortragsreise, auf der der 82-Jährige von seinem Leben, seinen Abenteuern und von der Natur erzählt. „Ich weiß, dass die allermeisten Menschen keinen Zugang haben zu dieser Welt“, sagte Reinhold Messner über die Welt der Berge. Bei seinen Vorträgen wolle er den Gästen zumindest ein bisschen Einblick geben. „Wir wollen Werte vermitteln“, fügte Diane Messner hinzu. „Wir sind ja nur allein. Es gibt nur uns zwei, die das organisieren, die das ganze Leben organisieren.“ Für ihren Mann sei das unabdingbar, „weil es in dieser digitalen, schnelllebigen Welt gar nicht mehr möglich ist für ihn, da mitzukommen“.

Frau von Reinhold Messner über QR-Codes: „So etwas wie Altersdiskriminierung“

„Solange ich das machen kann, ist es ein großes Glück, das machen zu dürfen“, fügte Reinhold Messner hinzu. „Im Alter langsam zu verschwinden, was zum Prozess des Alterns gehört, ist ein schwieriger Prozess. Und dank Diane kann ich immer noch gestalten, machen, Vorträge halten. Alleine könnte ich das nicht. Alleine wäre ich heute völlig verloren.“ Seine Frau habe ihm ein neues Leben eröffnet, berichtete Reinhold Messner.

Als treibende Kraft im Hintergrund sieht Diane Messner sich jedoch nicht. „Ich gebe Reinhold einfach die Möglichkeit, weiterhin das Leben zu führen, das er ja auch bisher selbständig geführt hat. Ich bin eigentlich nur seine Unterstützerin. Ich gebe ihm die Möglichkeit, auch im hohen Alter noch kreativ sein zu können.“ Schwierig für ihren Ehemann sei zum Beispiel, wenn es in einem Restaurant keine Speisekarte gebe, sondern nur einen QR-Code. „Das ist auch so etwas wie Altersdiskriminierung“, monierte Diane Messner.

„Ich lebe damit“, sagte Reinhold Messner. Er sei einverstanden mit dem Altern und sogar mit dem Tod, „aber ich möchte das Leben ausfüllen, soweit ich kann, um auch Glücksmomente zu empfinden“. Das beschreiben die beiden auch in ihrem neuen Buch. „Wie heißt das Buch noch?“, fragte Reinhold Messner seine Frau lachend. Die half aus: „Lebenszeit“, und gab preis, das Buch sollte eigentlich einen anderen Titel haben. Sie hätten darin über den Wert der Vergänglichkeit schreiben wollen. „Lebenszeit ist die einzige Zeit, die uns bleibt, die wir haben.“

Diese Zeit füllen die beiden aus, so gut es geht. „Und ich ermögliche einfach Reinhold und mir, uns gemeinsam als Paar, ein schönes Leben, auch im Alter.“ Reinhold Messner ergänzte: „Und gerade diese Orientierung an der Sterblichkeit, Ideen umzusetzen, gemeinsame Touren zu machen, auch das Bergsteigen, soweit ich es noch betreibe, verdanke ich Diane. Ohne sie könnte ich das nicht.“ (tsch)