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„Anerkennung der Wirklichkeit“Messner rechnet gnadenlos mit seinen Kindern ab

Der Südtiroler Bergsteiger Reinhold Messner beantwortet Fragen eines Journalisten.

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Am Freitag ist Reinhold Messner Gast bei „3nach9“. Vorab redete er offen über Erbstreit und Bruch mit seinen Kindern. (Archivbild)

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Am Freitag ist Reinhold Messner Gast bei „3nach9“. Vorab redete er offen über Erbstreit und Bruch mit seinen Kindern.

Keine Scheu vor schwierigen Themen: Wenn Reinhold und Diane Messner am heutigen Freitagabend in der NDR-Talkshow „3nach9“ Platz nehmen, sitzt dort ein eingespieltes Duo. Darauf dürfen sich alle einstellen, die den Auftritt verfolgen.

Wie bemerkenswert offen die beiden aussprechen, was sie bewegt, haben sie schon vorab gezeigt. Das Paar ist gerade auf Medientour für sein gemeinsames Buch „Lebenszeit: Vom Wert der Vergänglichkeit“. In verschiedenen Interviews packten die beiden dabei gründlich aus, auch über intimste Details. Es ging um radikalen Purismus, aber auch um einen schweren Bruch in der Familie.

Kein Denkmal für die Berg-Legende: Was mit Messners Asche passiert, ist geregelt

Ein klassisches Denkmal? Soll es für den Mann, der die höchsten Gipfel der Erde bezwungen hat, am Ende nicht geben. Das wurde im großen Doppel-Interview mit „Der Spiegel“ klar. Reinhold Messner (82) und seine Ehefrau Diane gingen dort gewohnt pragmatisch mit der eigenen Endlichkeit um, aber auch tiefgründig.

Reinhold Messner mit seiner dritten Ehefrau Diane Schumacher vor seinem Vortrag im Düsseldorfer Capitol Theater.

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Reinhold Messner mit seiner dritten Ehefrau Diane Schumacher vor seinem Vortrag im Düsseldorfer Capitol Theater. (Archivbild)

Messner selbst redete Klartext: „Ich brauche nach meinem Tod nichts mehr, kein Monument.“ Und er schob nach: „Mein Bewusstsein hört mit dem Tod auf.“ Was stattdessen nach seinem Ableben mit seiner Asche geschehen soll, hat das Paar bereits festgelegt. Gemeinsam und unmissverständlich.

Versöhnt blickt die Bergsteigerlegende dennoch zurück. Sein Satz dazu: „Wenn mein Leben morgen zu Ende wäre, könnte ich akzeptieren, dass ich ein sehr reiches Leben gehabt habe.“

Auch der große Altersunterschied zwischen den beiden kam zur Sprache. Dazu sagte der Alpinist: „Diane gibt mir das Gefühl, dass ich das absolute Abgleiten ins Jenseits noch eine Weile vor mir herschieben kann.“

Ohne Proviant in die Berge: So radikal puristisch leben die Messners

Wer glaubt, die Legende lasse es im Alter gemütlicher angehen, liegt falsch. Wie die kompromisslose Haltung im Alltag aussieht, erzählten die beiden live auf der Frankfurter Buchmesse – im Podcast von „DIE ZEIT“ („Und was machst Du am Wochenende?“).

Oft brechen Reinhold und Diane Messner komplett ohne Proviant in die Berge auf. Getrunken wird stattdessen direkt aus Bächen. Was Messner unter Verzichtsalpinismus versteht, erklärte er im Gespräch mit „DIE ZEIT“ so: „Für mich war es das Logischste, was ich machen kann – für Außenstehende ist es absurd.“

Doch nicht nur dieser puristische Lebensstil war Thema. Das Paar sprach auch über die heilende Kraft seiner späten Liebe. Und über den tiefen Schmerz, den der Verlust von Messners Brüdern in den Bergen hinterlassen hat.

Erbstreit und Kontaktabbruch: Messners Tränen um seine Kinder

Der wohl emotionalste Moment der ganzen Medientour – und der am heftigsten diskutierte – kam allerdings im Podcast „Hotel Matze“. Dort erlebte das Publikum einen völlig veränderten Reinhold Messner. Weit weg vom unnahbaren Beißer, als der er oft gilt.

Unter Tränen und sehr emotional sprach er über das schwerste Kapitel seines aktuellen Privatlebens: den kompletten Kontaktabbruch zu seinen vier Kindern infolge eines erbitterten Erbstreits, nachdem er sein Vermögen schon zu Lebzeiten aufgeteilt hatte.

„Mit 82 habe ich nur noch einen Menschen übrig, der sich um mich kümmert – meine Frau Diane“, räumte Messner offen ein. Dass das verbittert klingen könne, wies der Südtiroler zurück: Es handele sich vielmehr um eine „Anerkennung der Wirklichkeit“. Diane stehe ihm in dieser schweren Lage weiter zur Seite.

Im Podcast „Hotel Matze“ wurde zudem deutlich, dass der 82-Jährige offenbar nicht mehr auf eine Versöhnung mit seinen vier Kindern hofft: „Es steht nirgends geschrieben, dass man ewig lang in einem Clan zusammenspielen muss. Das kann sein, muss nicht sein.“

Öffentlich wolle er sich nicht weiter über seine Kinder äußern. Solange sie klein gewesen seien, habe er seine Verantwortung als Vater wahrgenommen. Mit dem Bruch in der Familie scheint sich Messner abgefunden zu haben. (red)