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„Maybrit Illner” Kölner Expertin: Helene Fischer könnte beim Kampf gegen Corona helfen

Helene_Fischer_Weihnachten_2020

Die Sängerin Helene Fischer tritt Anfang Dezember beim RTL Jahresrückblick „Menschen, Bilder, Emotionen 2020” auf. Die Medizinethikerin Christiane Woopen appelliert dafür, bekannte Persönlichkeiten wie die Schlagersängerin dazu aufzurufen, für eine Corona-Impfung zu werben.

Berlin – Der tägliche Blick auf die Corona-Zahlen lässt wenig Hoffnung zu, dass der Lockdown im Januar aufgehoben werden kann. Am Donnerstag (17. Dezember) gab es einen neuen Rekordwert: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen überschritt rechnerisch erstmalig die Marke von 30.000. Die deutschen Gesundheitsämter übermittelten dem RKI zudem 698 neue Todesfälle, der zweithöchste Wert seit Beginn der Pandemie.

Klar, dass Corona auch in den Polittalks weiterhin die Hauptrolle spielt. Am Donnerstag (17. Dezember) fragte Maybrit Illner im ZDF: „Corona verzeiht keine Fehler – Was kommt nach dem Shutdown?”

Die Gäste bei „Maybrit Illner” am Donnerstag (17. Dezember):

Alles zum Thema Corona
  • Tobias Hans (CSU, Ministerpräsident des Saarland),
  • Karl Lauterbach (SPD, Epidemiologe und Gesundheitsökonom),
  • Jonas Schmidt-Chanasit (Virologe),
  • Christiane Woopen (Vorsitzende des Europäischen Ethikrates),
  • Lisa Federle (Initiatorin „Tübinger Teststrategie”)

Es soll der Wendepunkt der Pandemie werden: Der Impfstart in Deutschland und den anderen EU-Ländern. Drei Tage nach Heiligabend soll es losgehen. Am 27., 28. und 29. Dezember solle die Impfung EU-weit beginnen. Doch wie sicher ist der Impfstoff?

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erklärt: „Er ist sicher und er ist sehr gut untersucht worden.” Unmittelbare schwere Nebenwirkungen seien mittlerweile fast ausgeschlossen, sagt er. „Ich würde den Impfstoff selbst nehmen, ohne zu zögern.”

„Maybrit Illner” (ZDF): Virologe meint, „Impfstoff ist ein großer Schritt nach vorn”

Als erstes seien „besonders verletzliche Menschen” an der Reihe, erklärt Ministerpräsident Tobias Hans. „Die Menschen können darauf vertrauen, dass die Impfungen in Deutschland hervorragend organisiert und sicher ablaufen werden.” Und auch Virologe Jonas Schmidt-Chanasit meint: „Der Impfstoff ist ein großer Schritt nach vorn, um die gefährdeten Risikogruppen vor dem Tod zu bewahren.”

Doch leider ist bislang die Impfbereitschaft nicht so groß wie erhofft. Soll ich mich möglichst bald gegen das Virus impfen lassen oder warte ich erstmal ab? Das fragen sich derzeit wohl viele Menschen.

„Maybrit Illner” (ZDF): Karl Lauterbach überrascht von geringer Impfbereitschaft

„Dass die Impfbereitschaft in Deutschland niedrig ist, überrascht mich”, so Lauterbach. „Denn die Krankheit ist ja in ihrem Verlauf bekannt, sie ist gefährlich für jeden, kein Alter ist ausgeschlossen. Da hätte ich eine höhere Bereitschaft erwartet.”

Deshalb wolle Lauterbach Impfkampagnen starten, um die Akzeptanz für den Impfstoff zu steigern. „Es gibt Hinweise darauf, dass die Impfstoffe sogar besser wirken als eine leichte durchgemachte Infektion.” Studien würden zeigen, dass der Impfstoff von Moderna sogar vor einer Ansteckung schütze, so Lauterbach. „Ich verstehe die Zurückhaltung nicht, auch nicht von Kolleginnen und Kollegen.”

Dabei sei eine Impfung ein „Akt der Solidarität”, findet Ministerpräsident Hans. Auch von jungen Menschen. „Es geht darum, mich zu schützen, andere zu schützen. Jeder Bürger sollte sich fragen, ober er das nicht den Menschen schuldig ist, die tagtäglich auf den Intensivstationen ihre Arbeit tun.”

„Maybrit Illner” (ZDF): Ethikerin wünscht sich einen „Jolie-Effekt” für Deutschland

Doch wie könnte die Akzeptanz gesteigert werden, gerade bei den jungen Menschen?

Die Ethikerin Christiane Woopen, die eine Professur für Ethik und Theorie der Medizin an der Universität zu Köln bekleidet, erinnert sich an einen Beitrag von US-Schauspielerin Angelina Jolie, die 2013 einen Beitrag in der „New York Times” veröffentlichte, in dem sie damals davon berichtete, dass sie sich einer beidseitigen prophylaktischen Mastektomie unterzogen habe, um ihr hohes individuelles Brustkrebsrisiko zu minimieren.

Dieser Beitrag bewirkte, dass sich Frauen weltweit vermehrt für Brust-Diagnostik und genetische Beratung interessierten – der sogenannte „Jolie-Effekt”.

„Maybrit Illner” (ZDF): „Helene-Fischer-Effekt” für Deutschland?

Woopen wünscht sich in Deutschland einen ähnlichen Effekt: „Wenn wir hierzulande die richtigen Personen erreichen, die für Impfungen appellieren – Helene Fischer zum Beispiel oder wer auch immer aus dieser Branche – dann schaffen wir Akzeptanz”, erklärt Woopen.

Ein „Helene-Fischer-Effekt” für Deutschland gewissermaßen, um junge Menschen für Impfungen zu sensibilisieren. Schließlich gehe es nicht nur darum, dass sie das nicht nur aus solidarischen Gründen machen, „sondern auch untereinander und füreinander.”

Ob Helene Fischer bei diesem Plan mitmachen würde...? (mg)

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