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Beklemmende Bilder bei Lanz Corona? China-Künstler deutlich: „Man lacht über Europa“

Ai Weiwei bei Markus Lanz

Der chinesische Künstler Ai Weiwei hat bei Markus Lanz über die Corona-Pandemie und seinen beeindruckenden Dokumentarfilm aus der Geisterstadt Wuhan gesprochen.

Köln – Neben der US-Wahl ging es bei Markus Lanz am Dienstagabend um die von Bund und Ländern neu beschlossenen Anti-Corona-Maßnahmen.

Im Studio debattierten ZDF-Amerika-Korrespondent Elmar Theveßen, Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), „Spiegel“-Redakteurin Christiane Hoffmann, Virologe Jonas Schmidt-Chanasit und Künstler Ai Weiwei.

Markus Lanz: Künstler Ai Weiwei über beklemmenden Corona Film „Coronation“

Letzterer hat während des Lockdowns im chinesischen Wuhan, von wo aus sich das Virus in die ganze Welt ausbreitete, einen beeindruckenden und beängstigenden Film („Coronation“) gedreht, der sowohl die rigiden Maßnahmen der chinesischen Behörden zeigt als auch das unfassbare Leid, das das Virus verbreitet.

Bei Lanz lobt Ai Weiwei zunächst, dass es in Deutschland so viele unterschiedliche Meinungen und Herangehensweisen in der Pandemie gebe. „Ich habe den Eindruck, dass hier sehr vorsichtig vorgegangen wird“, sagt der chinesische Künstler. Das zeuge von einem demokratischen Prozess. „Genauso funktioniert es in China eben nicht.“

Dann werden wirklich beklemmende Szenen aus der Geisterstadt Wuhan gezeigt. Inklusive erschreckender Bilder von den Intensivstationen, wo Ärzte verzweifelt um das Leben von Patienten kämpfen.

Ai Weiwei bei Markus Lanz: „Man lacht in China über europäische Staaten“

Ai Weiwei: „Man kann es mit einer toten Stadt vergleichen. Mit mehr als zehn Millionen Menschen.“ Denn während des Lockdowns ging – anders als in Deutschland – wirklich gar nichts mehr. 

Doch mit den Knallhart-Maßnahmen scheinen die Chinesen das Coronavirus in den Griff bekommen zu haben, während man im Rest der Welt mit steigenden Infektionszahlen und der zweiten Welle kämpft. Das bleibt auch im Ursprungsland des Virus nicht unbemerkt.

„Man lacht über das, was sich in den Vereinigten Staaten abspielt. Und natürlich lacht man in China auch über die europäischen Staaten, wo heute einfach immer noch nicht alles unter Kontrolle ist, wo die Welle zurückkommt“, sagt Ai Weiei. In China stelle man sicher, dass die Zahlen langfristig tief blieben, „auch wenn damit enorme Opfer einhergehen“.

In Deutschland agiert Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgrund von steigenden Infektionszahlen dagegen mit viel Vorsicht.

Markus Lanz: Redakteurin erklärt: „Warnen ist das einzige, das Merkel tun kann“

Christiane Hoffmann erklärt: „Die Kanzlerin ist ja in der schwierigen Lage, dass sie eigentlich nichts mehr hat als warnende Worte. Viel mehr kann sie ja nicht unternehmen.“

So läge die gesamte Verantwortung bei Kanzlerin Merkel. Aber „die Ministerpräsidenten entscheiden und Angela Merkel kann nicht anders als mahnen und warnen. Sie ist vermutlich echt besorgt“, erklärt Hoffmann

Hohe Corona-Zahlen würden sich laut der „Spiegel“-Redakteurin auch auf Merkels politisches Erbe schlagen.

Markus Lanz: Virologe Schmidt-Chanasit warnt davor, zu weit in die Zukunft zu schauen

Virologe Jonas Schmidt-Chanasit warnt davor, sich zu sehr auf die Zahlen zu konzentrieren.

Peter Tschentscher spricht von einer „eigentlich harmonischen“ Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern. „Merkel wollte die hohen Zahlen nochmal veranschaulichen. Man muss sich das bewusstmachen, wir hatten das im Herbst schon einmal. Es beginnt mit einzelnen Infektionen und dann wird es sehr schnell immer mehr. Deswegen müssen wir frühzeitig, bevor diese großen Verdopplungen kommen, Maßnahmen einleiten“, gibt Hamburgs Erster Bürgermeister zu bedenken.

Markus Lanz fragt, wieso man immer von einem Worst-Case-Szenario ausgehe: „Das ist doch ein Szenario, das kommen könnte, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es eintritt, ist doch in Wahrheit sehr klein, oder nicht?“

Markus Lanz: Schmid-Chanasit sieht eine Maßnahme als positiv

„Das kann man so nicht sagen“, bemerkt Schmidt-Chanasit. „Langfristige Vorhersagen sind sehr schwer und nicht seriös. Wir können nur sehr kurz in die Zukunft schauen und dementsprechend reagieren. Also keiner weiß, ob es eben 19.000 oder 1000 Infektionen werden, weil wenn die Zahlen so steigen, wird man natürlich reagieren“, so der Virologe.

Man werde vielen Infektionen natürlich entgegensteuern. So sieht er die beschlossene Maßnahme, Familienfeiern zu beschränken und ein Limit zu setzen, sehr positiv. (kiba, so)

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