Mette-Marits Sohn wurde wegen Vergewaltigung verurteilt, doch der Prozess wird neu aufgerollt. Sein Trauerfeier-Auftritt sorgt für einen Skandal.
Plötzliche WendungMarius Borg Høiby „sehr zufrieden“ – nach Trauerfeier-Auftritt nun Freispruch?

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Marius Borg Høiby (r) bei der Trauerfeier für König Harald in Oslo.
Jetzt ist es amtlich: Der Prozess um Marius Borg Høiby geht in die nächste Runde. Diese Entscheidung verkündete das Berufungsgericht Borgarting am Donnerstag (10. September 2026) mittels einer Pressemitteilung. Darüber informierte auch die norwegische Zeitung „VG“.
Dem 29-Jährigen wird einiges zur Last gelegt. Am 15. Juni wurde er zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Die Anklagepunkte sind heftig: zweifache Vergewaltigung von bewusstlosen Personen und Gewalttaten gegen seine frühere Freundin Nora Haukland.
Høiby fackelte nicht lange und legte noch am selben Tag Widerspruch gegen die drei Kernpunkte der Anklage ein. Aktuell verbüßt er seinen Hausarrest auf dem Anwesen Skaugum, überwacht durch eine elektronische Fußfessel. Wann das neue Verfahren startet, ist noch offen, doch die Anklagebehörde schätzt die Dauer auf ungefähr vier Wochen.
Verteidigung von Mette-Marits Sohn atmet auf
Die Rechtsbeistände von Marius Borg Høiby reagierten positiv auf die einhellige Entscheidung der Richter. Sein Verteidiger, Petar Sekulic, hat seinem Klienten die gute Nachricht bereits am Vormittag übermittelt.
Seine Kollegin, Ellen Holager Andenæs, äußerte, dass dieser Ausgang absehbar war. Das gelte auch, obwohl die Anklagebehörde öffentlich verlangt hatte, den Widerspruch zurückzuweisen.

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Umstritten: Marius Borg Høiby (r) bei der Trauerfeier für König Harald in Oslo.
Høiby selbst soll über die Aussicht auf ein neues Gerichtsverfahren „sehr zufrieden“ sein. Er beharrt in den drei strittigen Anklagepunkten weiterhin auf seiner Unschuld.
Für die Opfer beginnt das Warten von Neuem
Für die Frauen, die als Zeuginnen und Klägerinnen auftreten, ist das neue Verfahren eine gewaltige psychische Belastung. John Christian Elden und Heidi Reisvang, die Anwälte von Nora Haukland und einem weiteren Opfer eines Geschehnisses auf Skaugum von 2018, ließen verlauten: Ihre Klientinnen sind zwar niedergeschlagen, aber sie sind bereit, noch einmal vor Gericht ihre Aussage zu machen.
Hege Salomon, die Rechtsbeistand einer Frau ist, die nach einer Party im März 2024 zum Opfer wurde, sprach ebenfalls von der großen Bürde, die ein wiederholtes Verfahren darstellt.
Unterdessen machte Staatsanwalt Sturla Henriksbø klar, dass in dem neuen Prozess wohl die gleichen Beweismittel auf den Tisch kommen werden. Außerdem kündigte er an, dass durch eine Anschlussberufung der Anklage auch die Höhe der Strafe erneut zur Debatte stehen wird.
Aufschrei wegen Auftritt bei Trauerfeier
Diese richterliche Entscheidung platzt mitten in eine ohnehin schon hitzige Debatte um den Spross von Königin Mette-Marit. Denn erst einen Tag zuvor hatte sein Auftritt beim staatlichen Trauerakt für König Harald V. in der Kathedrale von Oslo für einen riesigen Aufschrei in der norwegischen Presselandschaft gesorgt.
Die Tatsache, dass der verurteilte 29-Jährige in der royalen Limousine zusammen mit seinen Halbgeschwistern, Kronprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus, vorfuhr und anschließend gut sichtbar in der zweiten Reihe Platz nahm, sorgte für Fassungslosigkeit. Adelsexperten, wie die von „Se og Hør“, werteten dies als einen gravierenden Fauxpas. (jag)
