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BSW-Gründerin poltertLanz rechnet mit Wagenknecht ab

In seinem ZDF-Talk lieferte sich Markus Lanz hitzige Wortgefechte mit Sahra Wagenknecht. (Bild: ZDF / Markus Hertrich)

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In seinem ZDF-Talk lieferte sich Markus Lanz hitzige Wortgefechte mit Sahra Wagenknecht. (Bild: ZDF / Markus Hertrich)

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In seinem ZDF-Talk wollte Markus Lanz von Sahra Wagenknecht wissen, „was passiert ist, dass Sie sich jetzt plötzlich zum Steigbügelhalter für die AfD machen“. Die BSW-Mitgründerin reagierte gereizt.

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt klar für sich entschieden. Nach den vorläufigen Hochrechnungen kommt die Partei auf ein Rekordergebnis von rund 43,8 Prozent, verpasst damit aber ihr selbst gestecktes Ziel, allein regieren zu können. Genau an diesem Punkt setzte Markus Lanz am Montagabend an.

Im Zentrum der ausnahmsweise Montag ausgestrahlten Sendung stand das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), das mit 5,3 Prozent knapp den Sprung in den Landtag schaffte und nun bei der Frage nach Mehrheiten zur Schlüsselrolle werden könnte. Zunächst erklärte Sahra Wagenknecht mit Blick auf die Wahlschlappe für die CDU: „Das ist doch wirklich ein so deutliches Zeichen einer abgrundtiefen Unzufriedenheit mit der herrschenden Politik.“ Sie legte nach: „Man muss sich ja auch nicht wundern, wenn man politisch immer wieder Entscheidungen trifft, die der Mehrheit der Bevölkerung regelrecht ins Gesicht schlagen, dass dann die Menschen unzufrieden sind!“

Tino Chrupalla bezeichnete die sogenannte „Brandmauer“ bei „Markus Lanz“ als „abgewählt“. (Bild: ZDF / Markus Hertrich)

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Tino Chrupalla bezeichnete die sogenannte „Brandmauer“ bei „Markus Lanz“ als „abgewählt“. (Bild: ZDF / Markus Hertrich)

Lanz wollte wissen, ob das BSW nun dazu beitragen könnte, einen AfD-Ministerpräsidenten möglich zu machen. Wagenknecht wich aus: „Wir wollen, dass in Sachsen-Anhalt die Politik gemacht wird, die sich die Menschen wünschen.“ Als Lanz erneut nachfragte, ob das BSW gemeinsam mit der AfD Politik betreiben wolle, antwortete sie: „Da, wo es gemeinsame Mehrheiten gibt bei vernünftigen Positionen, für die wir auch gewählt werden, werden wir versuchen, im Landtag diese Mehrheiten zu nutzen.“

Lanz unterbrach die ehemalige BSW-Vorsitzende und fragte konkret, ob das BSW Ulrich Siegmund „vorher zum Ministerpräsidenten“ wählen werde. Wagenknecht reagierte genervt: „Das haben wir doch immer ausgeschlossen! Wir haben immer gesagt, wir wünschen uns einen überparteilichen Ministerpräsidenten (...) - jemanden, der für einen politischen Neubeginn steht.“

Sahra Wagenknecht poltert: „Auf dem Niveau bringt die Debatte nichts!“

Der ZDF-Moderator ließ jedoch nicht locker: „Sie wollen nicht Herrn Siegmund als Ministerpräsidenten?“ Wagenknecht antwortete knapp: „Ich fände es gut, wenn wir eine Persönlichkeit finden mit Statur, die tatsächlich über Parteigrenzen hinaus respektiert wird - aber die natürlich für eine neue Politik steht.“ Daraufhin wurde der Ton schärfer.

Tino Chrupalla und Sahra Wagenknecht kommentierten bei „Markus Lanz“ den Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. (Bild: ZDF / Markus Hertrich)

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Tino Chrupalla und Sahra Wagenknecht kommentierten bei „Markus Lanz“ den Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. (Bild: ZDF / Markus Hertrich)

Lanz hielt Wagenknecht ihre frühere politische Rolle vor und sagte mit strengem Blick: „Jahrzehntelang haben Sie (...) die große Antifaschistin gegeben. Und jetzt das!“ Wagenknecht konterte gereizt: „Auf dem Niveau bringt die Debatte nichts!“ Lanz blieb jedoch dabei und wollte wissen, „was passiert ist, dass Sie sich jetzt plötzlich zum Steigbügelhalter für die AfD machen“. Wagenknecht wies dies empört zurück: „Das finde ich unverschämt!“

Als Lanz nachhakte, „Was ist daran unverschämt?“, schaltete sich AfD-Chef Tino Chrupalla ein: „Dass Sie zum Beispiel unterstellen, dass wir Faschisten sind!“ Wagenknecht legte nach: „Nach Ihrer Logik muss jeder die CDU und das Altparteien-Kartell unterstützen. Wer das nicht mehr macht, der ist Steigbügelhalter der AfD!“ Lanz schüttelte mit dem Kopf, doch Wagenknecht blieb bei ihrer Kritik: „Wir müssen darüber sprechen, warum hat die AfD diesen riesigen Erfolg? (...) Es ist eine wirklich perfide Diskussion, uns in diese Ecke zu stellen!“

Wird das BSW in Sachsen-Anhalt zum „Steigbügelhalter für die AfD“? Darüber stritten, von links: Markus Lanz, Tino Chrupalla und Sahra Wagenknecht. (Bild: ZDF / Markus Hertrich)

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Wird das BSW in Sachsen-Anhalt zum „Steigbügelhalter für die AfD“? Darüber stritten, von links: Markus Lanz, Tino Chrupalla und Sahra Wagenknecht. (Bild: ZDF / Markus Hertrich)

Hitzig wurde es ebenfalls, als Melanie Amann das Ergebnis in Sachsen-Anhalt als „eine Katastrophe für unsere Demokratie“ bezeichnete. Chrupalla widersprach: „Wir haben die Demokratie wiederbelebt.“ Mit Blick auf den AfD-Wahlkampf erklärte er, es könne nur „einen Ministerpräsidenten Ulrich Siegmund geben“ und davon werde man „nicht ablassen“. Außerdem sei die Brandmauer aus seiner Sicht „abgewählt“ worden: „Die Bürger haben die Nase voll von diesem Schwachsinn!“

Sahra Wagenknecht wettert in Richtung Lanz: „Eine wirkliche Pseudo-Debatte“

Lanz lenkte die Debatte schließlich auf Inhalte und fragte in Richtung Chrupalla: „Würden Sie sofort jede Unterstützung an die Ukraine einstellen?“ Der AfD-Vorsitzende antwortete vage: „Die humanitäre Unterstützung, da gibt's überhaupt keine Diskussion, dass man die natürlich leisten muss.“ Er kritisierte jedoch im gleichen Atemzug die militärische Hilfe und „die Sanktionsspirale“ gegenüber Russland.

Als Lanz konkret wissen wollte, ob die AfD „alle Sanktionen gegen Russland aufheben“ würde, sagte Chrupalla: „Man muss ins Gespräch kommen.“ Lanz insistierte: „Noch mal, Herr Chrupalla. Antworten Sie doch einfach auf die Frage! Würden Sie alle Sanktionen aufheben?“ Der AfD-Politiker erklärte daraufhin: „Ich halte die Sanktionen in jeglicher Form für nicht sinnbringend und vor allen Dingen haben sie der deutschen Wirtschaft selbst massiv geschadet.“

Im ZDF-Talk sprachen, von links: Tino Chrupalla, Sahra Wagenknecht, Melanie Amann und Peter Neumann. (Bild: ZDF / Markus Hertrich)

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Im ZDF-Talk sprachen, von links: Tino Chrupalla, Sahra Wagenknecht, Melanie Amann und Peter Neumann. (Bild: ZDF / Markus Hertrich)

Zu Waffenlieferungen sagte er, seine Partei unterstütze „keine Waffenlieferungen in Krisen- und Kriegsgebiete“. Lanz hielt dagegen und wollte wissen, ob die AfD damit neue Fluchtbewegungen in Kauf nehme. An dieser Stelle platzte Sahra Wagenknecht der Kragen: „Herr Lanz, das ist doch eine wirkliche Pseudo-Debatte!“

Politologe Peter Neumann widersprach: „Es gibt Millionen von Ukrainern, (...) die einer russischen Besetzung Widerstand leisten würden. Der Konflikt würde weitergehen (...) und das würde ganz sicher zu vielen Flüchtlingen führen.“ Wagenknecht warnte derweil: „Wir lassen uns immer tiefer in diesen Krieg hineinziehen und das ist gefährlich!“ Viele Bürger hätten die AfD gewählt, „weil sie sich in dieser Frage Veränderungen wünschen, weil sie Angst haben vor einem großen Krieg - und zwar berechtigte Angst“. (tsch)

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