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Kultfilm verblüfft heuteFilm von 1978 über zögernde Jugend wirkt erstaunlich aktuell

Streaming- und TV-Ausblick - Arte - «Die Nichtstuer»

Copyright: Sacher Film/ZDF/dpa

Nanni Moretti (links) als Michele und Carola Stagnaro als Flaminia in einer Szene des Films «Die Nichtstuer». Der Film kann seit Montag in der Arte-Mediathek gestreamt werden.

Ein Kultfilm von 1978, der die heutige Jugend spiegelt.

„Ich gehe hin. Nein, ich habe keine Lust. Ich gehe nicht. Nein.“ Mit diesem bekannten Zitat aus „Die Nichtstuer“ fasst Regisseur Nanni Moretti die Zerrissenheit seiner Charaktere perfekt zusammen. Was sich anhört wie ein Blick in die Köpfe der heutigen Jugend, ist tatsächlich schon von 1978.

Der Protagonist grübelt am Hörer über eine Einladung zu einer Feier und dreht sich im Kreis. Das Werk ist ein Sinnbild für die Jugend Italiens in den 70ern: gefangen zwischen politischen Träumen und nagenden Selbstzweifeln, ohne eine klare Richtung im Leben. Mit „Ecce Bombo“, wie der Film im Original heißt, zeichnete Moretti das Bild einer Generation, die von Zaudern und Überforderung geprägt war. Jetzt, beinahe ein halbes Jahrhundert danach, kann man sich diesen Kultstreifen für einen Zeitraum von drei Monaten in der Mediathek von Arte anschauen.

Planlos in Rom: Eine Generation im Stillstand

Der Regisseur selbst, damals mit schulterlangen Haaren und Oberlippenbart, verkörpert den Protagonisten Michele Apicella. Dieser junge Römer hängt mit seiner Clique abends planlos in Kneipen herum. Ihre Gespräche drehen sich um Politik, die Liebe und den Sinn von allem, was später in sogenannten Bewusstseinsrunden mündet. Doch wirklich voran geht es nicht, da ihre Debatten immer wieder in Sackgassen ohne Ergebnis enden.

Mirko, einer aus Micheles Freundeskreis, fasst die Stimmung der Clique zusammen: „Wir sind ein bisschen gelangweilt, enttäuscht, ein bisschen müde. Wir haben unsere politische Aktivität eingestellt. Wir sind glücklich, weil wir diese Last nun los sind. Wir versuchen, Spaß zu haben. Ich bin ziemlich frustriert, auch weil es mir keinen Spaß macht. Wir müssen hier etwas unternehmen.“

Stimmungen statt Story

Der Film erzählt seine Geschichte in Bruchstücken und ohne festen Faden. Statt einer durchgehenden Story gibt es zahlreiche kurze Momente, die eine bestimmte Atmosphäre einfangen. Anscheinend war es Morettis Absicht, Gefühle zu vermitteln, nicht unbedingt eine Handlung. Und genau das macht den besonderen Charme dieses Werks aus.

Diese eingefangenen Augenblicke sorgen häufig für ein Lächeln, weswegen der Streifen gerne als Komödie gilt. Moretti selbst sah sein Werk aber nie als typischen lustigen Film. Berichten zufolge war er sogar verwundert, als die Zuschauer bei den ersten Vorstellungen lachten.

Wie Moretti zu „Italiens Woody Allen“ wurde

Für Moretti war es der zweite Film in Spielfilmlänge und gleichzeitig sein erster riesiger Erfolg, der ihm als Mittzwanziger den Sprung ins Rampenlicht ermöglichte. Mit diesem Werk wurde er sogar zum Filmfestival nach Cannes eingeladen. Informationen von Arte zufolge entstand der Film mit einem kleinen Team und wurde auf 16-mm-Film gedreht.

Seine spätere Karriere verschaffte ihm den Spitznamen „Italiens Woody Allen“. Man feiert ihn als Visionär, der das Kino Italiens neu erfunden hat, und als einen der berühmtesten Regisseure Europas. Zu seinen berühmtesten Werken zählen „Goldene Träume“ (1981), „Die Messe ist aus“ (1986), „Liebes Tagebuch“ (1994), „Das Zimmer meines Sohnes“ (2001) sowie „Habemus Papam - Ein Papst büxt aus“ (2011).

Erstaunlich aktuell: Ein Spiegel für die heutige Jugend?

Schon in „Die Nichtstuer“ findet sich die Handschrift, die für Morettis spätere Arbeiten typisch werden sollte: die selbstreflexive Perspektive, die Verknüpfung des Privaten mit politischen Analysen und ein subtiler, oft ironischer Witz.

Der Film fühlt sich auch heute noch verblüffend modern an, weil er das Lebensgefühl einer Jugend einfängt, die von Selbstzweifeln, Zaudern und der Angst vor dem nächsten Schritt bestimmt ist. Bestimmt finden sich viele junge Menschen von heute in Michele und seiner Clique wieder, mit all ihren Sorgen und Grübeleien. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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