Bill Kaulitz war lieber „unterwegs“Heidi Klums „HeidiFest“ wird zum Fiebertraum

Heidi-Hysterie meets Wiesn-Wahnsinn: Heidi Klum machte ihren Wiesn-Warm-up, das „HeidiFest“ (RTL) im Münchner Hofbräuhaus, zum ekstatischen Aufgalopp. (Bild: RTL/Karl-Josef Hildenbrand)

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Heidi-Hysterie meets Wiesn-Wahnsinn: Heidi Klum machte ihren Wiesn-Warm-up, das „HeidiFest“ (RTL) im Münchner Hofbräuhaus, zum ekstatischen Aufgalopp. 

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Heidi-Hysterie meets Wiesn-Wahnsinn. Mit ihrem „HeidiFest“ (RTL) stimmte Heidi Klum München und seine Schickeria auf das am Samstag startende Oktoberfest ein. Wer die Festivität im Hofbräuhaus überstand, müsste für die echte Wiesn bestens gerüstet sein.

„HeidiFest“ bei RTL bot 24 Künstlerauftritte in 135 Minuten, also 17 Hits mehr in 60 Minuten weniger als „The Masked Singer“ am Vorabend - und dazu noch zwei Werbepausen weniger! Aber, das muss man schon sagen: auch ein paar richtig peinliche Momente mehr. Zwischendurch schaute sogar mal Heidi Klum schräg - und die ist normalerweise die gute Laune in Person.

Gedränge auf dem grünen Teppich: Schon zwei Stunden vor der Live-Show standen die VIPs (im Foto im Mittelpunkt: Bruce Darnell) am Hofbräuhaus Schlange. (Bild: RTL/Karl-Josef Hildenbrand)

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Gedränge auf dem grünen Teppich: Schon zwei Stunden vor der Live-Show standen die VIPs (im Foto im Mittelpunkt: Bruce Darnell) am Hofbräuhaus Schlange.

Das „HeidiFest“ wurde zum erwarteten Fiebertraum. Aber der begann schon vor dem Showstart mit dem „Exclusiv Spezial“, bei dem Frauke Ludowig jeden auf dem grünen Teppich zum Kurzinterview stellte, der nicht schnell genug vorbeihuschte. Oder die Moderatorin – wie Heidi Klum auf dem Weg zum Familienfototermin – rüde aus dem Weg schubste. Das Gespräch mit Olivia Jones, als Kuh gekleidet, ebnete niveaumäßig den weiteren Weg. Später grölte „La Jones“ noch „Jetzt muss ich gemolken werden“ ins weite Rund. Top-Bewerbung für „Promi-Büßen“, aber nicht als Moderatorin.

„Das wird a Mords Gaudi“, hatte Heidi Klum (53) als Motto ausgegeben. Als sie gegen 19.30 Uhr mit Mama Erna in der Fahrradrikscha vorfuhr, war die Dirndlschürze noch gelb und die Welt in Ordnung. Dann lud Dimitrios Adamopoulos GNTM-Model Barbara Meier und Schlagerstar-Spross Achim Petry zum traditionellen Nagelspiel und erklärte etwas holprig: dreimal nageln und „wer's mehr drin hat, kriegt ein Geschenk“. Barbara gewann – ein Lebkuchenherzl mit „I Heidi gern“-Aufschrift.

Bill Kaulitz blieb dem „HeidFest“ fern

Mit 900 geladenen Gästen sowie 24 Acts aus Heidis persönlicher Lieblingsplaylist der 70er- bis 90er-Jahre drehte „HeidiFest“ das feiererprobte Münchner Hofbräuhaus auf links. VIP-Gäste von Anna Ermakova bis Jana Wosnitza und Stars von Dr. Alban bis Vicky Leandros sorgten für Glamour und tolle (Vicky!) bis schräge (Dr. Alban, La Bouche, Jenny von Ace of Base) Auftritte. Der Sound, zumeist Playback, war schlecht. Das Licht der Kameraleute arbeitete nach dem Refrain aus dem „Schunder-Song“ von den Ärzten, also tief ins Gesicht rein.

Happy Family ohne zwei: Beim Familienfoto mit Sohn Henry, Mutter Erna und Ehemann Tom fehlten Heidis Tochter Leni (da, aber irgendwo anders unterwegs) und Schwager Bill. Der blieb aus Termingründen fern. (Bild: RTL/Karl-Josef Hildenbrand)

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Happy Family ohne zwei: Beim Familienfoto mit Sohn Henry, Mutter Erna und Ehemann Tom fehlten Heidis Tochter Leni (da, aber irgendwo anders unterwegs) und Schwager Bill. Der blieb aus Termingründen fern.

Erst musste noch eine bange Frage geklärt werden. „Wo ist Bill?“ Heidis Schwager war nicht da. „Der ist unterwegs“, erklärte Gustav Schäfer, Bills Tokio-Hotel-Kumpel und seit „Let's Dance“ selbst Star. „Das hat nicht in seinen Terminkalender gepasst.“ Dann schritt Heidi, mit nun ganz unschuldigem brautweißen Dirndl, zum Anstich. A bisserl nervös war sie schon, denn: „Letztes Jahr ging's mitten ins Gesicht.“ Diesmal aber: Nur ein kleiner Spitzer beim ersten Schlag, nach dem zweiten passte es, der dritte war Sicherheitsschlag. Sie war so stolz, dass sie das übliche „O'zapft is!“ vergaß. Nicht aber „meine lieben Freunde von ProSieben“ zu grüßen.

Tierisch: Olivia Jones kam als Kuh. Gemeinsam mit ihren Dragqueen-Freundinnen unterstützte sie Heidi bei der Moderation. (Bild: 2026 Getty Images/Hannes Magerstaedt)

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Tierisch: Olivia Jones kam als Kuh. Gemeinsam mit ihren Dragqueen-Freundinnen unterstützte sie Heidi bei der Moderation.

Heidi nahm sich diesmal aus der Moderation ein wenig zurück, überließ ihren Dragqueen-Freunden um Candycrush das Labern. War bunt und schrill, aber mitunter nicht die beste Wahl. Aber so hatte Heidi Zeit, an Einlagen wie Kuhglockenbimmeln oder gefaktem Maßkrugstemmen mitzumachen und vor allem, sich an ihren Tom zu kuscheln und mit ihm zu tanzen. Ihre Tochter Leni war auch da, ging aber irgendwie in der tobenden Meute verschütt. Ihre Oma Erna und Bruder Henry hielten länger aus.

Dafür muss Zeit sein auch in der größten Hektik: Heidi und ihr Gatte Tom genossen einen kurzen zweisamen Moment auf dem grünen Teppich, bevor der wilde Wahnsinn richtig losging. (Bild: RTL/Karl-Josef Hildenbrand)

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Dafür muss Zeit sein auch in der größten Hektik: Heidi und ihr Gatte Tom genossen einen kurzen zweisamen Moment auf dem grünen Teppich, bevor der wilde Wahnsinn richtig losging.

Jubel, Trubel, Heiserkeit. Gefakte Stimmung, wo immer die Kamera mit Rotlicht hinschwenkte. Nur Realitystar Gina-Lisa Lohfink fühlte es wirklich. Die wäre fast, oder wenigstens Teile von ihr, vor Freude geplatzt. Aber Heidi nahm alles mit stoischer guter Laune, süppelte am Bier und groovte mit und begnügte sich auch mit nur einem atonalen Anheizen zum „Prosit der Gemütlichkeit“.

„Du hast Spaß? Dann sagt das doch mal deinem Gesicht, hahaha.“ Olivia Jones, wer sonst, sprach's zu Frank Thelen, und der sah - auch beim Alphorn-Blasen - aus, als wäre er gern in seiner „Höhle der Löwen“ verschwunden. Aber: Auch Olivia stellte sich nicht besser an. Und Bruce Darnell beim Schuhplatteln ebenso nicht. Die Jungs von den „Schwuhplatterln“, auf besonderen Wunsch von Heidi dabei, umso mehr. Da sagte Olivia einmal was mit Substanz: „Heidi steht für Diversity. Sie hat so viel dafür getan.“

„Ich liebe das Leben“: Heidi kuschelt mit Sohn Henry und Ehemann Tom

Das Künstlerprogramm? Durchwachsen. Die Show des Abends bot Nicole Scherzinger, die viel mit Live-Voice arbeitete und mächtig einheizte. Auch 2 Unlimited gelang der Zeitsprung in die Techno-90er super gut. Eher schwach auf der Sangesbrust waren Penny Ford (Snap) und vor allem Jenny von Ace of Base. Makus wollte zwar Spaß, verpasste aber den Playback-Einsatz. Naomi Campbell nahm als DJane professionell das Tempo raus. HeidiFest ist halt nicht Coachella. Und Tony Christie, der Mann ist 83, war eine Sensation. Sein „Amarillo“ hätte nur „Take me home, Country Roads“ von und mit John Denver toppen können.

Um 21.25 Uhr knutschte Heidi ihren Tom zu „Free from Desire“ von Gala nieder, wenig später dancten sie bei Snap in vorderster Front und schwooften dann zu Katja Ebsteins „Wunder gibt es immer wieder“ im Fox-Takt. Das war schon schön und romantisch. Nur die vielen Leute störten ein bisschen das Tête-à-tête.

Aber es dauerte ja nicht mehr lange. Der Schlusspunkt geriet wirklich zum Höhepunkt. Um 22.25 Uhr sang Vicky Leandros, die Große, ihren Riesenhit und quasi Heidis Lebensmotto: „Ich liebe das Leben“. Und Heidi schunkelte schmusig zwischen ihrem Sohn Henry und ihrem Mann Tom und alle Augen glänzten. Danach verabschiedete sie sich freundlich „bis zum nächsten Mal“. Dann spielte die Blasmusik „Heidi“, die Fans riefen „Zugabe“ und irgendwie war alles gut. Und vorbei. (tsch)

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