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„Gewisse Zaghaftigkeit“Georg Restle kritisiert Umgang der ARD mit der AfD

Georg Restle wird das ARD-Magazin „Monitor“ nach mehr als 25 Jahren verlassen. (Bild: WDR/ Ben Knabe)

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Georg Restle wird das ARD-Magazin „Monitor“ nach mehr als 25 Jahren verlassen. (Bild: WDR/ Ben Knabe)

Nach mehr als 25 Jahren verlässt Georg Restle das ARD-Magazin „Monitor“. Nun hat der Moderator verraten, welchen Themen er sich in Zukunft widmen möchte und wie er die Haltung der ARD gegenüber der AfD wahrnimmt.

Mehr als zwei Jahrzehnte stand Georg Restle für das ARD-Magazin „Monitor“ vor der Kamera. Nun zieht es den Journalisten nach Nairobi. Auch dort will er sich politischen Themen widmen.

„Ich werde aus Nairobi für knapp 40 Länder zuständig sein, viele davon sind Krisengebiete“, erklärt Restle im Interview mit der „Zeit“ über seinen neuen Aufgabenbereich und versichert gleichzeitig: „Ich lege mich dort ganz sicher nicht in die Hängematte.“ Er habe auch nicht vor, „über Elefantenbabys zu berichten“, sondern wolle seiner Karriere als Politikjournalist treu bleiben.

Während Restle selbst stets eine ziemlich klare politische Haltung vertritt und diese auch in den sozialen Medien kundtut, merkt er an, bei der ARD vermehrt eine „gewisse Zaghaftigkeit“ im Umgang mit der AfD zu vernehmen. „Ich bin in der ARD mit meiner klaren Haltung zur AfD inzwischen wohl in der Minderheit, wenn auch nicht allein“, beschreibt es Restle gegenüber der „Zeit“. Der Umgang mit der Partei habe die Rundfunkanstalt in den vergangenen Jahren sehr beschäftigt. Restle habe jedoch den Eindruck bekommen, „dass sich dabei die Meinung durchgesetzt hat, man solle die Partei wie jede andere behandeln - solange sie nicht verboten ist“.

Georg Restle mahnt vor Landtagswahl: „Die Gefahr ist größer denn je“

Eine Ansicht, die der Journalist nicht teilt. Die Partei dürfe nicht isoliert betrachtet werden, sondern müsse stets im Verbund mit den rechtsextremen Organisationen in ihrem Umfeld gesehen werden, die sie als ihr „Vorfeld“ begreifen. Den Gegenwind, den die Berichterstattung in gewissen Kreisen auslöse, müsse man aushalten können. Restle sei sich jedoch bewusst, dass dies „nichts für jeden“ ist.

Den Vorwurf, dass die AfD durch die Berichterstattung vermeintlich weiter gestärkt oder gar zu einer Art „Märtyrer“ gemacht werden könne, weist er dagegen entschieden zurück. „Das halte ich für hanebüchen!“ Die Aufgabe von Journalisten sei es, vor den Gefahren für Demokratie und Menschenrechte in diesem Land warnen. „Wenn man sich anschaut, dass die AfD bei einer Landtagswahl im Osten in diesem Herbst vielleicht eine absolute Mehrheit der Mandate erreichen und damit den ersten Ministerpräsidenten stellen könnte, muss ich sagen: Die Gefahr ist größer denn je.“ (tsch)

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