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„Mit Haltung zur AfD in der Minderheit“WDR-Moderator verlässt Köln – und übt Kritik

Moderator Georg Restle (hier im Oktober 2025 bei „Maischberger“) verlässt Köln.

Copyright: IMAGO/HMB-Media

Moderator Georg Restle (hier im November 2024 bei „Maischberger“) verlässt Köln.

Aktualisiert:

Am Donnerstag läuft die letzte „Monitor“-Sendung mit Georg Restle. Danach verlässt er Köln. In einem Interview übt er Kritik an der ARD.

Moderator Georg Restle tritt am Donnerstag zum letzten Mal für das WDR-Politmagazin „Monitor“ vor die Kamera – nach nunmehr 14 Jahren. Doch bevor es von Köln nach Afrika geht, übt er Kritik an der ARD.

In einem Interview mit der Wochenzeitung „Zeit“ nimmt der Journalist kein Blatt vor den Mund. Er bemängelt eine „gewisse Zaghaftigkeit“ des Senders bei der Auseinandersetzung mit der AfD. „Ich bin in der ARD mit meiner klaren Haltung zur AfD inzwischen wohl in der Minderheit, wenn auch nicht allein“, so Restle.

„Das halte ich für hanebüchen!“

In den letzten Jahren sei in der ARD intensiv darum gerungen worden, wie man mit der Partei umgehen soll, so der Moderator. „Ich habe den Eindruck, dass sich dabei die Meinung durchgesetzt hat, man solle die Partei wie jede andere behandeln – solange sie nicht verboten ist.“

Ihm werde bisweilen vorgeworfen, die AfD durch die Berichterstattung zu stärken, erklärt der Moderator. „Das halte ich für hanebüchen! Journalisten müssen vor den Gefahren für Demokratie und Menschenrechte in diesem Land warnen, und das tun wir, indem wir die Fakten zur AfD und zu ihrem rechtsextremen Umfeld recherchieren und darüber berichten.“ 

Man müsse auf der anderen Seite den starken Gegenwind, der wegen dieser AfD-Berichterstattung aufkommt, aushalten, meint der scheidende „Monitor“-Moderator weiter. „Das ist nichts für jeden.“ Die scharfe Kritik an ARD und ZDF habe zu einer Verunsicherung in den Sendern beigetragen.

In Afrika schlägt Restle ein neues Kapitel auf

Für Restle persönlich beginnt am 1. Mai ein neues Kapitel. Er wird dann die Führung des ARD-Studios in Nairobi übernehmen. Von diesem Standort aus möchte er die Berichterstattung über afrikanische Staaten intensivieren. Restle: „Ich folge meiner Devise als Journalist, besonders da hinzuschauen, wo zu wenig hingeschaut wird. Und die hohe Relevanz dieses Kontinents für uns in Europa wird meiner Meinung nach grandios unterschätzt.“

Es ist für ihn nicht der erste Posten im Ausland: Er war schon als Korrespondent für die ARD unter anderem in der Ukraine und auch in Moskau im Einsatz.

Zuspruch für sein Schaffen kam von Ellen Ehni, der Chefredakteurin des WDR. Sie hatte Restle als einen Journalisten gelobt, der für „hintergründigen und kritischen Journalismus mit Rückgrat“ stehe. Wer ihm bei „Monitor“ in Köln nachfolgen wird, ist momentan allerdings noch nicht geklärt. Der WDR plant, sich hierzu erst zu einem späteren Termin zu äußern. (mg)

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