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Orden für TV-SkandalLindenstraßen-Macher für ersten Schwulen-Kuss im TV geehrt

Verleihung Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen

Copyright: Henning Kaiser/dpa

Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU, l) verleiht den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen an den Schauspieler Georg Uecker.

Dieser Kuss spaltete Deutschland – jetzt gibt's die Ehrung

Damals ein Schock, heute ein Meilenstein. Ein Kuss zwischen zwei Männern in der „Lindenstraße“ sorgte für Beben. Über drei Jahrzehnte danach bekommen die TV-Pioniere endlich die Anerkennung, die sie verdienen.

Im Jahr 1990 sorgte eine Szene für einen Aufschrei: die erste Zärtlichkeit zwischen zwei Männern in einer deutschen TV-Serie. Für diesen Tabubruch wurden nun, viele Jahre danach, der Produzent der einstigen ARD-Produktion „Lindenstraße“, Hans W. Geißendörfer (85), sowie zwei Darsteller geehrt. Sie erhielten den Verdienstorden von Nordrhein-Westfalen. Da der Produzent nicht persönlich anwesend sein konnte, nahm seine Tochter Hana Geißendörfer die Auszeichnung für ihn entgegen.

Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) bezeichnete die „Lindenstraße“ als ein bedeutendes Dokument der Zeitgeschichte. Er hob hervor, dass die Sendung über viele Jahre hinweg den Wandel in der Gesellschaft abgebildet und dabei oft eine Vorreiterrolle eingenommen habe.

Wüst zollt TV-Pionieren Respekt

Laut Wüst war Geißendörfer einer der Vorreiter, der das Thema Aids ins deutsche TV brachte. Der Produzent zeigte die erste Zärtlichkeit eines schwulen Paares zur besten Sendezeit am frühen Abend. „Das ist mutig gewesen“, unterstrich der Ministerpräsident.

Ebenfalls mit dem Orden bedacht wurde Darsteller Georg Uecker (63). Er verkörperte die Figur Carsten Flöter. Am 25. März 1990 wurde seine Kuss-Szene mit Robert Engel (dargestellt von Martin Armknecht) ausgestrahlt. Dadurch kam etwas auf den Bildschirm, „das in der damaligen Gesellschaft noch ein Tabu war, das verdrängt und verschwiegen worden ist: Liebe und Zärtlichkeit zwischen Männern.“

TV-Meilenstein aus Köln

Wüst führte aus, dass Uecker die Courage für diesen Kuss besaß. „Er war bereit, sich in den Wind zu stellen, um gesellschaftlichen Wandel voranzubringen.“ Und das hat für uns hier eine ganz besondere Bedeutung: Obwohl die Handlung in München angesiedelt war, entstand die Kult-Serie direkt bei uns in Köln.

Auch bei der Ehrung für Claus Vinçon (69), der in der Serie Georg Eschweiler darstellte, betonte Wüst dessen Courage und Einsatz. Bereits vor etwa 30 Jahren machte er sich für die Kampagne „Herzenslust“ der Aidshilfe NRW stark. Das geschah in einer Epoche, in der HIV und Aids noch starke Furcht, Stigmatisierung und soziale Isolation auslösten.

Der Landesverdienstorden wurde an insgesamt 15 Personen verliehen. Ausgezeichnet wurden sie für ihren außergewöhnlichen Beitrag zu einem toleranten, bunten und wertschätzenden Zusammenleben in NRW, wodurch sie auch die Rechte von queeren Menschen voranbrachten. Zu den weiteren Preisträgern zählten der Grünen-Politiker Volker Beck (65) sowie der Moderator Ralph Morgenstern (69). (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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