Tief ein- und ausatmen sollten eingefleischte Pilcher-Fans bei der Episode am 4. Januar 2026. Es gibt einen „Tabu-Bruch“, ähnlich wie zuletzt in „Das Traumschiff“.
Erst „Traumschiff“, jetzt PilcherNächster Tabu-Bruch beim ZDF

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Bekannte TV-Gesichter: Felix Vörtler und Nina Kronjäger lassen in Cornwall zaghaft das Pflänzchen der Liebe sprießen.
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Pilcher-Fans dürften sich am Sonntagabend (4. Januar 2026) verdutzt die Augen reiben. Was grünt denn da so grün im Gewächshaus vor sich hin? Das wird doch nicht etwa ...? Doch! Nach blankem Busen (1988) und homosexueller Hochzeit (2016) gibt es heute den nächsten „Tabubruch“ in Cornwall (20,15 Uhr, ZDF.) Aber jede Wette, deshalb lässt das ZDF Produzent Michael Smeaton (73) nicht gleich über die Klippe springen.
Bei Rosamunde Pilcher wird gekifft! Diane Lloyd (Nina Kronjäger, 58) betreibt eine kleine Cannabis-Plantage in ihrem Garten. Der pingelige Nachbar Frederic Duffy (Felix Vörtler, 64) entdeckt die Hanfpflanzen, nutzt die Gunst der Stunde und greift einmal tief in die Teedose. Na, da dürfte so manch einer der klassischen 60-Plus-Pilcherfans, der sich vehement gegen die Cannabisfreigabe in Deutschland ausgesprochen hat, aber mal tief Luft holen.
Kiffen im Pilcher-Land: Alles streng medizinisch – versteht sich!
Doch gemach, gemach, alles nur halb so wild. Die Hanfpflanzen sollen der Kräuterhexe in Form von Tee und Salben gegen ihre neuropathischen Schmerzen helfen.
Ist das ein vorsichtiger Versuch, die in den letzten Jahren quotentechnisch etwas schwächelnden Liebesmärchen etwas zeitgemäßer zu gestalten? Was erwartet uns in Zukunft?
Produzent Michael Smeaton schwächt die Kiff-Episode gegenüber dem EXPRESS sofort ab: „Trotz behutsamer Modernisierungen ist es uns wichtig, der Marke Rosamunde Pilcher auch künftig treu zu bleiben. Diese Filme leben von Andeutung, Atmosphäre und emotionaler Verdichtung“, sagt er. „Auch das Thema Cannabis wird im Film zurückhaltend behandelt. Es erscheint in einem untergeordneten Erzählstrang und wird ausschließlich im Rahmen einer medizinischen Nutzung thematisiert, etwa im Zusammenhang mit neuropathischen Schmerzen, therapiebedingten Beschwerden oder Schlafstörungen.“
Will heißen: Auch in Zukunft können sich Fans der Serie, die seit 1993 hauptsächlich in den südwestenglischen Grafschaften Cornwall und Devon spielt und das Herrenhaus Prideaux Place sowie die Küstenorte St Ives und Padstow zu Touristenmagneten gemacht haben, auf konventionelle Fernsehkost mit Happy End freuen. „Cornwall hat sich als Sehnsuchtsort bei den Zuschauern und Zuschauerinnen etabliert, die Geschichten sind seit Jahren Teil eines kollektiven Fernseherlebnisses, das sowohl das treue Stammpublikum als auch ein jüngeres Publikum anspricht“, schwärmt Smeaton, der die Romanvorlagen einst nach Deutschland holte. Sie werden seit dem Tod der Autorin 2009 von zig Schreibern weitererzählt und mit deutschen Mimen in Szene gesetzt.

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Felix Vörtler spielt im neuen Pilcher-Film einen knurrigen Kerl, der bei seiner Nachbarin eine Hanf-Plantage entdeckt.
Da lässt sich keiner lange bitten, denn in Cornwall stimmt die viel zitierte Work-Life-Balance. Aber was genehmigen sich die Schauspieler und Schauspielerinnen nach dem Dreh wirklich, wenns in die urigen Pubs geht? Bestimmt keinen Joint, denn der Konsum von Cannabis ist in Großbritannien im Gegensatz zu Deutschland nur mit medizinischer Indikation erlaubt. Anna Hausburg (36), Protagonistin der aktuellen Folge: „Also, da ich kein Fan von Pale Ale bin – das ist in den Pubs sehr stark vertreten – habe ich mir gerne einen Cider gegönnt. Betonung liegt auf einen, der zweite lässt einen am nächsten Tag schon schwer aus dem Bett kommen.“

