Haben „Die Verräter“ (RTL) ausgespielt? Dem intriganten Trio ist in der zweiten Folge der neuen Staffel ein neuer Gegner erwachsen. Und der gibt sich mit normaler menschlicher Logik nicht zufrieden. Tine Wittler greift zu Tarot-Karten und Voodoo-Puppen ...
„Einen kleinen Schubs geben“Tine Wittler sticht bei „Die Verräter“ auf Voodoo-Puppe ein

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Tine Wittler taut auf. Am zweiten Tag bei „Die Verräter“ (RTL) ging sie in die Offensive und bereicherte die Ermittlungen durch ganz besondere Aspekte. (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)

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Als die Tarot-Karten nichts Positives brachten, musste die Voodoo-Puppe herhalten. Tine Wittler pikste ordentlich zu, um den „Verrätern einen Schubs zu geben“. Es half erst mal nicht. (Bild: RTL)
Okay. Man kann jetzt - nach zwei bei RTL+ freigeschalteten Folgen von „Die Verräter“ - nicht sagen, dass sich die Loyalen mit ermittlerischem Ruhm bekleckerten. Es werden großzügig volle Breitseiten ins Nichts gefeuert und eifrig Holzwege gebaut. Aber Tine Wittler, TV-Legende im Unruhestand, ging in der zweiten Episode ganz neue Wege. Aber und das ist kein Spoiler, sondern nur eine Vermutung, vielleicht waren es auch ihre letzten. Denn, das hat sich nach zwei nächtlichen Morden durch die verräterische Troika schon gezeigt: Wer am runden Tisch eine dicke Lippe riskiert, ist schneller raus, als er Sonja Zietlow sagen kann.
Erst war Schauspielerin Ania Niedieck am runden Tisch sehr laut - und dann raus. Und jetzt erwischte es Joelina Drews. Und auch die Tochter von Schlagerstar Jürgen Drews hatte sich verbal aus dem Fenster gelehnt. Jedenfalls bereitete das Julia Meise, der Hälfte der Medikamenten-Twins, arge Kopfschmerzen: „Es ist gefährlich, den Mund aufzumachen.“ Nicht nur bei Generika-Medikamenten, sondern eben auch bei „Die Verräter“.

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Erst das Rührei, dann die Todesnachricht: Zum Frühstück erfuhren die verbliebenen Spieler, wer des nachts gemeuchelt worden war. (Bild: RTL)
Während sich einige also ganz bewusst in den Hintergrund drückten, um bloß den Verrätern keine Angriffsfläche zu bieten, wagte sich eine immer weiter aus der Deckung. Tine Wittler schritt als letzte Überlebende der Nacht zu ihrem „Einsatz in 4 Wänden“ des Frühstückssaals und verbat sich allzu große Huldigungen: „Ich möchte nicht von Verrätern umarmt werden“, argumentierte sie.
Dabei galt der Aufruhr nicht unbedingt ihr, sondern mindestens ebenso der Tatsache, dass es Joelina nie mehr zu Orangensaft und der Marmelade schaffen würde. Aber: eine Situation völlig falsch einschätzen - das war ein sehr schöner Wegweiser in Tines Tag.
Stars in Ketten

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„Dieser Tag hat so vieles verändert“, hieß die zweite Single von Jürgen Drews 1972. Das könnte jetzt auch seine Tochter Joelina über die letzte Nacht sagen: Sie wurde von den Verrätern ermordet und ist raus aus dem Spiel. (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)
Zunächst wurde es holprig. Bei der Mission fanden sich alle Player in Ketten wieder. Beim Versuch, sich nacheinander aus dem Eisengeschirr zu knoten, fiel Tine auf den Hintern. „Fußfessel wäre für mich nichts Dauerhaftes“, scherzte sie. „Immerhin hab ich Einsatz gezeigt.“ Und Teamgeist. Denn auch sie half mit, 2.000 Euro in Silber zu erspielen.

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Die morgendliche Tarot-Ziehung hat es Tine Wittler gezeigt: „Einer unserer drei Maler ist ein Verräter.“ (Bild: RTL)
Tine Wittler ist seit 2013 aus dem TV-Geschäft raus. Vielleicht deshalb kennt sie auch kaum einen ihrer Mitspieler. Geschweige denn die früheren „Verräter“-Teilnehmerinnen Christine Urspruch (erste Staffel) und Vorjahressiegerin Charlotte Engelhardt. Die waren auf Gemälden abgebildet, die sich Tine und ihre Mitstreiterinnen Julia Meise und Marijke Amado beim nächsten Spiel einprägen mussten.

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Vor der zweiten Verbannung verdächtigte jeder jeden. Bloß nicht die Verräter. (Bild: RTL)
Tine: „Sorry Charlotte, man kann ja auch nicht jeden kennen.“ Nach den Informationen der drei „Kunstgutachter“ mussten die Maler Ann-Kathrin Bendixen, Philipp Fleiter und Hardy Krüger die Original-Gemälde „plagiieren“ und der Rest der Truppe - die Detektive um „Sherlock Hummels“ (O-Ton Cathy Hummels)- mussten dann wiederum die im Schloss versteckten Originale finden.
Aber den Jongleur, den kennt Tine ganz genau. Der ist nämlich auf ihrer Tarot-Karte „Die Zwei der Münzen“ abgebildet. Ausgerechnet die zog Tine am frühen Morgen, um sich aufs Tagwerk einzustimmen. „Die Zwei der Münzen“ steht für Auf und Ab, Aktion und Reaktion, Geben und Nehmen. Und Balance. Und für die wollte Tine Wittler sorgen.
Tine Wittler verdächtigt die Maler mit den roten Mützen - wegen einer Tarot-Karte

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Weil „er so still ist“, wurde Marcel Nguyen von fünf seiner Mitstreiter nominiert. Von zu vielen - er schied aus und verabschiedete sich. (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)
Erst jedoch sorgte sie für Verwirrung. Jedenfalls bei Nina Meise. Der erzählte Tine: „Die meisten suchen an der Oberfläche nach einer Wahrheit, die viel weiter unten liegt. Aber, tja ...“ Es folgte: nichts.

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Keine Atempause, der nächste Mord wird geplant. Im zweiten Konklave suchten die Verräter Max (links), Marijke und Ralph genüsslich ihr nächstes Opfer aus. (Bild: RTL)
Am Runden Tisch wurde sie konkreter. „Es sind drei Frauen raus. Jetzt sind wir neun Männer und nur sechs Frauen.“ Ihre Vermutung daher: „Unter den Verrätern sind Männer - und vermutlich in der Mehrzahl.“ Witzig: Da hat sie recht. Aber ihre weitere Logik war dann doch wieder holzwegig: Mit Verweis auf die rote Mütze des Jongleurs auf ihrer Tarot-Karte und die Tatsache, dass auch die Gemäldemaler Hardy, Philipp und Ann-Kathrin rote Mützen getragen hätten, mutmaßte sie: „Einer unserer Maler ist ein Verräter.“ Urs Meier, als Ex-Schiri um Harmonie bemüht, rang sich ein „Das ist aber interessant“ ab.
Wird Tine Wittler das nächste Opfer der Verräter?
Abends, nachdem bei der Verbannung mal wieder alles schiefgegangen war und mit Marcel Nguyen einer der loyalsten Loyalen abgeschossen worden war, griff Tine zu noch drastischeren Mitteln. Im Billardzimmer fand sie eine kleine Voodoo-Puppe - und rammte gleich mal ihre Haarnadel in das Wollknäuel. Ihr Plan: „Den Verrätern einen kleinen Schubs geben.“
Vielleicht geht der Schuss aber nach hinten los. Denn die drei Verräter (Marijke: „Toll, dass wir alle unter dem Radar fliegen“) haben schon ihr nächstes Opfer auserkoren. Laut Max trifft es die „Person, die am wenigsten einzuschätzen ist“. Klingt gefährlich nach Tine. Denn über die sagte Max wenig zuvor: „Tine ist eine Variable, die unkontrollierbar ist.“
Zu sehen gibt es „Die Verräter“ aktuell bei RTL+ und ab 17. August auch bei RTL. (tsch)
