„Das Fenster zum Hof“ kommt zurück ins Free-TV. Was kaum jemand weiß: Hitchcock ließ sich von echten Mordfällen inspirieren.
Zurück im Free-TVDiese echten Mordfälle inspirierten ein Hollywood-Meisterwerk

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Thelma Ritter, James Stewart und Grace Kelly gehen in „Das Fenster zum Hof“ einem Verdacht nach. (Archivbild)

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Ein Meisterwerk von Alfred Hitchcock kehrt ins Free-TV zurück: „Das Fenster zum Hof“ läuft am Sonntag, 2. August, um 20.15 Uhr bei Arte. Der Thriller mit James Stewart und Grace Kelly gilt bis heute als einer der berühmtesten Filme des Regisseurs – doch die Geschichte über einen vermeintlichen Mord hat auch eine Verbindung zu realen Verbrechen.
In „Das Fenster zum Hof“ spielt James Stewart den Fotografen L. B. Jeffries, der nach einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt ist und seine Zeit damit verbringt, die Bewohner eines Hinterhofs zu beobachten.
Als sein Blick immer wieder auf den Nachbarn Lars Thorwald fällt, wächst sein Verdacht: Hat der Mann seine Ehefrau ermordet? Jeffries glaubt, Hinweise auf ein Verbrechen entdeckt zu haben und beginnt gemeinsam mit seiner Freundin Lisa Fremont (Grace Kelly) und seiner Krankenschwester Stella (Thelma Ritter) Nachforschungen anzustellen.
Die Geschichte hinter dem Hitchcock-Klassiker „Das Fenster zum Hof“
Die Grundlage des Films war die Kurzgeschichte „It Had to Be Murder“ des US-Schriftstellers Cornell Woolrich aus dem Jahr 1942. Für die Ausarbeitung der Mordhandlung ließ sich Hitchcock zusätzlich von realen Kriminalfällen inspirieren.

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Große Spannung, große Gefühle: James Stewart liebt Grace Kelly im Hitchcock-Klassiker „Das Fenster zum Hof“. (Archivbild)
Im Gespräch mit dem französischen Regisseur François Truffaut für das Buch „Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“ nannte Hitchcock die Fälle Hawley Harvey Crippen und Patrick Mahon als Anregungen.
Hawley Harvey Crippen: Der Ehemann mit der falschen Geschichte
Der Fall Hawley Harvey Crippen erschütterte 1910 Großbritannien und wurde zu einem der bekanntesten Kriminalfälle seiner Zeit.
Crippen, ein in den USA geborener Arzt, lebte mit seiner Ehefrau Cora Crippen in London. Die Ehe war schwierig, während Crippen gleichzeitig eine Beziehung zu seiner jungen Geliebten Ethel Le Neve hatte.
Als Cora Crippen Anfang 1910 verschwand, erzählte ihr Mann, sie sei in die USA zurückgekehrt und später dort gestorben. Während Freunde und Bekannte misstrauisch wurden, zog Ethel Le Neve bei Crippen ein.
Die Polizei begann zu ermitteln und fand schließlich im Keller des gemeinsamen Hauses menschliche Überreste. Crippen war zu diesem Zeitpunkt bereits mit seiner Geliebten geflohen. Er wurde auf der Flucht über den Atlantik erkannt, festgenommen, wegen Mordes verurteilt und 1910 hingerichtet.
Die Verbindung zu Hitchcock: Der Fall Crippen weist Parallelen zu einem zentralen Motiv des Films auf: Ein Ehemann versucht, das Verschwinden seiner Frau mit einer erfundenen Geschichte zu erklären und die Tat in den eigenen vier Wänden zu verbergen. Genau dieses Muster findet sich auch bei Lars Thorwald in „Das Fenster zum Hof“ wieder.
Patrick Mahon: Die Frage nach der Beseitigung der Leiche
Ein weiterer Fall, der Hitchcock beschäftigte, war der Mord an Emily Kaye durch Patrick Mahon im Jahr 1924.
Mahon, ein ehemaliger Soldat und Geschäftsmann, ermordete Kaye in einem gemieteten Haus in Essex. Nach der Tat versuchte er, die Spuren zu verwischen: Er zerstückelte die Leiche und entsorgte die Überreste.

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Eines der Original-Filmplakate von „Das Fenster zum Hof“. (Archivbild)
Der Fall sorgte in Großbritannien für großes Aufsehen, weil die Ermittler Schritt für Schritt rekonstruierten, wie Mahon versucht hatte, sein Verbrechen zu verbergen.
Die Verbindung zu Hitchcock: Der Fall Mahon beschäftigte Hitchcock vor allem wegen der Frage, wie ein Täter nach einem Mord mit den Überresten seines Opfers umgeht. Dieser Aspekt passt zu einer zentralen Spannung in „Das Fenster zum Hof“: Jeffries versucht herauszufinden, ob Thorwald tatsächlich ein Verbrechen begangen hat – und was mit den Spuren geschehen sein könnte.
Aus Cornell Woolrichs literarischer Vorlage, realen Kriminalfällen und seiner eigenen filmischen Handschrift schuf Hitchcock mit „Das Fenster zum Hof“ einen Thriller über Voyeurismus, Misstrauen und die Angst, dass ein Verbrechen direkt nebenan geschehen könnte.
Mehr als 70 Jahre nach seiner Premiere fasziniert der Film noch immer – auch, weil seine düstere Geschichte von realen Kriminalfällen beeinflusst wurde.