Rolly Brings hat in der WDR-Doku „Ford in Köln - Die Stadt und ihr Werk“ über seine Zeit beim US-amerikanischen Autohersteller Ford gesprochen. Die aktuelle Krise lässt den Vater der berühmten Kölner Musiker Peter und Stephan Brings „überhaupt nicht kalt“.
Brings-Vater über düstere Ford-Zukunft in Köln„Lässt mich überhaupt nicht kalt“

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Rolly Brings hat lange bei Ford gearbeitet. Im WDR spricht er über die Vergangenheit und Zukunft des Automobilherstellers.
Aktualisiert
Ford Fiesta, Ford Capri, Ford Taunus - zahlreiche legendäre Autos hat das US-amerikanische Unternehmen in Köln gebaut, das seit der Eröffnung seines Werks im Jahr 1931 rasant zu einem der größten Arbeitgeber in der deutschen Metropole aufgestiegen ist. Umso verheerender trifft viele die aktuelle Krise bei Ford. Tausende Stellen sind in Köln bereits gestrichen worden, die Zukunft des Autoherstellers sieht düster aus.
In der aktuellen WDR-Doku „Ford in Köln - Die Stadt und ihr Werk“ (abrufbar in der ARD-Mediathek) lassen zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ford die Geschichte des sechstgrößten Kraftfahrzeugherstellers weltweit Revue passieren. So beispielsweise Rolly Brings, der Vater der erfolgreichen Kölner Musiker Peter und Stephan Brings, der in den 60er Jahren als Maschinenschlosser bei Ford anfing.
„Der Abschied vom Fiesta war ein bisschen wie ein Amputationsgefühl“
„Ford ist in den Genen von Köln mit drin, auf jeden Fall“, erzählt er und erinnert sich an die guten Zeiten des Unternehmens, als Menschen aus aller Welt nach Köln kamen, um bei Ford zu arbeiten: „Das war ein Babel, ein Sprachenbabel war das. Es war eine wunderbare Philharmonie, eine Symphonie von Sprachen.“
Die guten Zeiten sind längst vorbei. Im Jahr 2023 lief der letzte Ford Fiesta vom Band. Der einst so erfolgreiche Kleinwagen wird nicht weiter produziert. Alpin Harrenkamp arbeitet seit 27 Jahren bei Ford und sagt dazu in der WDR-Doku: „Ich glaube, der Abschied vom Fiesta war ein bisschen wie ein Amputationsgefühl. (...) Es war komplett einfach ein Identitätsauto, für die Kölner auf jeden Fall. Sehr schmerzlich. Und die Leute reden immer noch davon. Alle sehnen sich danach zurück, jeder möchte den Fiesta haben.“
Doch das US-amerikanische Unternehmen setzt lieber auf die neuen Elektromodelle Capri und Explorer. Bislang ohne Erfolg. Die Verkaufszahlen sind schlecht, immer mehr Stellen werden gestrichen, eine Zukunft in Köln ohne Ford droht bittere Realität zu werden. Rolly Brings meint: „Irgendwie hängt auch mein Herz ein bisschen an der Geschichte. Mich lässt nicht kalt, dass die Fordler heute Probleme haben. Das lässt mich überhaupt nicht kalt.“ (tsch)

