Für den Job kam Thanh nach Berlin, ihre Heimat trägt sie trotzdem immer bei sich - und auf dem Teller. An Tag 4 von „Das perfekte Dinner“ (VOX) verbindet sie vietnamesische Tradition mit dem Lebensgefühl der Hauptstadt. Mit dabei sind jede Menge Humor und eine Überraschung aus Pomelo-Schale.
Berlinerin Thanh zeigtFürs „Perfekte Dinner“ braucht es gar keine Perfektion

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„Hat mein Vater immer für uns Kinder gemacht“: Thanh mit einem Hut aus Pomelo-Schalen. (Bild: RTL)

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Noah (links) und Gregor freuen sich über Minhs Matchakuchen zum Dessert. (Bild: RTL)
Thanh (35) ist im vietnamesischen Hanoi geboren und hat schon früh gelernt, dass Heimat nicht unbedingt ein Ort sein muss. Mit 16 Jahren ging es zunächst für ein Austauschjahr in die USA. Später entdeckte sie während einer Europareise Deutschland für sich und studierte schließlich in Hannover. Für den Job führte ihr Weg danach nach Berlin. Heute lebt die Prozessmanagerin einer Bank mit ihrem Freund in Friedrichshain - und möchte die Hauptstadt nicht mehr missen. An Tag 4 ist sie die Gastgeberin bei „Das perefekte Dinner“ (VOX).
Beim Kochen verlässt sich Thanh vor allem auf eines: ihr Gefühl: „Ich brauche Rezepte nicht unbedingt.“ Ihre beste Freundin und Schnippelhilfe Minh-Thu (36) bescheinigt ihr stattdessen „einen guten Sinn für Umami“. Nicht nur mit ihr spricht Thanh eine ganz besondere Sprache, nämlich eine kulinarische.

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Thanh (l.) holt sich Unterstützung von ihrer Freundin Minh-Thu. (Bild: RTL)
Motto: Zwischen den Stühlen
- Vorspeise: Pomelosalat, Veggie Bánh mì & Pastete - Pampelmuse / Baguette / Tofu / Cashew / Pilz - süß / sauer / crunchy
- Hauptspeise: Bún chả Hà Nội - Schwein / Reis / Pickle - herzhaft / frisch / kräuterreich
- Nachspeise: Matcha² trifft Erdbeere - Leicht / cremig / aromatisch
Zurück in die Kindheit: Ein Hut aus Pomelo-Schalen

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Thanh (35) ist Gastgeberin an Tag 4 in Berlin. (Bild: RTL)

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Thanh füttert ihre Schnippelhilfe: „In Vietnam ist Essen unsere Love Language.“ (Bild: RTL)
„Unsere Love Language ist Essen“, beschreibt Thanh eine kulturelle Gepflogenheit ihres Heimatlands. Fragen wie „Hast du gegessen?“ oder „Hast du Hunger?“ seien in Vietnam mehr als Smalltalk. Essen bedeutet für Thanh Fürsorge - und ein Stück Heimat.

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„Essen fühlt sich für mich nach Heimat an“: Thanhs Dinner ist eine Hommage an Vietnam. (Bild: RTL)
Das zeigt sich auch bei ihrem Menü. Schon beim Auftakt sorgt sie mit ihrem Pomelosalat für Begeisterung. Einen modischen Aspekt bekommt die Zutat auch: Aus den Schalen bastelt sich Thanh einen schicken Hut (“Hat mein Vater früher schon für uns Kinder gemacht“). Besonders Noah (19) ist vom Geschmack hin und weg: „Genial, der erschlägt mich fast mit seiner Frische und feinen Säure.“
Dazu gibt es das vietnamesische Street Food Bánh-mì mit selbstgebackenem Baguette und Champignon-Pastete mit Tofu und Cashews. Bei Jannik weckt die Pastete sogar Erinnerungen an eine klassische Zutat: „100 Prozent Leberwurst“, lautet sein Urteil.
Eismaschine macht Thanh einen Strich durch die Rechnung
Beim Hauptgang serviert Thanh für ihre Region typische Bällchen aus Schweinehack mit Kräutern, die sie mit Stäbchen in der Pfanne wendet. „Lecker, aber ich hätte mehr Säure gebraucht, die Pickles waren nicht ausreichend“, kommentiert Jannik. Auch beim Dessert läuft nicht alles nach Plan. Das geplante Matcha-Eis will einfach nicht so, wie Thanh es gerne hätte: „Ich mag es fester.“ Die Eismaschine ihrer Freundin macht ihr einen Strich durch die Rechnung - am Ende gibt es das Dessert deshalb kurzerhand ohne Matcha-Eis.
Aber genau das ist der Charme des Abends: Thanh kocht nicht nach Rezept, sondern nach Gefühl - nämlich mit ihrer „Love Language“. Am Ende stehen 32 Punkte auf der Rechnung. Ein Ergebnis, das zeigt: Für einen gelungenen Dinner-Abend braucht es nicht immer Perfektion. Manchmal reichen gutes Essen, ein bisschen Improvisation - und eine Gastgeberin, die ihre Gäste an ihrer ganz persönlichen Erinnerung an Heimat teilhaben lässt. (tsch)
