Abo

+++ EILMELDUNG +++ Schwarze Liste Galeria-Drama in Köln: Zwei City-Filialen vor dem Aus?

+++ EILMELDUNG +++ Schwarze Liste Galeria-Drama in Köln: Zwei City-Filialen vor dem Aus?

„Arbeitsloser des Jahres“ erklärt, warum er in Ronzheimer-Doku übers Bürgergeld log

Paul Ronzheimer und sein Reportage-Team fielen auf eine falsche Bürgergeld-Erzählung rein. (Bild: Joyn/Christoph Köstlin)

Copyright: Joyn/Christoph Köstlin

Paul Ronzheimer und sein Reportage-Team fielen auf eine falsche Bürgergeld-Erzählung rein. (Bild: Joyn/Christoph Köstlin)

Vor der Kamera einer SAT.1-Reportage gab Yannis B. den dreisten Bürgergeld-Schmarotzer. Bald stellte sich heraus: Seine Geschichte fußte in westentlichen Teilen auf Lügen. Nun brach der nur vermeintliche Bürgergeld-Empfänger sein Schweigen.

Es ist für die Macher einer TV-Reportage der worst case: Ein Protagonist, der perfekt zum Thema passt - nur stellt sich kurz nach der Ausstrahlung heraus, dass seine Schilderungen in wichtigen Punkten erfunden und erlogen waren.

So ging es zuletzt SAT.1 mit seiner Reihe „Ronzheimer - Wie geht's, Deutschland?“. In der Ende Februar gesendeten Folge übers Bürgergeld gab ein junger Mann mit Namen Yannis B. zu Protokoll, es sei ihm „relativ egal eigentlich“, dem Staat „auf der Tasche zu liegen“. Sein T-Shirt mit dem Aufdruck „Arbeitsloser des Jahres“ trug er mit stolz. Politischen Druck auf Leistungsempfänger bezeichnete er im Gespräch mit Doku-Presenter Paul Ronzheimer als schlecht fürs „Volksklima“. Einen Job anzunehmen, den man nicht ausüben wolle, sei „verschwendete Lebenszeit“.

Kaum war die Folge am Dienstagabend bei SAT.1 ausgestrahlt, musste der Sender in einer Stellungnahme einräumen, der auch bei TikTok als „Bürgergeld-Influencer“ auftretende Hannoveraner habe „während und nach den Dreharbeiten (...) nicht die Wahrheit gesagt“. Nun hat sich Yannis B. im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de zu seinen Motiven geäußert.

„Die Chance ergriffen, das Jobcenter öffentlich schlecht dastehen zu lassen“

B. gibt zu, dass er falsche Dokumente vorgelegt hat, um den Eindruck zu erwecken, er sei Bürgergeld-Empfänger. Tatsächlich sei ihm jedoch, nachdem er arbeitslos geworden war, ein Bürgergeldantrag wegen eines von Verwandten genutzten Wohneigentums abgelehnt worden. So sei die Idee entstanden, sich in den sozialen Medien als Schmarotzer zu inszenieren: „Da war ich dann ein bisschen sauer und habe begonnen, aus dieser Prämisse einen Social-Media-Auftritt zu machen, um den Ruf des Jobcenters ein wenig zu verschlechtern, weil ich mich im Stich gelassen fühlte.“

Mit dem Erfolg seiner TikTok-Videos sei die Aufmerksamkeit verschiedener Medienredaktionen gekommen. Er habe dann „die Chance ergriffen, das Jobcenter öffentlich schlecht dastehen zu lassen“. Unter anderem war Yannis B. im ZDF in einer Folge von „Hallo Deutschland“ zu sehen, die inzwischen aus der Mediathek entfernt wurde. Für einen Eklat sorgte schließlich sein Auftritt in der Reportage von und mit „Bild“-Vize Paul Ronzheimer.

Im Gespräch mit DWDL.de räumt Yannis B. ein, die Ausmaße unterschätzt zu haben: „Dass mein Auftritt so hohe Wellen schlägt, hätte ich mir nicht vorstellen können.“ Zugleich gibt er zu bedenken, dass sein „polarisierender Auftritt“ offenbar den Einschaltquoten geholfen habe.

Auf Dankbarkeit des Senders SAT.1 sollte er allerdings nicht hoffen. Sendersprecher Christoph Körfer hatte angekündigt, man prüfe „eventuelle rechtliche Schritte“. Yannis B. gibt zu, dass ihn das besorgt stimme. Allerdings habe er „mehr ein schlechtes Gewissen als Angst vor juristischen Schritten“.

Ein Beitrag geteilt von Yannis Berkard 🇬🇷🇩🇪 (@yanniswirdfame) (tsch)

Prinzessin Eugenie und Prinzessin Beatrice bei „Trooping the Colour“. (Archivbild)

Palast-Zoff vor Royal Ascot!

Charles und William laden Prinzessinnen aus