Kamerafrau am Set erschossen Alec Baldwin meldet sich erstmals zu tödlicher Tragödie

Schrecklicher Unfall am Filmset: Alec Baldwin hat beim Dreh mit einer Requisitenwaffe geschossen und eine Kamerafrau getroffen. Sie ist tot. Die Polizei hat viele Fragen.

Santa Fe. Warum war die Requisitenwaffe mit scharfer Munition geladen? Eine Frage, die sich nun die Polizei stellt. Eine Kamerafrau ist tot, der Regisseur schwer verletzt.

Bei Dreharbeiten zu einem Western hatte Alec Baldwin mit eben jener Waffe gefeuert. Mit fatalen Folgen: Die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins sei tödlich verletzt worden, hieß es am Donnerstagabend (21. Oktober, Ortszeit) in einer Mitteilung der Polizei von Santa Fe (New Mexico). Regisseur Joel Souza (48) sei verletzt worden und werde in einem Krankenhaus behandelt. Die Untersuchung des Vorfalls dauere an.

Alec Baldwin meldet sich auf Twitter

Am Freitagabend (22. Oktober) meldete sich Alec Baldwin auf Twitter zu dem schrecklichen Vorfall. „Es gibt keine Worte, um meinen Schock und meine Trauer über den tragischen Unfall auszudrücken“, erklärte der Schauspieler.

Baldwin sicherte zu, die Polizei voll und ganz bei den Ermittlungen zu unterstützen, um klären zu können, wie es zu dieser Tragödie kommen konnte. 

Er sei auch im Kontakt mit dem Ehemann des Todesopfers, so Baldwin weiter. Ihm und seiner Familie habe er jede nur erdenkliche Unterstützung versprochen. „Mein Herz ist gebrochen“, schrieb Baldwin weiter auf Twitter. Halynas Ehemann Matthew äußerte sich später ebenfalls. Gegenüber der „Daily Mail“ erklärte er: „Ich habe mit Alec Baldwin gesprochen und er hat mich sehr unterstützt.“ Nach dem Tod eines Familienmitgliedes gebe es viel zu regeln, fügte der Anwalt des Witwers hinzu. Matthew und Halyna haben einen gemeinsamen achtjährigen Sohn. 

Kamerafrau erschossen: Ermittler befragen Alec Baldwin

Offenbar gibt es derzeit keine Hinweise auf eine absichtliche Tat. „Herr Baldwin wurde von den Ermittlern befragt“, sagte der Sprecher des Sheriffs von Santa Fe, Juan Rios, der Nachrichtenagentur AFP. Er habe demnach die Fragen der Polizisten beantwortet. „Er kam freiwillig und verließ das Gebäude, nachdem er seine Befragung beendet hatte“, sagte der Sprecher weiter. „Es wurde keine Anklage erhoben und es gab keine Verhaftungen“.

Der Film-Dreh wurde unterbrochen. „Die gesamte Besetzung und die Crew sind von der heutigen Tragödie zutiefst erschüttert“, teilte die Produktionsfirma laut US-Medien am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. „Wir haben die Dreharbeiten auf unbestimmte Zeit unterbrochen und kooperieren voll und ganz mit der Polizei von Santa Fe und deren Ermittlungen“, hieß es weiter.

Alec Baldwin: Dreharbeiten zum Western „Rust “auf der Bonanza Creek Ranch

Der Vorfall ereignete sich demnach am Donnerstag bei den Dreharbeiten zu dem Netflix-Western „Rust“ auf der Bonanza Creek Ranch in New Mexico. Hollywood-Star Baldwin ist bei dem Film als Hauptdarsteller und als Produzent an Bord. Regie führt Souza, der zuvor den Cop-Thriller „Crown Vic“ (dt. Titel: „Im Netz der Gewalt“) inszenierte.

Per Notruf sei die Polizei zu dem Set gerufen worden. Laut Mitteilung der Polizei wurde Hutchins mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen und dort für tot erklärt. Souza wurde mit einem Krankenwagen in ein Hospital in Santa Fe gebracht. Über seinen Zustand wurde zunächst nichts bekannt.

Die Ermittler würden Augenzeugen befragen, hieß es. Unter anderem werde die Waffe untersucht und wie das Geschoss abgegeben wurde. 

Alec Baldwin spielt Banditen Harland Rust

Das Sprecherteam von Baldwin reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage. Der Schauspieler hatte am Tag vor dem Vorfall ein Foto von sich in Westernkleidung und mit grauem Bart auf Instagram gestellt.

Dieses Luftbild, das von KOAT 7 News zur Verfügung gestellt wurde, zeigt Beamte des Sheriffs von Santa Fe County, die zum Schauplatz einer tödlichen Schießerei auf einer Filmkulisse der Bonanza Creek Ranch in der Nähe von Santa Fe kommen.

Dieses Luftbild, das von KOAT 7 News zur Verfügung gestellt wurde, zeigt Beamte des Sheriffs von Santa Fe County, die zum Schauplatz einer tödlichen Schießerei auf einer Filmkulisse der Bonanza Creek Ranch in der Nähe von Santa Fe kommen. US-Schauspieler Alec Baldwin hat nach Angaben der Polizei bei einem Filmdreh mit einer Requisitenwaffe geschossen und dabei zwei Menschen getroffen.

In „Rust“ spielt er den Banditen Harland Rust, auf den ein Kopfgeld ausgesetzt ist. Zusammen mit seinem 13-jährigen Enkel muss er vor Kopfgeldjägern und Gesetzeshütern flüchten. Zum Cast gehören unter anderem Frances Fisher, Jensen Ackles, Brady Noon und Travis Fimmel.

Alec Baldwin in Tränen aufgelöst

Der „Santa Fe New Mexican“ veröffentlichte Bilder eines verstört wirkenden Baldwin, die nach der Tragödie auf dem Parkplatz des Drehorts aufgenommen worden sein sollen. Die Zeitung berichtete, ihr Reporter habe den Schauspieler in Tränen aufgelöst gesehen, nachdem er von den Ermittlern befragt worden war.

„The Hollywood Reporter“ zitierte zudem einen Sprecher der Produktionsfirma, wonach es sich um einen Unfall gehandelt habe. Die Waffe, die am Set verwendet wurde, hätte demnach mit Platzpatronen geladen sein sollen.

Die Ermittlungen wurden am Donnerstagabend mit der Befragung von Zeugen fortgesetzt. Nach Angaben der Polizei wurde zunächst keine strafrechtliche Untersuchung angeordnet.

Das ist Hollywood-Star Alec Baldwin

Alec Baldwin wurde 3. April 1958 in Amityville im Bundesstaat New York geboren. In seiner langen Karriere übernahm Baldwin Action-Rollen in Filmen wie „Jagd auf Roter Oktober“ oder „Mission: Impossible – Rogue Nation“, war aber auch in Dramen wie „Blue Jasmine“, „Still Alice – Mein Leben ohne Gestern“ oder 2019 in dem Kriminalfilm „Motherless Brooklyn“ zu sehen. 

Während der Amtszeit von Donald Trump imitierte er den mittlerweile Ex-US-Präsidenten regelmäßig in der Sendung „Saturday Night Live“.

Seit 2012 ist der Schauspieler mit Hilaria Baldwin verheiratet, sie haben sechs Kinder. Aus seiner Ehe mit der Schauspielerin Kim Basinger hat Baldwin Tochter Ireland.

Sohn von Kampfsport-Legende Bruce Lee starb bei ähnlichem Vorfall

Zu einem ähnlichen Vorfall bei Dreharbeiten ist es bereits 1993 gekommen: Damals starb der Schauspieler Brandon Lee, Sohn des Kampfsportstars Bruce Lee, am Set des Films „The Crow“ durch einen Bauchschuss. Die Autopsie ergab, dass Lee von einer Kugel scharfer Munition getroffen worden war, die im Lauf der Waffe stecken geblieben war und sich durch die Detonation einer Platzpatrone gelöst hatte. Der mit den Ermittlungen beauftragte Staatsanwalt beschied auf Fahrlässigkeit. (dpa/AFP/jv)

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