„Doppelt Geimpfte wenig bis gar nicht geschützt“ Lauterbach warnt vor hartem Omikron-Szenario

Der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnt bei Maybrit Illner am Donnerstagabend (9. Dezember) davor, dass Zweifach-Geimpfte zu wenig vor der neuen Omikron-Variante geschützt sind.

Der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnt bei Maybrit Illner am Donnerstagabend (9. Dezember) davor, dass Zweifach-Geimpfte zu wenig vor der neuen Omikron-Variante geschützt sind.

Der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach warnt bei „Maybrit Illner“ am Donnerstagabend eindringlich vor Omikron. Und erklärt, wen es wirklich hart treffen könnte. 

Von seinem frisch bezogenen Chefsessel im Gesundheitsministerium ging es am Donnerstagabend erneut in eine Talkshow, diesmal saß der neue Minister Karl Lauterbach (SPD) in der Runde von „Maybrit Illner“. Und warnte nun besonders Ungeimpfte vor der neuen Omikron-Variante.

Allerdings gibt es noch ein weiteres heikles Problem, wie er im ZDF erklärt. 

Kaum hat er seinen neuen Posten bezogen, krempelte Karl Lauterbach die Ärmel hoch und kündigte direkt eine Impfstoff-Inventur an. Bei „Maybrit Illner“ gab er sich dann weiter als der Anpacker: Deutschland werde, wenn nötig auch im Alleingang, genug Impfstoff sichern. „Ich bin mit den Herstellern im direkten Kontakt“, so Lauterbach. „Dann werden wir den auch bekommen. Ich warte nicht ab.“ Deutschland bräuchte wesentlich mehr Impfstoff-Reserven. Er wolle jetzt mit „Vollbesetzung im Haus jeden Stein umdrehen“, kündigte er an. 

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Er gab sich dann auch optimistisch, was den Kampf gegen Omikron angeht: „Ich glaube, dass wir das schaffen werden und ich werde alles dafür tun“. 

Karl Lauterbach bei Maybrit Illner: „Dreifach-Geimpfte gut geschützt“

Karl Lauterbach – kaum ein Minister vor ihm hatte so viel Expertise wie der SPD-Politiker, konnte so viel üben für dieses Amt. Auch über die neuen Studien zu Omikron ist er – natürlich – bestens vertraut. Die sei zwar zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen, erklärte Lauterbach. Einige Dinge seien aber dennoch absehbar: Zum Beispiel, dass nur Menschen mit drei Impfungen „wahrscheinlich gut geschützt“ sind.

Genesene wiederum würden sich besonders schnell mit Omikron anstecken, auch jene, die mehrfach infiziert waren. Die Lösung: Booster-Impfungen nach bereits fünf Monaten, so Lauterbach. Seiner Meinung nach könnte die Omikron-Welle in Deutschland gar verhindert werden, wenn sich jetzt schnell genug Menschen boostern lassen. 

Karl Lauterbach: Zweifach-Geimpfte „wenig bis gar nicht geschützt“

Und wie groß ist der Schutz bei den Zweifach-Geimpften? Lauterbach sagte, nach derzeitigem Kenntnisstand seien Zweifach-Geimpfte „gar nicht geschützt gegen die Infektion mit der Omikron-Variante. Da muss man versuchen, einigermaßen ehrlich zu sein“. Anschließend korrigierte er sich etwas: „Die doppelt Geimpften sind, was die Ansteckung angeht, wenig oder gar nicht geschützt.“ Er stellte aber klar, dass man aber nicht in Panik verfallen dürfe. Denn der Krankheitsverlauf könne dank der Immunisierung wesentlich milder verlaufen.

Besonders betroffen: Ungeimpfte. Für die sieht es wegen der Omikron-Variante noch einmal düsterer aus. „Die Ungeimpften werden in sehr kurzer Zeit schwer erkranken.“ Wenn die zweimal Geimpften sich infizieren, dann laufe das zudem „durch zu den Ungeimpften.“ Binnen kürzester Zeit würden sich alle Menschen ohne Corona-Schutz infizieren. „Die Ungeimpften trifft es dann ganz hart.“

Priesemann bei Maybrit Illner: Auf „Worst Case“-Szenario vorbereiten

Die Physikerin und Modelliererin Viola Priesemann, die ebenfalls in die Sendung zugeschaltet war, konnte da nur zustimmen. Die Omikron-Variante sei deutlich ansteckender und würde sich deshalb wesentlich schneller ausbreiten als Delta. „Es breitet sich sehr, sehr schnell aus.“ Man beobachte in anderen Ländern, „dass sich die Fallzahlen jede Woche vervierfachen.“ Wie schwer die Verläufe werden, sei aber noch offen. Das müssten neue Daten zeigen. Aber es müsse, das sagte Priesemann auch, mit dem „Worst Case“-Szenario gerecht werden, damit man in den kommenden Wochen vorbereitet sei. Damit man „schnell und hart“ reagieren könne.

Das Gebot der Stunde lautet zusammengefasst also: Dreifach-Impfungen. Boostern, boostern, boostern. Um das Ziel von 30 Millionen Impfungen bis Weihnachten zu erreichen, seien laut Lauterbach genügen Dosen vorhanden. Allein am Mittwoch hätte es 1,1 Millionen Impfungen gegeben, wovon 90 Prozent Booster-Impfungen gewesen seien. „Das ist extrem respektabel. So schnell impft – was die Booster-Impfungen angeht - im Moment in Europa niemand.“ (mg)

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