Einen Tag vor den US-Zwischenwahlen ist Trump in den Umfragen so tief gefallen wie nie. Ein Moderator warnt: Der Kampf um die Zeit nach ihm hat längst begonnen.
Moderator warnt vor Zeit nach Trump„Das ist selbst für Republikaner beängstigend“

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US-Präsident Donald Trump am 2. November auf dem Weg zum Weißen Haus: Der Kampf um seine Nachfolge hat längst begonnen, auch innerhalb der rechten Eliten.
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JD Vance steht Ende Oktober auf dem Gelände einer Baufirma in Texas am Mikrofon und macht Wahlkampf für die Republikaner. Der US-Vizepräsident wirbt um Stimmen für die Zwischenwahlen, es wird eng für Trump. Doch während er um jedes Kreuz kämpft, sprechen andere schon über seine Zukunft – und machen sich Gedanken um die Zukunft der amerikanischen Demokratie.
Einer von ihnen ist David Pakman, Moderator der linksliberalen „David Pakman Show“, die in den USA im Fernsehen, Radio und Internet ausgestrahlt wird. In einem aktuellen Video sagt er, es gebe ein Netzwerk superreicher Menschen, die darüber diskutieren, ob Amerika nach Trump überhaupt eine Demokratie bleiben soll. In diesen Kreisen werde Vance als der nächste Präsident gehandelt, der diese neue Zeit einläuten könnte. „Das nächste Kapitel von MAGA und dem Trumpismus fängt gerade erst an“, sagt Pakman. MAGA steht für Trumps Slogan „Macht Amerika wieder großartig“.
„Das ist selbst für Republikaner beängstigend“
Für Pakman sind die Wahlen am Dienstag (3. November) der Startschuss. „Was bei diesen Wahlen passiert, wird darüber entscheiden, wie viel politische Macht Donald Trump in den nächsten paar Jahren hat und wie viel Einfluss Donald Trump bei der Auswahl seines späteren Nachfolgers für die republikanische Nominierung 2028 haben wird“, sagt er. Die US-Verfassung erlaubt einem Präsidenten nur zwei Amtszeiten.
Seine Theorie stützt Pakman auf das Buch „The Nerd Reich“ (auf Deutsch etwa „Das Nerd-Reich“) des Journalisten Gil Durán. Es beschreibt ein Netzwerk der rechten Elite, von Leuten wie Peter Thiel und Curtis Yarvin, die in Amerika eine Art „Konzern-Diktatur“ errichten wollen. Technokratie statt Demokratie. Vance habe enge Verbindungen zu diesen Kreisen. „Das ist selbst für eine ganze Reihe dieser Republikaner beängstigend“, so Pakman. Namen nennt er nicht. Überprüfen lassen sich seine Angaben deshalb nicht.
Was diese Republikaner laut Pakman besonders beunruhigt: Die Leute um Thiel und Yarvin hätten schon lange systematisch an einer Theorie autoritärer Herrschaft gearbeitet – und seien vorbereitet. Das mache sie gefährlicher als Trump. Der sei vor allem durch seine Emotionen geleitet. Er neige dazu, persönliche Kränkungen auszuleben und Vergeltung zu suchen.
Der Traum vom Ende der Demokratie
Schon lange begeistern autoritäre Ideen rechte Eliten wie Tech-Milliardär Peter Thiel oder den US‑Vizepräsidenten. Thiel hat die Firmen PayPal und Palantir mitgegründet und früh in Facebook investiert. Vance und Thiel lernten sich 2011 bei einem Vortrag Thiels an der Yale-Universität kennen. 2016 holte Thiel den Autor des Bestsellers „Hillbilly-Elegie“ in seine Wagniskapitalfirma Mithril.

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Der damals designierte US-Präsident Donald Trump neben Tech-Milliardär Peter Thiel im Jahr 2016 kurz vor Trumps erster Amtszeit.
Laut „New York Times“ brachte Thiel Vance im Februar 2021 zu dessen erstem Treffen mit Trump nach Mar-a-Lago. Und half ihm in die obersten politischen Kreise: Im Jahr 2022 kandidierte Vance in Ohio für den US‑Senat. Thiel unterstützte Vance damals mit 15 Millionen Dollar – die größte Summe, die je für ein einzelnes Senatsrennen gespendet wurde.
Nun gilt Vance als möglicher Trump-Nachfolger. Für Durán ist Vance eine Schöpfung Thiels, die „nur einen Herzschlag von der Präsidentschaft entfernt“ sitzt.
USA als „Monarchie nach Konzernvorbild“
Curtis Yarvin wiederum ist Programmierer und hat unter dem Pseudonym Mencius Moldbug gebloggt. Seine radikale Idee: Er will die Demokratie durch eine Art „Monarchie nach Konzernvorbild“ ersetzen, an deren Spitze ein Vorstandschef steht, ein „CEO-Monarch“. Der Bürger habe kein Mitbestimmungsrecht mehr, sondern sei Kunde mit Kündigungsrecht. Yarvins Ideen sind es, die Netzwerke um Peter Thiel und JD Vance durchdringen.
In einer neuen Umfrage des Senders NBC News lehnen 60 Prozent der registrierten Wähler Trumps Amtsführung ab. Das ist der höchste Wert, den NBC in seinen beiden Amtszeiten gemessen hat. Nur 40 Prozent sind mit ihm zufrieden. Beim Rennen um den Kongress liegen die Demokraten mit 52 zu 45 Prozent vorn. Selbst 37 Prozent der Republikaner finden, dass Trump seine Versprechen nicht gehalten hat.
Ein sicherer Sieg ist es für die Demokraten nicht. Viele Rennen werden in Gegenden entschieden, die Trump 2024 gewonnen hat. Außerdem sehen nur 29 Prozent der Wähler die Demokratische Partei positiv. Pakman ist sicher, dass eine Weichenstellung ansteht: „Die zwei Jahre, die auf die Zwischenwahlen folgen, werden gewissermaßen die Richtung vorgeben.“ (mg)
