Express · Community

Kommentare · 0

Zum Inhalt springen

„Blauer Tsunami“Trumps Lieblingszeitung setzt mit brutaler Seite noch eins drauf

US-Präsident Donald Trump im Gespräch mit Reportern beim Verlassen des Weißen Hauses in Washington. (Archivbild)

Copyright: IMAGO/ZUMA Press Wire

US-Präsident Donald Trump im Gespräch mit Reportern beim Verlassen des Weißen Hauses in Washington. (Archivbild)

Ausgerechnet die „New York Post“, einst Donald Trumps Lieblingsblatt, zeigt den US-Präsidenten nach dem Wahl-Debakel auf ihrer Titelseite, wie ihn eine gewaltige Welle verschluckt.

Eine riesige Welle baut sich auf, haushoch, unaufhaltsam. Mittendrin: Donald Trump. So zeigt ihn am Mittwoch (4. November 2026) ausgerechnet die Zeitung, die er einst als seine Lieblingszeitung bezeichnet hatte. Darüber steht in riesigen Buchstaben: „BLUE TSUNAMI“, also „Blauer Tsunami“.

Die „New York Post“ aus dem Medienreich von Rupert Murdoch hat sich für ihre Titelseite ein weltberühmtes Kunstwerk vorgenommen: „Die große Welle vor Kanagawa“, den Holzschnitt des japanischen Künstlers Katsushika Hokusai. In der bearbeiteten Version wird der Präsident von den Wassermassen verschlungen. Die Unterzeile legt noch einen drauf: „Trump erleidet historische Abfuhr, während die Demokraten bei den Zwischenwahlen einen Kantersieg feiern.“

So zeigt die New York Post die blaue Welle auf ihrer Titelseite, die den US-Präsidenten überrollt.

Copyright: New York Post

So zeigt die „New York Post“ die „blaue Welle“ auf ihrer Titelseite, die den US-Präsidenten überrollt.

Der Hintergrund: Bei den Zwischenwahlen am Dienstag haben Trumps Republikaner eine krachende Niederlage kassiert. Diese Wahlen finden in den USA immer zur Mitte der Amtszeit des Präsidenten statt. Blau ist die Farbe der Demokraten, deshalb die „blaue Welle“. Die Demokraten haben beide Kammern des Kongresses erobert, also das Repräsentantenhaus und den Senat.

Der Einbruch reichte bis tief in Gebiete, die eigentlich als sichere Hochburgen der Republikaner gelten. Die Demokraten holten mindestens sieben Senatssitze, unter anderem in South Carolina, Texas und Kansas. In ihrem Text schreibt die „Post“: „Es war letzte Nacht ein historischer Kantersieg für die Demokraten, die sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat gedreht haben – einschließlich Sitzgewinnen in unwahrscheinlichen Staaten wie Texas und Kansas. Die Wähler wollten unbedingt ihren Unmut über Präsident Trumps Umgang mit dem Iran und der Wirtschaft zum Ausdruck bringen.“

In Kansas verlor Senator Roger Marshall gegen den Demokraten Adam Hamilton. Damit schickt der Staat zum ersten Mal seit 1932 einen Demokraten in den Senat. Auch in Texas ging es schief für die Republikaner: Dort unterlag Generalstaatsanwalt Ken Paxton dem Demokraten James Talarico. Das erste Mal seit mehr als 30 Jahren – ein historischer Sieg.

Vom Haus-Blatt zum scharfen Kritiker

In Michigan besiegte Abdul El-Sayed den von Trump unterstützten Republikaner Mike Rogers. Die US-Seite „The Daily Beast“ nennt El-Sayed den Demokraten, den Trump am wenigsten leiden kann. Trumps Regierung hatte versucht, ihn als „Dschihadisten“ darzustellen. Gebracht hat es nichts: Der 42-Jährige ist der erste Muslim, der jemals in den US-Senat gewählt wurde.

Die konservative Boulevardzeitung „New York Post“ soll früher die erste Zeitung gewesen sein, die Trump morgens gelesen hat. Lange berichtete sie wohlwollend über ihn. Doch in letzter Zeit hat sich die „Post“ von dem 80-jährigen Präsidenten abgewandt. Trumps zweite Amtszeit wurde mitunter scharf kommentiert. (mg)