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„Können wir nicht hinnehmen“Kanzler Scholz gibt erschütternde Einblicke in Telefonate mit Putin

Olaf Scholz hat überraschend Einblick in seine Telefonate mit Russlands Präsident Wladimir Putin gegeben. In einem Interview gab Scholz Details aus den Gesprächen zum Ukraine-Krieg preis, die erschüttern.

von Jan Voß (jv)

Überraschend offen hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) über seine Telefonate mit Wladimir Putin gesprochen. Dabei zieht der Kanzler auch eine klare Linie und macht deutlich: „Das können wir nicht einfach so hinnehmen.“

Eine BBC-Dokumentation berichtete erst im Januar 2023 über Auseinandersetzungen zwischen Putin und dem ehemaligen britischen Premierminister Boris Johnson. Demnach soll Putin Johnson bei einem Telefonat mit einem Raketenangriff gedroht haben.

Wurde Olaf Scholz am Telefon bedroht wie Boris Johnson?

„Er hat mir (...) gedroht und gesagt: ‚Boris, ich will dir nicht wehtun, aber mit einer Rakete würde es nur eine Minute dauern‘“, sagte Johnson laut BBC. Die Drohung erfolgte den Angaben zufolge in einem Telefonat kurz vor Russlands Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar vergangenen Jahres.

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Bundeskanzler Olaf Scholz gab nun Details aus seinen Gesprächen mit Putin preis – doch Drohungen wie der gegenüber Johnson seien von russischer Seite bislang noch nicht ausgesprochen worden.

„Putin hat weder mir gedroht noch Deutschland“, sagte Scholz in einem Interview mit „Bild“.

Olaf Scholz gibt Putin alleinige Verantwortung für Ukraine-Krieg

Der Kanzler machte unterdessen deutlich, dass die „sehr unterschiedlichen“ Standpunkte auf den Krieg in der Ukraine „sehr klar“ wurden. Er habe Putin sehr deutlich gemacht, dass Russland die alleinige Verantwortung für den Krieg trage, so Scholz weiter.

Grundlos habe Russland sein Nachbarland überfallen, um sich Teile der Ukraine oder das ganze Land „unter den Nagel zu reißen“.

„Das können wir nicht einfach so hinnehmen, denn es verstößt fundamental gegen die europäische Friedensordnung. Deshalb unterstützen wir die Ukraine finanziell, humanitär und auch mit Waffen“, erklärte der Bundeskanzler.

Olaf Scholz: Putin verwendet „abstruse historische Vergleiche“

Mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gibt es laut Scholz die Vereinbarung, dass die aus dem Westen gelieferten Waffen nur auf dem ukrainischen Territorium, nicht aber auf russischem Gebiet eingesetzt werden dürfen. „Darüber besteht Konsens“, so Scholz.

Die Behauptung Putins, dass mit der Lieferung von Leopard 2 „wieder deutsche Panzer“ Russland bedrohen würden, wies Scholz zurück. Putins „Worte stehen in einer Reihe abstruser historischer Vergleiche, die er nutzt, um seinen Angriff auf die Ukraine zu rechtfertigen“, so der SPD-Politiker.

Gleichzeitig betonte Scholz die Schlagkraft der Bundeswehr: „Die Bundeswehr ist eine großartige Truppe, die für die Sicherheit unseres Landes sorgt. Wenn es darum geht, mögliche Angriffe auf Nato-Territorium in Europa abzuwehren, spielt die Bundeswehr mit ihrer konventionellen Kampfkraft eine wichtige Rolle.“